Freitag, 27. Februar 2009

Zensur - Zutreffendes bitte streichen

Es scheint mal wieder Saure-Gurken-Zeit. Die Europa-Tour ist vorbei, das neue Video von „2 in the Morning“ wurde zur Kenntnis genommen, ansonsten ist derzeit wenig, das im deutschsprachigen NKOTB-Web zum Verweilen animieren würde. Was bietet sich in dieser Zeit nun mehr an, als meinen geschätzten „Kollegen“ der Presse einmal genau auf den Zahn zu fühlen. Und da haben wir auch gleich das erste Stichwort.

Wir alle erinnern uns an den Klassiker: „Die Zahnspangen-Generation im kollektiven Schreikrampf.“ Die legendäre Spiegel-Reportage, blasiert, herablassend und derart fern jeglicher Blockhead-Überzeugungen, dass der Schmerz, sich dieses Un-Werk anzusehen, körperlich zu spüren war. Heute, um einige Jahre gereift, schmerzresistenter und Zahnspangen-befreit, bereitet mir der Bericht eher Langeweile, gepaart mit der Erkenntnis, dass er schlichtweg das pure Desinteresse der Macher demonstriert. Objektivität? Wie sollte diese zustande kommen, wenn jemand, der etwas – u.a. auch aus einem gewissen Generationenkonflikt heraus – nicht verstehen will und somit keine objektive Sichtweise an den Tag legen kann. Und etwas, das nicht verstanden wird, muss zerrissen werden. Journalismus-Gesetz. Es einfach nur als Phänomen der damaligen Zeit zu sehen und den positiven Aspekten Tribut zu zollen (hey, immerhin lungerten wir nicht gelangweilt als Couchpotatos rum, sondern waren aktiv), wurde gar nicht erst in Betracht gezogen. Dass zu Hochzeiten von NKOTB in Deutschland nicht alles Gold war, was glänzte, auch Band-intern, das steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Doch machen wir nun einen ganz großen Sprung von damals zu heute. New Kids on the Block back in Germany. Ganze zwei Konzerte wurden uns beschert – natürlich wieder ein Grund, sich am vermeintlich mangelnden Interesse der überwiegend weiblichen Fans hochzuziehen. Aber nein, mein Fehler! Daran war doch sicherlich wieder das lausige Management oder die Plattenfirma samt der suboptimalen Promotion Schuld! Lasst uns Unterschriften sammeln! Man weiß nie, wozu es gut ist.

Wenn man sich nun die Nachberichterstattung der Konzerte in Frankfurt und Düsseldorf ansieht, so stellt man leicht amüsiert fest, dass sich einige Schreiberlinge fest vorgenommen hatten, ihren Bericht entsprechend ihrer vorab bereits festgefrorenen Gehirnskulptur zur Thematik Boyband zu erstellen. Bedauerlicherweise wollte es nur den wenigsten gelingen, ausschließlich die in früheren Zeiten bereits bis zum Erbrechen ausgelatschten Klischees zu bedienen. Nun gut, die erzkonservative, überseriöse Journallie lies sich von diesem Vorhaben nicht abbringen und lies wohl dieselben Geschichtenschreiber ran, wie damals. Mussten die doch ihre Possen von früher nur bezüglich der Daten aktualisieren. Doch im Großen und Ganzen muss man sagen, die Artikel sind überwiegend friedlich im Grundton, da vor allem die Professionalität der Show zu schätzen gewusst wurde.

Aber sehen wir uns doch ein paar der Kommentare an. Man möge mir nachsehen, dass ich nicht bei jedem einzelnen die Quelle angebe, schließlich sind wir alle des Googlens mächtig und überhaupt sind die Artikel selten einer ausgiebigen Betrachtung wert. Und ich habe mir wirklich redliche Mühe gegeben, meine Recherche ausgewogen wiederzugeben, sprich, sowohl den positiven als auch den negativen Schwingungen Raum zu geben.


„Dass sie 15 Jahre später in ihrer Originalbesetzung für derartige Begeisterungsstürme sorgen, hätte wohl niemand gedacht.“

Also, da hätte der werte Kollege wohl mal jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt. Ein, na gut zwei Klicks ins NKOTB-Net-Land und er wäre eines Besseren belehrt worden. Niemand hätte das gedacht? Stimmt, weil alle davon überzeugt waren.


„Wenn eine Boygroup 15 Jahre nach ihrer Auflösung ein Comeback versucht, hat das etwas Tragisches.“

Tragisch? Tragisch ist, dass mir im Moment leider nichts Tragischeres einfallen will, als die Tatsache, dass hier das Wort tragisch verwendet wurde. Womöglich einfach nur ein billiger Eyecatcher, eine tragische Verwechslung und es war eigentlich "traumhaft" gemeint oder es war tatsächlich vom Mitglied der schreibenden Zunft so gemeint - was schlussendlich wieder sehr tragisch wäre, da er oder sie vor lauter Ich-greife-heute-mal-in-meiner-Kiste-mit-negativen-Adjektiven-zum-Buchstaben-T die Tatsachen um so ziemlich 100 % verfehlt.


„Von Peinlichkeit jedoch keine Spur.“

Na, das hört sich ja nun gerade so an, als ob jemand penetrant danach gesucht hätte? Nach der Peinlichkeit? Tja, so kann man sich natürlich auch den Abend verderben, indem man nach etwas sucht, das weder auf unfreiwilliger Basis vorhanden noch ganz bewusst Teil der Show war.


„Die US-Amerikaner aus Boston präsentierten ihre Show auf hohem Niveau, traten mit rockiger Liveband und vier Tänzerinnen auf und Jordan Knight zeigte sich über Strecken als spektakulärer Sänger.“

Das ist nun zwar nur ein ganz kleiner Teil dessen, was mir dazu noch alles einfallen würde, aber gut, damit kann ich leben.


