„Mein Name ist Uschi und ich bin NKOTB-abhängig, Heilung unerwünscht“. So oder so ähnlich wurde im ersten reanimierten NKOTB-Board auf .com gerne mal gepostet. Ein Running-Gag in den ersten Tagen und Wochen. Was aber anfangs noch recht amüsant anmutete, entwickelte sich schleichend aber sicher zur nackten Wahrheit. Viele Blockheads von früher sowie einige neu akquirierte versammelten sich auf dem bereits skizzierten, sich immer weiter verstrickenden NKOTB-Netz. Voller Enthusiasmus dem gegenüber, was da kommen könnte, wurde die alte Fanliebe aus den Tiefen der Erinnerungen herausgekramt, sich die alten Geschichten und Anekdoten wieder ins Gedächtnis zurückgeholt, die Leidenschaft, die einen schon damals gepackt und geschüttelt hatte, wieder zu neuem Leben erweckt. Und da waren wir nun alle wieder: die Blockheads, im unglaublich wahrsten Wortsinne.
Es wurde erstmalig gemeinsam hingefiebert auf die ersten greif- und hörbaren neuen musikalischen Ergüsse, die ersten Bilder der re-formierten NKOTB mit Spannung erwartet, von den Videos ganz zu schweigen. Und dann lief die Maschinerie an, langsam, aber stetig, Step by Step.
Als THE BLOCK schlussendlich zu erwerben war, ging er beim Großteil der Fans gleich doppelt über die Ladentheke, nämlich in normaler Ausführung sowie als Deluxe. Natürlich. The Block is back. Wenn schon, dann der ganze Block. Nur nichts verpassen. Die Singles werden selbstverständlich auch gekauft, zum Unverständnis derer (Nuggels), die Kenntnis davon erlangen. Schließlich wären ja sämtliche Songs bereits auf einer der Alben drauf? Natürlich. Aber was hat das mit den Single-Auskopplungen zu tun? Unverständnis auf der einen, blinder Fanatismus auf der anderen. War man zu einer logischen Analyse nicht mehr fähig? Natürlich nicht. In diesem Stadium ist die Abhängigkeit schon so weit fortgeschritten, dass dies eigentlich auch gar nicht mehr interessiert.
Einige Stadien des schleichenden Prozesses später war ein Halten kaum mehr möglich, die Europa-Tourdaten wurden bekannt gegeben! Halleluja. Doch Stop! Eine schwere Gewissensfrage drängte sich arglistig durch den Hintereingang, um dann völlig überraschend mitten im Raum zu stehen: Werde ich EIN Konzert besuchen, ZWEI oder gar …. auch noch die Auslandstermine wahrnehmen? Und … möchte ich nur ein kleiner Fan inmitten der Massen stehen oder sitzen oder gebe ich der Sucht nach, mir etwas zu gönnen, mir also die Tickets (noch unschlüssig der Anzahl) zu vergolden? Und, wenn ja, werde ich das ganz allein für mich tun oder gebe ich möglicherweise dem leidlichen Gruppenzwang nach, was viele haben, muss ich auch haben? Damit ich dabei war, mitreden kann?
Von einigen wenigen weiß ich, dass es tatsächlich darum geht, sich etwas Besonderes zu gönnen, vielleicht bei einem Meet & Greet der Wahrheit ein klitzekleines Stückchen näher zu kommen, einmal die tatsächliche Nähe des Favourites zu spüren und natürlich auch die anderen Vorzüge einer VIP-Karte (sofern die Organisation derselbigen dies zulässt). Karten ganz vorne, mittendrin statt nur dabei. Sofern es Geldbeutel, das reale Umfeld und der soweit wie eben noch vorhandene gesunde Menschenverstand es zulassen: Do it, enjoy it – but please stay down to earth (das allerdings im übertragenen Sinn, denn so manch einer setzt sich gar in den Flieger, um ans Ziel seiner Blockhead-Träume zu gelangen).
