Jemand musste Philosophia verleumdet haben, denn ohne dass sie etwas Böses getan hätte, wurde sie eines Morgens verhaftet, in Ketten gelegt, als lausige Fänin denunziert und zu lebenslanger Kerkerhaft im NKOTB-Mikrokosmos verurteilt. Und das alles selbst auferlegt. Was war geschehen? Nun, so dramatisch es klingt, so unbedarft die vermeintliche Erklärung. Seit Backfischgedenken ein Blockhead, zu jeder Zeit 100 % hinter allem und jedem gestanden, was die geliebte Boy-/Manband von sich gegeben hatte - ob nun gerechtfertigt oder nicht – gekämpft wie eine Löwin, wenn es darum ging, NKOTB vor den Nichtinfizierten (sollten wir sie Nuggels nennen?!) zu verteidigen, um das ein oder andere Mal hocherhobenen Hauptes von Dannen zu ziehen, ohne jedoch einen nennenswerten Erfolg verbucht zu haben, wenn es um eine mögliche Bekehrung derselben zu Blockheads ging. Lange Rede, kurzer Sinn: Es gab schlichtweg nichts, was einer möglichen Kritik von außen Stand gehalten hätte. Nein, alles, was von NKOTB kam, war toll, anbetungswürdig und erhaben über sämtliche Zweifel und Skeptiker.
Doch, ist es einem wahren Fan (hoppla - da waren sie wieder, meine drei Probleme…) erlaubt, auch mal kritisch zu sein? Ist es möglich, nach der ersten Euphorie, die das Comeback selbstredend mit sich brachte, auch möglicherweise die eine oder andere Sache etwas differenzierter zu betrachten? Darf man in reiferem Alter auch anspruchsvoller sein, als in jungen, hormonell überdosierten Jahren?
Sicher. Der Virus ist zwar unkaputtbar, aber wie in einem vorherigen Beitrag bereits erwähnt, lässt er bisweilen einige Gehirnzellen im Urzustand – eine objektive, eigenständige Meinung ist also tatsächlich noch möglich. Doch, was um alles in der Welt könnte es wohl sein, dass mir die vernebelte Sicht ver-/geklärt hat, mich einige Zentimeter wieder näher dem Erdboden gebracht und mich temporär von meiner geliebten Wolke 7 hat abgleiten lassen?
Nennen wir es Marketing, Business oder Cashflow. Es ist im Zeitalter des Internets nun mal so, dass Musiker allein von ihren CD-Verkäufen nicht mehr leben können bzw. wollen. Es wird getourt und versucht, Merchandiseprodukte unter die Fanbase zu bringen. So gehen Metallica, die Kastelruther Spatzen und eben auch NKOTB vor. Aber das scheint heutzutage nicht mehr genug zu sein. Neue Ideen braucht ein Management. Man nehme die Träume meist weiblicher Fans, packe die professionell eingestellten Künstler dazu, organisiere ein Programm, das nach Vorzugsbehandlung schmeckt und lasse sich dies entsprechend etwas kosten. Nun ja, den Fans zumindest. Gekaufte Facetime, Massen-Meet & Greets, 5-Sterne-Regen für jedermann.
Es hat für mich persönlich einen seltsamen Beigeschmack, dafür zu bezahlen, „nur“ damit ich jemandem kurz die Hand gebe, Hallo sage und um auf einem Gruppenbild, von denen es zwischenzeitlich einige Hundert geben dürfte, verewigt zu sein (von meinen erwähnten leicht paranoiden Kleinmädchenängsten, meine selbstgestrickten NKOTB-Personalities zu verlieren mal ganz abgesehen). Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob es einem der finanzielle Aufwand wert ist. Doch war es in einigen Fällen auch so, dass das für die ‚Sterntaler’ zugesagten Leistungen nicht wirklich erbracht wurden, wenn ich hier z.B. an die unprofessionelle Durchführung der Meet & Greets in Frankfurt denke (die persönlichen Glücksmomente jedes einzelnen waren hoffentlich trotzdem vorhanden). Um dann am Ende noch viel länger als angekündigt auf ein Bild im Internet zu warten, über dessen Qualität man nicht mal streiten kann. Aber wenn ich dann noch sehe, dass sich viele Fans nicht nur ein Meet & Greet gönnen, sondern dies gleich mehrfach, dann ist es wohl an der Zeit, mich wieder eine lausige Fänin zu schimpfen oder doch mit mir selbst im Reinen zu sein und zu denken: Ok, sie sind die „größeren“ Fans, sie nehmen mit, was sie kriegen können, sie investieren einfach mehr in ihre Fanliebe als meiner einer. Sie haben etwas, was du nicht hast, aber … fehlt es dir?! Ich fürchte nein. Let’s get this! Aber zu MEINEN Bedingungen …