„Reichlich nervös gestalten sich die ersten Minuten für die fünf in die Jahre gekommenen Heroen, nachdem der Vorhang den Blick auf ein hinlänglich bekanntes Bühnenambiente mit dreifacher Las-Vegas-Showtreppe freigegeben hat.“

Ja, ein Drama spielte sich da vor unseren Augen ab! Die Halle bebt vor Enthusiasmus und unsere Heroen (stand das im Brockhaus unter dem Begriff „Wird von meist weiblichen Homo Sapiens angehimmelt und versetzt dieselbigen häufig in Verzückung“?) haben nichts Besseres zu tun, als rastlos auf der Bühne auf und ab zu tanzen und vor lauter Nervosität unruhige Hand- und Armhaltung sowie Hin- und Herlaufen (Auszug aus Wikipedia zum Stichwort Nervosität) an den Tag zu legen. Eine Tragödie, die sich da abgespielt hat, um beim gewohnten Vokabular zu bleiben. Ja, und im Übrigen ist eine Bühne ist eine Bühne ist eine Bühne. Wir sind gekommen, um NKOTB live in Concert zu sehen und nicht, um einem Bühnenkreativitätswettbewerb beizuwohnen. Und außerdem ist Las Vegas ja wohl nach wie vor eine der führenden Entertainment-Hochburgen dieser Welt, insofern kann ich eine dreifache (Himmel, das ist mir im Eifer des Gefechts gar nicht aufgefallen, dass sie dreifach war…), Las-Vegas-Showtreppe durchaus als akzeptabel betrachten. Wäre sie nur zweifach gewesen, nun ja …


Abschließend vielleicht noch ein Wort an die Herren und Damen Journalisten: Stellt Euch vor, es ist Rezession, aber NKOTB gehen nicht hin. Weil sie vorausschauend geplant haben und sich auf ihre Fanbase verlassen können. Und am Ende haben wir alle etwas davon. Doch ... darüber wird wohl nie einer schreiben. Ach, hätte ich doch mein geplantes Journalismus-Studium durchgezogen. Dann wären die Blätter voll von positiven NKOTB-Berichten. Mist.

Mittwoch, 25. Februar 2009

Was muss, was darf, was kann …?

„Mein Name ist Uschi und ich bin NKOTB-abhängig, Heilung unerwünscht“. So oder so ähnlich wurde im ersten reanimierten NKOTB-Board auf .com gerne mal gepostet. Ein Running-Gag in den ersten Tagen und Wochen. Was aber anfangs noch recht amüsant anmutete, entwickelte sich schleichend aber sicher zur nackten Wahrheit. Viele Blockheads von früher sowie einige neu akquirierte versammelten sich auf dem bereits skizzierten, sich immer weiter verstrickenden NKOTB-Netz. Voller Enthusiasmus dem gegenüber, was da kommen könnte, wurde die alte Fanliebe aus den Tiefen der Erinnerungen herausgekramt, sich die alten Geschichten und Anekdoten wieder ins Gedächtnis zurückgeholt, die Leidenschaft, die einen schon damals gepackt und geschüttelt hatte, wieder zu neuem Leben erweckt. Und da waren wir nun alle wieder: die Blockheads, im unglaublich wahrsten Wortsinne.

Es wurde erstmalig gemeinsam hingefiebert auf die ersten greif- und hörbaren neuen musikalischen Ergüsse, die ersten Bilder der re-formierten NKOTB mit Spannung erwartet, von den Videos ganz zu schweigen. Und dann lief die Maschinerie an, langsam, aber stetig, Step by Step.

Als THE BLOCK schlussendlich zu erwerben war, ging er beim Großteil der Fans gleich doppelt über die Ladentheke, nämlich in normaler Ausführung sowie als Deluxe. Natürlich. The Block is back. Wenn schon, dann der ganze Block. Nur nichts verpassen. Die Singles werden selbstverständlich auch gekauft, zum Unverständnis derer (Nuggels), die Kenntnis davon erlangen. Schließlich wären ja sämtliche Songs bereits auf einer der Alben drauf? Natürlich. Aber was hat das mit den Single-Auskopplungen zu tun? Unverständnis auf der einen, blinder Fanatismus auf der anderen. War man zu einer logischen Analyse nicht mehr fähig? Natürlich nicht. In diesem Stadium ist die Abhängigkeit schon so weit fortgeschritten, dass dies eigentlich auch gar nicht mehr interessiert.

Einige Stadien des schleichenden Prozesses später war ein Halten kaum mehr möglich, die Europa-Tourdaten wurden bekannt gegeben! Halleluja. Doch Stop! Eine schwere Gewissensfrage drängte sich arglistig durch den Hintereingang, um dann völlig überraschend mitten im Raum zu stehen: Werde ich EIN Konzert besuchen, ZWEI oder gar …. auch noch die Auslandstermine wahrnehmen? Und … möchte ich nur ein kleiner Fan inmitten der Massen stehen oder sitzen oder gebe ich der Sucht nach, mir etwas zu gönnen, mir also die Tickets (noch unschlüssig der Anzahl) zu vergolden? Und, wenn ja, werde ich das ganz allein für mich tun oder gebe ich möglicherweise dem leidlichen Gruppenzwang nach, was viele haben, muss ich auch haben? Damit ich dabei war, mitreden kann?