Manchmal ertappe ich mich dabei, mit zweierlei Maß zu messen. Da ist die eine Seite, die unser aller Sucht auslebt, mit scheinbar allen Sinnen und vor allem mit vollem Herzen dabei ist und es einfach durchzieht. Für sich selbst. Und es scheint gut zu sein. Doch dann überkommt es mich andererseits, dass ich, wenn ich z.B. höre, dass amerikanische Fans ebenfalls bei den Europagigs zu finden waren, selbstverständlich mit *-Tickets, dass ich denke: Wie weit sind einige bereit, zu gehen? Und das in diesem Fall wortwörtlich. Muss man auf der angebotenen Kreuzfahrt dabei sein, um der wahre Blockhead zu sein? Wo hört die „angemessene“ Suchtbefriedigung auf und wo fängt der übertriebene Fanatismus an?
Ich weiß nicht, was in den Köpfen anderer Fans herumspukt. Gibt es tatsächlich eine Sucht, wie wenn man körperlich von Alkohol, Drogen oder was auch immer abhängig ist? Wollen oder können manche vor lauter Fansein die Alternativen, die das wahre Leben bietet, gar nicht mehr sehen?
Das ist nun ziemlich hoch gegriffen, doch das ist Mittel zum Zweck. Als Blockhead erster Stunde bin ich mir sehr wohl bewusst, wie einem die Hingabe die wahre Sicht auf manche Dinge vernebeln kann. Temporärer Realitätsverlust, Tagträumereien, möglicherweise verpasste Chancen, was das Zwischenmenschliche mit realen Mitmenschen angeht, von schulischen Schlechtleistungen nicht zu sprechen. Damals. Und ich danke heute noch Gott dafür, dass ich nur eine arme kleine Schülerin war, die sich nichts weiter als zwei Konzerte leisten konnte. Die Träumereien waren erfreulicherweise umsonst.
Womöglich betrachte ich deswegen das eine oder andere relativ nüchtern ob des Bewusstseins, worum es uns allen geht. Die Liebe – und das Wort ist an dieser Stelle ganz bewusst gewählt – zu einer Band, zu einer Bewegung die diese wieder ausgelöst hat und das unglaublich gute Gefühl, das es uns beschert hat. Und nein, ich maße mir nicht an, über Dinge, die ich „von innen“ noch nie erlebt habe, also ein Meet & Greet mitzumachen, zu urteilen. Aber wo bleibt mir dann der Platz zum Philosophieren? Wenn nun eben das MEINE Art ist, dem realen Leben de vez en cuando zu entfliehen und bezüglich Sinn und Unsinn des Blockhead-Daseins meine Phantasie zu behelligen und dies niederzuschreiben? Taten für sich sprechen lassen kann jeder. Philosophia wandelt eben auf anderen Pfaden. Die sind möglicherweise noch nicht so niedergetrampelt …
Aber, das Leben ist wahrlich kein Ponyhof, deswegen:
Let’s pimp our lives!
Mit NKOTB!
Die Dosierung und Art und Weise der Auslebung sei aber jedem selbst überlassen.
Es wurde erstmalig gemeinsam hingefiebert auf die ersten greif- und hörbaren neuen musikalischen Ergüsse, die ersten Bilder der re-formierten NKOTB mit Spannung erwartet, von den Videos ganz zu schweigen. Und dann lief die Maschinerie an, langsam, aber stetig, Step by Step.
Als THE BLOCK schlussendlich zu erwerben war, ging er beim Großteil der Fans gleich doppelt über die Ladentheke, nämlich in normaler Ausführung sowie als Deluxe. Natürlich. The Block is back. Wenn schon, dann der ganze Block. Nur nichts verpassen. Die Singles werden selbstverständlich auch gekauft, zum Unverständnis derer (Nuggels), die Kenntnis davon erlangen. Schließlich wären ja sämtliche Songs bereits auf einer der Alben drauf? Natürlich. Aber was hat das mit den Single-Auskopplungen zu tun? Unverständnis auf der einen, blinder Fanatismus auf der anderen. War man zu einer logischen Analyse nicht mehr fähig? Natürlich nicht. In diesem Stadium ist die Abhängigkeit schon so weit fortgeschritten, dass dies eigentlich auch gar nicht mehr interessiert.
Einige Stadien des schleichenden Prozesses später war ein Halten kaum mehr möglich, die Europa-Tourdaten wurden bekannt gegeben! Halleluja. Doch Stop! Eine schwere Gewissensfrage drängte sich arglistig durch den Hintereingang, um dann völlig überraschend mitten im Raum zu stehen: Werde ich EIN Konzert besuchen, ZWEI oder gar …. auch noch die Auslandstermine wahrnehmen? Und … möchte ich nur ein kleiner Fan inmitten der Massen stehen oder sitzen oder gebe ich der Sucht nach, mir etwas zu gönnen, mir also die Tickets (noch unschlüssig der Anzahl) zu vergolden? Und, wenn ja, werde ich das ganz allein für mich tun oder gebe ich möglicherweise dem leidlichen Gruppenzwang nach, was viele haben, muss ich auch haben? Damit ich dabei war, mitreden kann?