Eine Seefahrt, die ist lustig … und eine Seefahrt mit New Kids on the Block ist dann wohl der Inbegriff von Perfektion. Sommer, Sonne, Urlaub, ein Luxusdampfer und dann ist da auch noch meine Lieblingsband an Bord. Was kann es Schöneres geben. Und ja, es wird bestimmt so sein, dass man den ganzen Tag mit den Männern unser aller Träume am Pool chillt, Cocktails trinkt und die Seele baumeln lässt …
Es liegt mir fern, jemandem irgendetwas vermiesen zu wollen oder die Vorgehensweise einer Band, die mir sehr am Herzen liegt (auch wenn dies nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen ist), zu diskreditieren. Nein, wozu auch. Nur meine eigene kleine, unbedeutende Meinung (die Folgen dessen sind im ersten Satz nachzulesen). Und aus Unternehmersicht (NKOTB "nur" als Band zu bezeichnen, wäre nun doch etwas vermessen) wäre es ja fast schon dumm, etwas nicht anzubieten, wenn es einem von den Fans geradezu aus den Händen gerissen wird. Die Nachfrage regelt das Angebot. Das war schon immer so und wird auch noch lange so sein. Und wenn diese Angebote heutzutage sich nun einmal als gekaufte Massen-Spezial-Momente-für-den-einzelnen-Fan darstellen, dann ist das einfach so. Man muss die Angebote ja nicht nutzen. Und dass die Männer, die unser aller Zeitmanagement so auf Trab gebracht haben, nicht mit dem Herzen dabei wären, bei dem was sie tun, das will ich ihnen beileibe nicht absprechen. Aber es sind nunmal auch einfach Profis in diesem Business.
Aber um zu einem versöhnlichen Abschluss zu kommen, darf der von mir seit Schulzeiten verhasste Kafka das erste und das letzte Wort haben: „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, schönes zu erkennen, wird nie alt werden“. Na gut, einen geistreichen Satz hat der Mann dann wohl doch noch von sich gegeben. Denn, wer sonst als die Blockhead-Gemeinde von einst und heute hat ganz richtig erkannt, dass eine Reunion, sei es nun die Ur-Reunion der Band, oder eben auch die Reinkarnation der Fanbase, eine derart gewaltiges Potenzial an Jugend – sei sie nun im Geiste oder rein körperlich zelebriert – inne hat.
Und ja, dieser letzte Absatz war gerade mal wieder ein ganz gewaltiges Stück Käse, das seinen Weg in die unendlichen Weiten des NKOTB-Mikrokosmosses gefunden hat …
Doch, ist es einem wahren Fan (hoppla - da waren sie wieder, meine drei Probleme…) erlaubt, auch mal kritisch zu sein? Ist es möglich, nach der ersten Euphorie, die das Comeback selbstredend mit sich brachte, auch möglicherweise die eine oder andere Sache etwas differenzierter zu betrachten? Darf man in reiferem Alter auch anspruchsvoller sein, als in jungen, hormonell überdosierten Jahren?
Sicher. Der Virus ist zwar unkaputtbar, aber wie in einem vorherigen Beitrag bereits erwähnt, lässt er bisweilen einige Gehirnzellen im Urzustand – eine objektive, eigenständige Meinung ist also tatsächlich noch möglich. Doch, was um alles in der Welt könnte es wohl sein, dass mir die vernebelte Sicht ver-/geklärt hat, mich einige Zentimeter wieder näher dem Erdboden gebracht und mich temporär von meiner geliebten Wolke 7 hat abgleiten lassen?
Nennen wir es Marketing, Business oder Cashflow. Es ist im Zeitalter des Internets nun mal so, dass Musiker allein von ihren CD-Verkäufen nicht mehr leben können bzw. wollen. Es wird getourt und versucht, Merchandiseprodukte unter die Fanbase zu bringen. So gehen Metallica, die Kastelruther Spatzen und eben auch NKOTB vor. Aber das scheint heutzutage nicht mehr genug zu sein. Neue Ideen braucht ein Management. Man nehme die Träume meist weiblicher Fans, packe die professionell eingestellten Künstler dazu, organisiere ein Programm, das nach Vorzugsbehandlung schmeckt und lasse sich dies entsprechend etwas kosten. Nun ja, den Fans zumindest. Gekaufte Facetime, Massen-Meet & Greets, 5-Sterne-Regen für jedermann.