Von einigen wenigen weiß ich, dass es tatsächlich darum geht, sich etwas Besonderes zu gönnen, vielleicht bei einem Meet & Greet der Wahrheit ein klitzekleines Stückchen näher zu kommen, einmal die tatsächliche Nähe des Favourites zu spüren und natürlich auch die anderen Vorzüge einer VIP-Karte (sofern die Organisation derselbigen dies zulässt). Karten ganz vorne, mittendrin statt nur dabei. Sofern es Geldbeutel, das reale Umfeld und der soweit wie eben noch vorhandene gesunde Menschenverstand es zulassen: Do it, enjoy it – but please stay down to earth (das allerdings im übertragenen Sinn, denn so manch einer setzt sich gar in den Flieger, um ans Ziel seiner Blockhead-Träume zu gelangen).

Manchmal ertappe ich mich dabei, mit zweierlei Maß zu messen. Da ist die eine Seite, die unser aller Sucht auslebt, mit scheinbar allen Sinnen und vor allem mit vollem Herzen dabei ist und es einfach durchzieht. Für sich selbst. Und es scheint gut zu sein. Doch dann überkommt es mich andererseits, dass ich, wenn ich z.B. höre, dass amerikanische Fans ebenfalls bei den Europagigs zu finden waren, selbstverständlich mit *-Tickets, dass ich denke: Wie weit sind einige bereit, zu gehen? Und das in diesem Fall wortwörtlich. Muss man auf der angebotenen Kreuzfahrt dabei sein, um der wahre Blockhead zu sein? Wo hört die „angemessene“ Suchtbefriedigung auf und wo fängt der übertriebene Fanatismus an?

Ich weiß nicht, was in den Köpfen anderer Fans herumspukt. Gibt es tatsächlich eine Sucht, wie wenn man körperlich von Alkohol, Drogen oder was auch immer abhängig ist? Wollen oder können manche vor lauter Fansein die Alternativen, die das wahre Leben bietet, gar nicht mehr sehen?

Das ist nun ziemlich hoch gegriffen, doch das ist Mittel zum Zweck. Als Blockhead erster Stunde bin ich mir sehr wohl bewusst, wie einem die Hingabe die wahre Sicht auf manche Dinge vernebeln kann. Temporärer Realitätsverlust, Tagträumereien, möglicherweise verpasste Chancen, was das Zwischenmenschliche mit realen Mitmenschen angeht, von schulischen Schlechtleistungen nicht zu sprechen. Damals. Und ich danke heute noch Gott dafür, dass ich nur eine arme kleine Schülerin war, die sich nichts weiter als zwei Konzerte leisten konnte. Die Träumereien waren erfreulicherweise umsonst.

Womöglich betrachte ich deswegen das eine oder andere relativ nüchtern ob des Bewusstseins, worum es uns allen geht. Die Liebe – und das Wort ist an dieser Stelle ganz bewusst gewählt – zu einer Band, zu einer Bewegung die diese wieder ausgelöst hat und das unglaublich gute Gefühl, das es uns beschert hat. Und nein, ich maße mir nicht an, über Dinge, die ich „von innen“ noch nie erlebt habe, also ein Meet & Greet mitzumachen, zu urteilen. Aber wo bleibt mir dann der Platz zum Philosophieren? Wenn nun eben das MEINE Art ist, dem realen Leben de vez en cuando zu entfliehen und bezüglich Sinn und Unsinn des Blockhead-Daseins meine Phantasie zu behelligen und dies niederzuschreiben? Taten für sich sprechen lassen kann jeder. Philosophia wandelt eben auf anderen Pfaden. Die sind möglicherweise noch nicht so niedergetrampelt …

Aber, das Leben ist wahrlich kein Ponyhof, deswegen:

Let’s pimp our lives!
Mit NKOTB!

Die Dosierung und Art und Weise der Auslebung sei aber jedem selbst überlassen.

Samstag, 21. Februar 2009

IloveAllAccess? No, I love NKOTB (Part 2)

Jemand musste Philosophia verleumdet haben, denn ohne dass sie etwas Böses getan hätte, wurde sie eines Morgens verhaftet, in Ketten gelegt, als lausige Fänin denunziert und zu lebenslanger Kerkerhaft im NKOTB-Mikrokosmos verurteilt. Und das alles selbst auferlegt. Was war geschehen? Nun, so dramatisch es klingt, so unbedarft die vermeintliche Erklärung. Seit Backfischgedenken ein Blockhead, zu jeder Zeit 100 % hinter allem und jedem gestanden, was die geliebte Boy-/Manband von sich gegeben hatte - ob nun gerechtfertigt oder nicht – gekämpft wie eine Löwin, wenn es darum ging, NKOTB vor den Nichtinfizierten (sollten wir sie Nuggels nennen?!) zu verteidigen, um das ein oder andere Mal hocherhobenen Hauptes von Dannen zu ziehen, ohne jedoch einen nennenswerten Erfolg verbucht zu haben, wenn es um eine mögliche Bekehrung derselben zu Blockheads ging. Lange Rede, kurzer Sinn: Es gab schlichtweg nichts, was einer möglichen Kritik von außen Stand gehalten hätte. Nein, alles, was von NKOTB kam, war toll, anbetungswürdig und erhaben über sämtliche Zweifel und Skeptiker.

Doch, ist es einem wahren Fan (hoppla - da waren sie wieder, meine drei Probleme…) erlaubt, auch mal kritisch zu sein? Ist es möglich, nach der ersten Euphorie, die das Comeback selbstredend mit sich brachte, auch möglicherweise die eine oder andere Sache etwas differenzierter zu betrachten? Darf man in reiferem Alter auch anspruchsvoller sein, als in jungen, hormonell überdosierten Jahren?

