Samstag, 21. Februar 2009

ILoveAllAccess? No, I love NKOTB (Part 1)

ILoveAllAccess – where true fans get tickets … nun gut, dann scheine ich wohl kein wahrer Fan zu sein. Damit muss ich wohl lernen, umzugehen. Nein, ich hatte mir kein VIP-Ticket gekauft. Nur ein ganz einfaches, normales Ticket, das es mir erlaubte, ein Konzert auf einem mir zugewiesenen Platz erleben zu dürfen. Ich habe also nicht NKOTB vor dem Konzert persönlich getroffen, bin auf keinem Gruppenfoto zu sehen, einen Parkplatz musste ich mir auch selbst suchen und nein, ich habe auch nicht zu den Privilegierten gehören, die vor dem allgemeinen Einlass in die Halle dürfen. Mit hübschen Geschenken wurde ich auch nicht bedacht. Ich war eine Normalkartenbesitzerin und war ist gut so.
Es ist ja nicht so, dass man nicht darüber nachgedacht hätte. Im Gegenteil. Früher hätte ich wer weiß was dafür gegeben, für solch eine Möglichkeit. Hätte sie existiert, wäre ich wohl Wochen und Monate auf dem Flohmarkt gesessen und hätte mein letztes Hab und Gut verscherbelt, nur um es mir leisten zu können. Falls mich meine Eltern nicht vorher zu Hausarrest verdonnert hätten inklusive Taschengeldentzug – was ja nun wirklich absolut kontraproduktiv gewesen wäre – und mich als total bekloppt, unvernünftig und verantwortungslos bezichtigt hätten. Was mich in meinem pubertären Wahn wohl nicht von der Zielgeraden hätte abbringen können. Müßig, heute darüber nachzudenken. Eine Frage des Geldes ist es heute nicht mehr. Obgleich der Preis einer Very Important People-Daseinsberechtigung sehr hoch angesetzt ist. Sicher möchten hier einige daran verdienen. Ist ja nicht so, dass sich nur NKOTB davon einen Brilli mehr bei der nächsten Uhr leisten können.
Und was bekommt man dann tatsächlich dafür? Die oben erwähnten Zusagen? Sicher, es gibt einige Gründe, die dieses Ticket erstrebenswert machen. Aber eines ist klar, es geht einzig und allein darum, vielleicht das erste und einzige Mal NKOTB persönlich gegenüber zu stehen, vielleicht eine Umarmung des Favoriten zu bekommen, ein paar Worte zu wechseln. Einmal in Natura zu erleben, wie sich diese Menschen, die man glaubt zu kennen, weil man täglich bewegte oder unbewegte Bilder von ihnen betrachtet, Interviews hört und liest, tatsächlich in voller Lebensgröße vor einem stehen, reden, sich bewegen. Wird deren Gestik, Mimik und Körpersprache das vermitteln, was man sich schon immer ausgemalt hat? Werden sie freundlich lächeln, mir einen kurzen Augenblick ihres eigenen Lebens ihre Aufmerksamkeit schenken? Vielleicht ja, vielleicht wäre das so gelaufen und ich wäre überglücklich gewesen, diesen Menschen, die mich seit so vielen Jahren begleiten, ohne dass sie von meiner Existenz wissen, einmal zu zeigen: es gibt mich. Zu mehr hätte die Zeit wohl nicht gereicht.
Vielleicht hätte es mich aber auch unglaublich enttäuscht, wenn in diesem für mich so wichtigen Moment, einer der Jungs müde gewesen wäre, keine Kraft mehr zum Lächeln gehabt hätte, aus welchen Gründen auch immer nicht erreichbar für mich gewesen wäre. Oder das Bild eines jeden, das sich in meinem Kopf im Lauf der Zeit festgesetzt hat. MEIN Joe, Mein Jordan, MEIN Donnie, MEIN Danny und MEIN Jon. Natürlich kenne ich sie nicht wirklich, aber man hat sie sich irgendwie schon zusammen gestrickt. Wie man sie gerne hätte. Aus den Puzzelteilen, die man gesehen und gehört hat, komplettiert von der eigenen Phantasie. Und das ist der springende Punkt. MEINE Phantasie. Wenn ich vor den Jungs stehe, dann gibt es sie nicht mehr, dann wird sich die Realität dieses kurzen Moments für immer in meinen Verstand und mein Herz brennen und meine selbstgestricken NKOTB werden Geschichte sein.
Das soll nicht bedeuten, dass die Meet & Greet nicht Träume wahr werden lassen (abgesehen von einer wohl eher sub-optimalen Organisation derselben, zumindest dem Hören-Sagen nach in Frankfurt). Nein, ich wünsche und gönne es jedem, dass sich die Vorstellungen jedes einzelnen Fans mit VIP-Karten erfüllt haben. Dass man einen kurzen Moment der Nähe unser Idole erleben durfte und danach sagen kann: wie schön, dass ich das erfahren durfte.
Aber ich persönlich hatte und habe "Angst" davor, meine Illusionen der perfekten NKTOB zu verlieren. Und damit nicht nur das unglaubliche Erleben des derzeitigen Fankults und alles was damit zusammen hängt, sondern auch die Bilder meiner Jugend, meine selbst gebastelten Persönlichkeiten und meine Beziehung zu ihnen. Obwohl sie gar nicht wissen, dass ich existiere.
Und doch … ich denke schon, dass ich ein wahrer Fan bin.
... to be continued

2 Kommentare:

  1. Wickedly yours...;)
    du bist ein wahrer fan. ohne das lausige. ich darf es mittlerweile auch sein. aber ich habe so viel nachzuholen...

    und daher: ja ich tue es wieder. ich bin so gerne plemplem. mit sternen dran. ich mache das, was man von mir nicht erwartet. mit vorliebe. geht nicht gibts nicht. jeder tag sollte 5 sterne haben,wenigstens für ein paar minuten.

    achtung, hier kommt ein brett....

    :-xox

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  2. wahre fans....
    kommen in so vielen formen.
    jedeR wie er mag, wie sie kann.

    ich schlage gerne über die stränge.
    tue was man mir vielleicht erst nicht zutraut. hänge sterne an alles, wenn es geht.

    plemmplemm? aber gerne doch!
    dafür ist das leben doch da.

    schon wieder am sterne-ausschneiden:

    Wickedly yours

    ;)

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