Es hat für mich persönlich einen seltsamen Beigeschmack, dafür zu bezahlen, „nur“ damit ich jemandem kurz die Hand gebe, Hallo sage und um auf einem Gruppenbild, von denen es zwischenzeitlich einige Hundert geben dürfte, verewigt zu sein (von meinen erwähnten leicht paranoiden Kleinmädchenängsten, meine selbstgestrickten NKOTB-Personalities zu verlieren mal ganz abgesehen). Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob es einem der finanzielle Aufwand wert ist. Doch war es in einigen Fällen auch so, dass das für die ‚Sterntaler’ zugesagten Leistungen nicht wirklich erbracht wurden, wenn ich hier z.B. an die unprofessionelle Durchführung der Meet & Greets in Frankfurt denke (die persönlichen Glücksmomente jedes einzelnen waren hoffentlich trotzdem vorhanden). Um dann am Ende noch viel länger als angekündigt auf ein Bild im Internet zu warten, über dessen Qualität man nicht mal streiten kann. Aber wenn ich dann noch sehe, dass sich viele Fans nicht nur ein Meet & Greet gönnen, sondern dies gleich mehrfach, dann ist es wohl an der Zeit, mich wieder eine lausige Fänin zu schimpfen oder doch mit mir selbst im Reinen zu sein und zu denken: Ok, sie sind die „größeren“ Fans, sie nehmen mit, was sie kriegen können, sie investieren einfach mehr in ihre Fanliebe als meiner einer. Sie haben etwas, was du nicht hast, aber … fehlt es dir?! Ich fürchte nein. Let’s get this! Aber zu MEINEN Bedingungen …
Eine Seefahrt, die ist lustig … und eine Seefahrt mit New Kids on the Block ist dann wohl der Inbegriff von Perfektion. Sommer, Sonne, Urlaub, ein Luxusdampfer und dann ist da auch noch meine Lieblingsband an Bord. Was kann es Schöneres geben. Und ja, es wird bestimmt so sein, dass man den ganzen Tag mit den Männern unser aller Träume am Pool chillt, Cocktails trinkt und die Seele baumeln lässt …
Es liegt mir fern, jemandem irgendetwas vermiesen zu wollen oder die Vorgehensweise einer Band, die mir sehr am Herzen liegt (auch wenn dies nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen ist), zu diskreditieren. Nein, wozu auch. Nur meine eigene kleine, unbedeutende Meinung (die Folgen dessen sind im ersten Satz nachzulesen). Und aus Unternehmersicht (NKOTB "nur" als Band zu bezeichnen, wäre nun doch etwas vermessen) wäre es ja fast schon dumm, etwas nicht anzubieten, wenn es einem von den Fans geradezu aus den Händen gerissen wird. Die Nachfrage regelt das Angebot. Das war schon immer so und wird auch noch lange so sein. Und wenn diese Angebote heutzutage sich nun einmal als gekaufte Massen-Spezial-Momente-für-den-einzelnen-Fan darstellen, dann ist das einfach so. Man muss die Angebote ja nicht nutzen. Und dass die Männer, die unser aller Zeitmanagement so auf Trab gebracht haben, nicht mit dem Herzen dabei wären, bei dem was sie tun, das will ich ihnen beileibe nicht absprechen. Aber es sind nunmal auch einfach Profis in diesem Business.
Aber um zu einem versöhnlichen Abschluss zu kommen, darf der von mir seit Schulzeiten verhasste Kafka das erste und das letzte Wort haben: „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, schönes zu erkennen, wird nie alt werden“. Na gut, einen geistreichen Satz hat der Mann dann wohl doch noch von sich gegeben. Denn, wer sonst als die Blockhead-Gemeinde von einst und heute hat ganz richtig erkannt, dass eine Reunion, sei es nun die Ur-Reunion der Band, oder eben auch die Reinkarnation der Fanbase, eine derart gewaltiges Potenzial an Jugend – sei sie nun im Geiste oder rein körperlich zelebriert – inne hat.
Und ja, dieser letzte Absatz war gerade mal wieder ein ganz gewaltiges Stück Käse, das seinen Weg in die unendlichen Weiten des NKOTB-Mikrokosmosses gefunden hat …
Hallo Philosophia,
AntwortenLöschenschön das es endlich einen eigenen Blog gibt. Du schreibst wunderbar und oft finde ich meine Gedanken wieder! DANKE
Hey,Du sprichst mir aus der Seele! Bei aller Liebe,das Ganze ist viel zu kommerziell.Merchandising,Kaffeefahrt/Cruise,Handyspielchen etc.pp.- das ist aus meiner Sicht fast unwürdig!
AntwortenLöschenLG