Sicher. Der Virus ist zwar unkaputtbar, aber wie in einem vorherigen Beitrag bereits erwähnt, lässt er bisweilen einige Gehirnzellen im Urzustand – eine objektive, eigenständige Meinung ist also tatsächlich noch möglich. Doch, was um alles in der Welt könnte es wohl sein, dass mir die vernebelte Sicht ver-/geklärt hat, mich einige Zentimeter wieder näher dem Erdboden gebracht und mich temporär von meiner geliebten Wolke 7 hat abgleiten lassen?

Nennen wir es Marketing, Business oder Cashflow. Es ist im Zeitalter des Internets nun mal so, dass Musiker allein von ihren CD-Verkäufen nicht mehr leben können bzw. wollen. Es wird getourt und versucht, Merchandiseprodukte unter die Fanbase zu bringen. So gehen Metallica, die Kastelruther Spatzen und eben auch NKOTB vor. Aber das scheint heutzutage nicht mehr genug zu sein. Neue Ideen braucht ein Management. Man nehme die Träume meist weiblicher Fans, packe die professionell eingestellten Künstler dazu, organisiere ein Programm, das nach Vorzugsbehandlung schmeckt und lasse sich dies entsprechend etwas kosten. Nun ja, den Fans zumindest. Gekaufte Facetime, Massen-Meet & Greets, 5-Sterne-Regen für jedermann.

Es hat für mich persönlich einen seltsamen Beigeschmack, dafür zu bezahlen, „nur“ damit ich jemandem kurz die Hand gebe, Hallo sage und um auf einem Gruppenbild, von denen es zwischenzeitlich einige Hundert geben dürfte, verewigt zu sein (von meinen erwähnten leicht paranoiden Kleinmädchenängsten, meine selbstgestrickten NKOTB-Personalities zu verlieren mal ganz abgesehen). Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob es einem der finanzielle Aufwand wert ist. Doch war es in einigen Fällen auch so, dass das für die ‚Sterntaler’ zugesagten Leistungen nicht wirklich erbracht wurden, wenn ich hier z.B. an die unprofessionelle Durchführung der Meet & Greets in Frankfurt denke (die persönlichen Glücksmomente jedes einzelnen waren hoffentlich trotzdem vorhanden). Um dann am Ende noch viel länger als angekündigt auf ein Bild im Internet zu warten, über dessen Qualität man nicht mal streiten kann. Aber wenn ich dann noch sehe, dass sich viele Fans nicht nur ein Meet & Greet gönnen, sondern dies gleich mehrfach, dann ist es wohl an der Zeit, mich wieder eine lausige Fänin zu schimpfen oder doch mit mir selbst im Reinen zu sein und zu denken: Ok, sie sind die „größeren“ Fans, sie nehmen mit, was sie kriegen können, sie investieren einfach mehr in ihre Fanliebe als meiner einer. Sie haben etwas, was du nicht hast, aber … fehlt es dir?! Ich fürchte nein. Let’s get this! Aber zu MEINEN Bedingungen …

Eine Seefahrt, die ist lustig … und eine Seefahrt mit New Kids on the Block ist dann wohl der Inbegriff von Perfektion. Sommer, Sonne, Urlaub, ein Luxusdampfer und dann ist da auch noch meine Lieblingsband an Bord. Was kann es Schöneres geben. Und ja, es wird bestimmt so sein, dass man den ganzen Tag mit den Männern unser aller Träume am Pool chillt, Cocktails trinkt und die Seele baumeln lässt …

Es liegt mir fern, jemandem irgendetwas vermiesen zu wollen oder die Vorgehensweise einer Band, die mir sehr am Herzen liegt (auch wenn dies nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen ist), zu diskreditieren. Nein, wozu auch. Nur meine eigene kleine, unbedeutende Meinung (die Folgen dessen sind im ersten Satz nachzulesen). Und aus Unternehmersicht (NKOTB "nur" als Band zu bezeichnen, wäre nun doch etwas vermessen) wäre es ja fast schon dumm, etwas nicht anzubieten, wenn es einem von den Fans geradezu aus den Händen gerissen wird. Die Nachfrage regelt das Angebot. Das war schon immer so und wird auch noch lange so sein. Und wenn diese Angebote heutzutage sich nun einmal als gekaufte Massen-Spezial-Momente-für-den-einzelnen-Fan darstellen, dann ist das einfach so. Man muss die Angebote ja nicht nutzen. Und dass die Männer, die unser aller Zeitmanagement so auf Trab gebracht haben, nicht mit dem Herzen dabei wären, bei dem was sie tun, das will ich ihnen beileibe nicht absprechen. Aber es sind nunmal auch einfach Profis in diesem Business.


Aber um zu einem versöhnlichen Abschluss zu kommen, darf der von mir seit Schulzeiten verhasste Kafka das erste und das letzte Wort haben: „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, schönes zu erkennen, wird nie alt werden“. Na gut, einen geistreichen Satz hat der Mann dann wohl doch noch von sich gegeben. Denn, wer sonst als die Blockhead-Gemeinde von einst und heute hat ganz richtig erkannt, dass eine Reunion, sei es nun die Ur-Reunion der Band, oder eben auch die Reinkarnation der Fanbase, eine derart gewaltiges Potenzial an Jugend – sei sie nun im Geiste oder rein körperlich zelebriert – inne hat.