Von einigen wenigen weiß ich, dass es tatsächlich darum geht, sich etwas Besonderes zu gönnen, vielleicht bei einem Meet & Greet der Wahrheit ein klitzekleines Stückchen näher zu kommen, einmal die tatsächliche Nähe des Favourites zu spüren und natürlich auch die anderen Vorzüge einer VIP-Karte (sofern die Organisation derselbigen dies zulässt). Karten ganz vorne, mittendrin statt nur dabei. Sofern es Geldbeutel, das reale Umfeld und der soweit wie eben noch vorhandene gesunde Menschenverstand es zulassen: Do it, enjoy it – but please stay down to earth (das allerdings im übertragenen Sinn, denn so manch einer setzt sich gar in den Flieger, um ans Ziel seiner Blockhead-Träume zu gelangen).
Manchmal ertappe ich mich dabei, mit zweierlei Maß zu messen. Da ist die eine Seite, die unser aller Sucht auslebt, mit scheinbar allen Sinnen und vor allem mit vollem Herzen dabei ist und es einfach durchzieht. Für sich selbst. Und es scheint gut zu sein. Doch dann überkommt es mich andererseits, dass ich, wenn ich z.B. höre, dass amerikanische Fans ebenfalls bei den Europagigs zu finden waren, selbstverständlich mit *-Tickets, dass ich denke: Wie weit sind einige bereit, zu gehen? Und das in diesem Fall wortwörtlich. Muss man auf der angebotenen Kreuzfahrt dabei sein, um der wahre Blockhead zu sein? Wo hört die „angemessene“ Suchtbefriedigung auf und wo fängt der übertriebene Fanatismus an?
Ich weiß nicht, was in den Köpfen anderer Fans herumspukt. Gibt es tatsächlich eine Sucht, wie wenn man körperlich von Alkohol, Drogen oder was auch immer abhängig ist? Wollen oder können manche vor lauter Fansein die Alternativen, die das wahre Leben bietet, gar nicht mehr sehen?
Das ist nun ziemlich hoch gegriffen, doch das ist Mittel zum Zweck. Als Blockhead erster Stunde bin ich mir sehr wohl bewusst, wie einem die Hingabe die wahre Sicht auf manche Dinge vernebeln kann. Temporärer Realitätsverlust, Tagträumereien, möglicherweise verpasste Chancen, was das Zwischenmenschliche mit realen Mitmenschen angeht, von schulischen Schlechtleistungen nicht zu sprechen. Damals. Und ich danke heute noch Gott dafür, dass ich nur eine arme kleine Schülerin war, die sich nichts weiter als zwei Konzerte leisten konnte. Die Träumereien waren erfreulicherweise umsonst.
Womöglich betrachte ich deswegen das eine oder andere relativ nüchtern ob des Bewusstseins, worum es uns allen geht. Die Liebe – und das Wort ist an dieser Stelle ganz bewusst gewählt – zu einer Band, zu einer Bewegung die diese wieder ausgelöst hat und das unglaublich gute Gefühl, das es uns beschert hat. Und nein, ich maße mir nicht an, über Dinge, die ich „von innen“ noch nie erlebt habe, also ein Meet & Greet mitzumachen, zu urteilen. Aber wo bleibt mir dann der Platz zum Philosophieren? Wenn nun eben das MEINE Art ist, dem realen Leben de vez en cuando zu entfliehen und bezüglich Sinn und Unsinn des Blockhead-Daseins meine Phantasie zu behelligen und dies niederzuschreiben? Taten für sich sprechen lassen kann jeder. Philosophia wandelt eben auf anderen Pfaden. Die sind möglicherweise noch nicht so niedergetrampelt …
Aber, das Leben ist wahrlich kein Ponyhof, deswegen:
Let’s pimp our lives!
Mit NKOTB!
Die Dosierung und Art und Weise der Auslebung sei aber jedem selbst überlassen.
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