Und ja, dieser letzte Absatz war gerade mal wieder ein ganz gewaltiges Stück Käse, das seinen Weg in die unendlichen Weiten des NKOTB-Mikrokosmosses gefunden hat …

ILoveAllAccess? No, I love NKOTB (Part 1)

ILoveAllAccess – where true fans get tickets … nun gut, dann scheine ich wohl kein wahrer Fan zu sein. Damit muss ich wohl lernen, umzugehen. Nein, ich hatte mir kein VIP-Ticket gekauft. Nur ein ganz einfaches, normales Ticket, das es mir erlaubte, ein Konzert auf einem mir zugewiesenen Platz erleben zu dürfen. Ich habe also nicht NKOTB vor dem Konzert persönlich getroffen, bin auf keinem Gruppenfoto zu sehen, einen Parkplatz musste ich mir auch selbst suchen und nein, ich habe auch nicht zu den Privilegierten gehören, die vor dem allgemeinen Einlass in die Halle dürfen. Mit hübschen Geschenken wurde ich auch nicht bedacht. Ich war eine Normalkartenbesitzerin und war ist gut so.
Es ist ja nicht so, dass man nicht darüber nachgedacht hätte. Im Gegenteil. Früher hätte ich wer weiß was dafür gegeben, für solch eine Möglichkeit. Hätte sie existiert, wäre ich wohl Wochen und Monate auf dem Flohmarkt gesessen und hätte mein letztes Hab und Gut verscherbelt, nur um es mir leisten zu können. Falls mich meine Eltern nicht vorher zu Hausarrest verdonnert hätten inklusive Taschengeldentzug – was ja nun wirklich absolut kontraproduktiv gewesen wäre – und mich als total bekloppt, unvernünftig und verantwortungslos bezichtigt hätten. Was mich in meinem pubertären Wahn wohl nicht von der Zielgeraden hätte abbringen können. Müßig, heute darüber nachzudenken. Eine Frage des Geldes ist es heute nicht mehr. Obgleich der Preis einer Very Important People-Daseinsberechtigung sehr hoch angesetzt ist. Sicher möchten hier einige daran verdienen. Ist ja nicht so, dass sich nur NKOTB davon einen Brilli mehr bei der nächsten Uhr leisten können.
Und was bekommt man dann tatsächlich dafür? Die oben erwähnten Zusagen? Sicher, es gibt einige Gründe, die dieses Ticket erstrebenswert machen. Aber eines ist klar, es geht einzig und allein darum, vielleicht das erste und einzige Mal NKOTB persönlich gegenüber zu stehen, vielleicht eine Umarmung des Favoriten zu bekommen, ein paar Worte zu wechseln. Einmal in Natura zu erleben, wie sich diese Menschen, die man glaubt zu kennen, weil man täglich bewegte oder unbewegte Bilder von ihnen betrachtet, Interviews hört und liest, tatsächlich in voller Lebensgröße vor einem stehen, reden, sich bewegen. Wird deren Gestik, Mimik und Körpersprache das vermitteln, was man sich schon immer ausgemalt hat? Werden sie freundlich lächeln, mir einen kurzen Augenblick ihres eigenen Lebens ihre Aufmerksamkeit schenken? Vielleicht ja, vielleicht wäre das so gelaufen und ich wäre überglücklich gewesen, diesen Menschen, die mich seit so vielen Jahren begleiten, ohne dass sie von meiner Existenz wissen, einmal zu zeigen: es gibt mich. Zu mehr hätte die Zeit wohl nicht gereicht.
Vielleicht hätte es mich aber auch unglaublich enttäuscht, wenn in diesem für mich so wichtigen Moment, einer der Jungs müde gewesen wäre, keine Kraft mehr zum Lächeln gehabt hätte, aus welchen Gründen auch immer nicht erreichbar für mich gewesen wäre. Oder das Bild eines jeden, das sich in meinem Kopf im Lauf der Zeit festgesetzt hat. MEIN Joe, Mein Jordan, MEIN Donnie, MEIN Danny und MEIN Jon. Natürlich kenne ich sie nicht wirklich, aber man hat sie sich irgendwie schon zusammen gestrickt. Wie man sie gerne hätte. Aus den Puzzelteilen, die man gesehen und gehört hat, komplettiert von der eigenen Phantasie. Und das ist der springende Punkt. MEINE Phantasie. Wenn ich vor den Jungs stehe, dann gibt es sie nicht mehr, dann wird sich die Realität dieses kurzen Moments für immer in meinen Verstand und mein Herz brennen und meine selbstgestricken NKOTB werden Geschichte sein.
Das soll nicht bedeuten, dass die Meet & Greet nicht Träume wahr werden lassen (abgesehen von einer wohl eher sub-optimalen Organisation derselben, zumindest dem Hören-Sagen nach in Frankfurt). Nein, ich wünsche und gönne es jedem, dass sich die Vorstellungen jedes einzelnen Fans mit VIP-Karten erfüllt haben. Dass man einen kurzen Moment der Nähe unser Idole erleben durfte und danach sagen kann: wie schön, dass ich das erfahren durfte.
Aber ich persönlich hatte und habe "Angst" davor, meine Illusionen der perfekten NKTOB zu verlieren. Und damit nicht nur das unglaubliche Erleben des derzeitigen Fankults und alles was damit zusammen hängt, sondern auch die Bilder meiner Jugend, meine selbst gebastelten Persönlichkeiten und meine Beziehung zu ihnen. Obwohl sie gar nicht wissen, dass ich existiere.
Und doch … ich denke schon, dass ich ein wahrer Fan bin.
... to be continued

NKNKOTB - New Kids NetworKing On The Blog

Das alltägliche Ritual: PC hochfahren, erwartungsvoll warten, bis eine Online-Verbindung steht, E-Mails checken, Browser öffnen und los geht’s. Eine Reihe von NKOTB-Foren und Homepages wollen schließlich auf Neuigkeiten abgearbeitet werden. Im Laufe der Zeit hat sich hierbei eine relativ fest gelegte Reihenfolge verinnerlicht. Man weiß ziemlich genau, auf welcher Seite man wirklich die neuesten Informationen bekommt, wo hauptsächlich geplaudert wird, wo man sich überwiegend dem sentimentalen Anschmachten und Austauschen von Liebesschwüren widmet und wo man die aktuellsten Bilder und Videos zu sehen bekommt. Alles verschiedene Seiten und doch trifft man sich doch fast überall wieder. Ein Post hier, ein kleiner Chat da, man kennt sich ja schließlich. Die Fanbase ist unwiederbringlich vernetzt. Oder sollte man sagen: sie ist gefangen im Netz? Aussteigen (fast) unmöglich?
Obwohl die Homebase – also die Mutter aller NKOTB-Seiten: http://www.nkotb.com – der Quell allen Ursprungs ist, so hat sich das Netz inzwischen über das ganz www ausgebreitet und noch weit darüber hinaus auf unzählige Heim-, Klapp- und ja, bestimmt sogar den einen oder anderen Geschäftscomputer. So ziemlich jedes Land dürfte inzwischen seine eigene ‚offizielle’ Homepage haben, bestehende Netzwerke wie MySpace wurden bedarfsgerecht nkotb-siert und in den verschiedenen Communities haben sich wie im wahren Leben Grüppchen, ja zum Teil sogar Freundschaften, gebildet. Wie im wahren Leben – ja, aber irgendwie gehört das Leben in NKOTB-World doch inzwischen zum „wahren“ Leben dazu, oder? Fans aller Herren Länder versammelt Euch – online! Where real life takes place.
Ja, so toll verdrahtet sind wir heutzutage in unserem geliebten Mikrokosmos. Doch, wie war das eigentlich früher? Nun, damals kauften wir fleißig eine bzw. diverse Jugendzeitschrift/en mit vielen bunten Bildern, der/denen wir heutzutage aus diversen Gründen nicht mehr sehr zugetan sind. Allerdings war es auch die einzige Möglichkeit, an Adressen von deutschen oder internationalen Fanclubs zu kommen und somit den Kontakt mit anderen Fans herzustellen. Hätte es damals jedoch bereits die technischen Raffinessen der heutigen Zeit gegeben - die sich im Fanwahn befindlichen Teenies hätten die Massen an Input wohl gar nicht verkraftet.
Als ich vor drei Wochen am Konzerttag meine raumgreifende, angestaubte, aber deswegen nicht minder wohl gehütete NKOTB-Kiste aus alten Zeiten hervorkramte, um mich auf die erste Show seit 15 Jahren einzustimmen und natürlich auch aus Nostalgiegründen, quollen mir geschätzte 20 kg Zeitungsausschnitte, Poster, Sticker, Merchandising, alte Konzerttickets mitsamt der damals benutzen Zug- und S-Bahnfahrkarten entgegen. Trotz ungläubiger Blicken auf das, was mir hier gefühlte Jahrzehnte später wieder unter die Augen kam, riefen diese Dinge zum einen großes Gelächter, aber auch einen gewaltigen Erinnerungsflash hervor. Denn ich weiß heute noch ziemlich genau, woher jeder einzelne Schnipsel dieser Sammlung stammt. Ein Jammer, dass mir dies nie mit Vokabeln oder mathematischen Formeln gelingen wollte.
Als Relikte dieser Dekade fanden sich ebenfalls mehrere Umschläge aus den USA wieder, die ich zunächst nicht einordnen konnte. Nach Öffnen des ersten jedoch war auch diese Erinnerungslücke wieder geschlossen. Ich hatte – was man als absolut nicht lausige Fänin nun einfach tun musste – an den einen (?) amerikanischen Fanclub geschrieben, um einerseits wertvolles Merchandising zu erwerben und andererseits, um eine Mitgliedschaft im hochheiligen Club zu erwirken. Die Bestellung ging nach einigen Schwierigkeiten, die Begleichung der Rechnung im internationalen Bankverkehr betreffend, über die Bühne, eine Mitgliedschaft im Fanclub jedoch sollte mir verwehrt bleiben, aus Gründen, die sich mir heute auch nicht mehr wirklich erschließen. Aber – das Absageschreiben war immerhin von einer Knight-Schwester (original!) unterschrieben (der/ein Fanclub wurde wohl zeitweise von Familienmitgliedern geleitet) – schon allein dies war ein Grund, das Stück Papier im übertragenen Sinn auf Samt zu betten und zu huldigen.
Ein Schriftwechsel in die USA dauert damals ca. 4-5 Wochen – mit kostspieliger Luftpostbeförderung versteht sich. Und heute – ist alles nur ein „Click“ away. Kontakt mit anderen Blockheads, Abrufen der letzten Neuigkeiten, die Befriedigung des eigenen Mitteilungsbedürfnisses – alles eine Frage der Maus, mit der wir uns durch das Labyrinth des NKOTB-Netzwerkes klicken. Ab und zu findet man ein Stück Käse am Wegesrand, das im Eifer des Fanseins von sich gegeben wurde. Auch wird man vereinzelt Zeuge von Emotionen in diversen Schattierungen, die ihren Weg über die Tastatur ins Netz gefunden haben. Man kann viel finden in den oft selbst gestrickten Maschen von NKOTB-World. Man muss nur die Augen danach offen halten und den vorgeklickten Pfaden folgen …
In diesem Zusammenhang erscheint es mir doch mehr als treffend, dass lt. diverser Aussagen unserer Manband „ClickClickClick“ der Song war, der alles wieder ins Rollen gebracht hat …

Donnerstag, 19. Februar 2009

Ja - und nun?!

Gut zwei Wochen ist es nun her, das grandiose Welcome-back-in-Germany-Konzert von NKOTB. Sie kamen, sahen, siegten. Die Buttons und die Pins sind wieder eingepackt, die Erinnerungen an einen überwältigenden Abend haben sich in Herz und Hirn eingebrannt bzw. sind z.T. auf YouTube zu bewundern. Es soll sogar Fans geben, die sich als Erinnerung ein eigenes Konzertvideo gebastelt haben. Wurde mir zumindest zugetragen. Schöne Idee eigentlich, auch wenn es das Live-Erlebnis nur bedingt zurück bringt.
Ja, und nun?! Worauf soll sich der gemeine Blockhead denn nun seelisch, moralisch, psychisch und ganz pragmatisch freuen? Auf welchen Zeitpunkt kann frau derzeit hinfiebern, Pläne schmieden, verwerfen, neu auflegen, um den Tag der Tage dann doch ganz anders zu erleben, wie vorgestellt? Wie sieht die Timeline für die kommenden Wochen und Monate aus? Wird es wieder einen Tag X geben, auf den sich sämtliche Konzentration gebündelt fokussieren wird und der andere, vermeintlich wichtigere Dinge in den Hintergrund rücken lassen wird, um dann at the end of the day dann um einen aufgestauten Knoten voller Vorfreude, der sich in unermessliche Erleichterung aufgelöst hat, ärmer, in den Sonnenuntergang zu reiten? Und wie lange noch wird frau vom Erlebten zehren können? Fragen über Fragen, über die ein Nicht-Insider nur mehr als verwundert den Kopf schütteln wird. Da hatten wir doch nun das ultimative, lange herbeigesehnte Konzert, unsere Kapelle leibhaftig zu Gesicht bekommen und es war dazu hin noch ein mehr als erfolgreicher und emotionsgeladener Abend und trotzdem macht sich bereits jetzt die Melancholie breit?!
Ja, sicher, die Tour geht weiter. Zunächst wieder in den USA. Ein Auslandskonzert zu besuchen kommt für mich persönlich allerdings nicht in Frage. Aus diversen Gründen, die hier nicht zur Debatte stehen.
Aber nein, zu begreifen ist das wahrlich nicht. Es ist vorbei, es war atemberaubend, ich will es wieder haben und doch nicht. Es könnte mir ja unter ganz widrigen Umständen das versauen, was mir an am Konzertabend gegeben wurde. Es würde nicht dasselbe sein, es kurzfristig nochmals zu erleben. Ob es nun besser oder schlechter oder einfach nur anders oder womöglich auch relativ ähnlich verlaufen würde. Das Erlebte würde einfach der EINMALIGKEIT – im wahrsten Sinne des Wortes sowie im übertragenen – der Sache beraubt. Man sollte meinen, man könnte nie genug Live-Erlebnis, Facetime oder ganz einfach nur virtuellen Input bekommen. Aber nein, da muss frau schon wieder ins Grübeln kommen.
Verstehe einer einen Blockhead.
Warum ich und meine Freundin nicht? Wieso wurde nur ich infiziert, wo wir doch über weite Strecken einen sehr ähnlichen Lebensweg hatten? Warum kann sie mit New Kids on the Block so gar nichts anfangen, während ich mit 15 Jahren so verrückt nach der Band war, wie man nur sein kann. Rückblickend muss man ja sagen, Gott sei Dank gab es das Internet damals noch nicht - auch wenn wir heute gerne mal sagen, „ach hätte es das damals schon gegeben“. Und glücklicherweise verfügte man als Teenie nun mal nicht über die nötigen finanziellen Ressourcen, um größere Eskapaden wie dem Nachreisen der Band, dem Besuch von sämtlichen Konzerten, die mit jedweden Verkehrsmitteln zu erreichen waren sowie das Einchecken in dieselben kostspieligen Hotels in voller Inbrunst auszuleben. Ja, man muss es doch betonen, Gott sei Dank ging das früher noch nicht.
Heutzutage hätte man wohl eventuell das nötige Kleingeld, um zumindest im Ansatz zum Stalker zu mutieren, aber in der Zwischenzeit schleicht sich bereits beim ersten Gedanken an eine potenzielle Möglichkeit, nur einen Bruchteil der genannten Übermutsaktionen ins gedankliche Auge zu fassen, etwas an einen heran, bauscht sich zum übermächtigen Endgegner auf, um dann mit einem „Hallo?!“ auf die Finger klopfend sich breitbeinig vor einem aufzustellen, bis man kapitulierend einsieht, dass es tatsächlich total bescheuert wäre. Der Name des Übeltäters: die Realität. Ja, sie kann grausam sein, doch, ja, ein paar Gehirnzellen haben wohl doch überlebt und produzieren nun in größter Stückzahl Antikörper gegen das um sich greifende NKOTB-Virus. Sie wird ihn nicht vernichten – aber sie hat uns glücklicherweise doch noch so weit im Griff, dass wir wohl den einen oder anderen Blödsinn anstellen werden, aber nicht ins totale Verderben rennen werden. So der Plan.
Doch zurück zu meiner Freundin. Sie ist ganze 4 Tage älter als ich – an der größeren Lebenserfahrung kann es also nicht liegen. Sie wohnte zwei Häuser weiter – also fällt auch das Argument Herkunft aus. Wir gingen in den gleichen Kindergarten, dieselbe Grundschule, gleiches Gymnasium. Gut, sie war schon immer so etwas, was man hinlänglich eine Streberin nennt. Oder vielmehr jemand, dem das Lernen leicht fiel und eine Eins nach der anderen mit nach Hause brachte. Trotzdem waren wir ansonsten unzertrennlich und teilten viele Interessen. Als ich zum ersten Mal das Video von „The Right Stuff“ sah, selbstredend sofort in einen komatösen Zustand fiel, um nach erfolgreich durchgeführter Blockhead-Gehirnwäsche für alle Zeiten geläutert zu sein, diese große Erfahrung am nächsten Tag enthusiastisch von mir gab, in den höchsten Tönen schwärmend, wild gestikulierend meinen Emotionen freien Lauf lies. Der Erfolg war bahnbrechend: „Aha“.
Der Anfang vom Ende? Wie konnte sie mich, die gerade eine überirdische, mich umkrempelnde Erfahrung gemacht hatte, dermaßen einbremsen? Wollte oder konnte sie es nicht verstehen? Hat sie aus diesem Grund später Psychologie studiert, um Menschen wie mich zu verstehen, zu unterstützen, ja, gar zur therapieren? Warum ich und sie nicht?!? Wir werden es wohl nie erfahren, wen es warum und in welchem Ausmaß trifft und wen nicht. Die Theorie des genetischen Codes habe ich im Übrigen wieder verworfen. So wichtig sind wir nun doch nicht, dass sich eine höhere Macht eine so komplexe Vorgehensweise ausdenken würde. Doch womöglich könnte man die Darwin'sche 'natürlichen Auslese' ansatzweise in die Analyse des Auswahlprozesses mit einbeziehen? Nun ja, das führt nun wohl doch etwas zu weit.
Mit meiner Freundin verstehe ich mich übrigens nach wie vor sehr gut. Aber über New Kids on the Block konnten wir uns zu keinem Zeitpunkt im Leben sinnvoll unterhalten. Macht ja nix. Es gibt ja tatsächlich noch andere Themen, über die man sich austauschen kann. Klingt komisch, ist aber so.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Es gibt Dinge im Leben, deren Erklärung so simpel wie unmöglich ist. So derzeit geschehen mit der wiedervereinigten Combo New Kids on the Block (NKOTB). Da ich davon ausgehe, dass ausschließlich Fans der genannten Band den Weg hierher gefunden haben, verzichte ich auf Einzelheiten, die Band, deren Entstehen und die eben genannte Reunion betreffend. Fünf inzwischen mehr oder weniger gestandene Männer erklimmen wieder die Bühnen dieser Welt und die holde Weiblichkeit erstarrt in genau derselben Hysterie, für die sie in früheren Tagen berühmt und gefürchtet war. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die heute ebenfalls mehr oder weniger gestandenen Frauen offensichtlich den Verstand verloren zu haben scheinen. Denn wie erklärt es sich sonst, dass Frauen, die augenscheinlich mitten im Leben stehen, einem soliden Beruf nachgehen, Ehemänner und Kinder haben und doch, wie scheinbar aus dem Nichts, wieder dem selben Schema Boyband-Fan verfallen? Ist es ein genetischer Code, der – von wem auch immer- nach Bedarf aktiviert werden kann? Ist es ein Phänomen der Neuzeit, das uns nach Ausflüchten aus dem alltäglichen Einerlei suchen lässt und sie uns in schwärmerischen Liebhabereien finden lässt? Wieso sind wir auf einmal dermaßen kreativ, wenn es um die Neukreation von Worten gehen („Jonverts“, um nur ein Beispiel zu nennen), aber wenn es um den einfachen Text einer Glückwunschkarte geht, die verzweifelte Ideenlosigkeit doch meist die Oberhand gewinnt? Und wie ist es möglich, dass die täglich anfallenden Arbeiten in dem nun zwangsläufig vorhandenen eigenen Domizil in einer halben Stunde erledigt werden können (was früher Stunden gedauert hat), nur um schnellstmöglich wieder im Paradies der unendlichen Weiten in Form diverser Foren, dem ein oder anderen Chatroom oder anderer Communities zum Austausch mit Mitinfizierten zu versinken? Und warum zum Henker bin ich nicht schon früher auf den Trick mit dem perfekten Zeitmanagement hinsichtlich hauswirtschaftlichen Pflichten gekommen?!

Introduction

An anderer Stelle im www das Licht der Welt erblickt, zwischenzeitlich gereift und "erwachsen" geworden, hat dieser Blog nun endlich ein eigenes Zuhause bekommen. Die geschätzte Leserschaft, die Philosophia und ihr tiefschürfendes Gedankengut bereits kennen gelernt haben, treffen womöglich auf das eine oder andere bereits bekannte Thema, aber um sich NKOTB allumfassend zu widmen, bedarf es einer Betrachtung sämtlicher Facetten, die der Menschheit zum Teil schon aufs wohlgesonnene Auge gedrückt wurden. Um diese aber allen Lesern zugänglich zu machen und ein Gesamtbild zu erhalten - das selbstredend nie vollendet werden wird - sollten die Grundlagen ein erneutes Existensrecht hier im eigenen, handgemachten Blog erhalten ...

Worum geht es hier überhaupt, fragt sich nun der eine oder andere Leser? Diese Frage ist durchaus berechtigt. Allerdings lässt sie sich nicht in einem Satz beantworten. Hierzu wäre die Verfasserin schon aus jenen Gründen, die sie diesen Blog haben eröffnen lassen, nicht imstande. Wer nun aber erfahren möchte, warum und wieso diese Worte niedergeschrieben wurden, wie dramatische Momente des Lebens als Fan einer ehemaligen Boyband jäh ihre Daseinsberechtigung verwirken, indem sie zur Nichtigkeit werden, ob das Leben im Mikrokosmos NKOTB nun Sinn macht – oder eben nicht – dann möchte die Verfasserin die emotionalen Ergüsse ihrer denk- ja womöglich merkwürdigen Blockheadgesinnung jenen ans Herz legen, die schon immer wissen wollten … WARUM. Wer sich auf das Experiment einlassen möchte, der sei herzlich eingeladen, diesem Blog, dessen schiere Dramatik bisweilen ad absurdum geführt wird - was allerdings schlicht und ergreifend in der Natur der Sache liegt - eine Chance zu geben...
... to be started very soon!