Dienstag, 2. Juni 2009

Heute schon einen gezwitschert?

So einige Dinge haben sich getan in NKOTB-World. Zeit, diese einmal wieder aufzuarbeiten. Nicht, dass hier der Eindruck entsteht, es gäbe nichts mehr zu philosophieren bzw. das Interesse daran sei verebbt. Mitnichten. Doch schließlich wollen auch Werke hingebungsvoller Dichtkunst der etwas anderen Art fertig gestellt werden (...)

Ich weiß nicht, woran es genau liegt, dass ich zum unlängst in tropischen Gefilden geschippertem Törn von NKOTB samt Fans nicht viel sagen kann oder will. Das mag zum einen daran liegen, dass ich schlicht und ergreifend nicht dabei war. Und es auch nicht vermisst habe. Wie könnte ich, wenn ich nicht weiß, was ich verpaßt habe. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich das Gekreische im wahrsten Sinne des Wortes "hören" kann, wenn ich mir das eine oder andere Bild ansehe (nun gut, zur Erholung war die Cruise wohl eh nicht gedacht). Wie auch immer, ich hoffe, die Kreuzfahrt ist zur Zufriedenheit aller Beteiligten verlaufen - ich werde auch bei der nächsten nicht dabei sein. Es sei denn, die legendäre Rhinecruise wird eines Tages in die Tat umgesetzt ... dann melde ich mich freiwillig als Bordphilosophin, die - sollte wider Erwarten doch einmal Langeweile aufkommen - gehaltvolle Gedichte rezitieren wird.

Leider sehr unerfreuliche Neuigkeiten gab es von der Sommer-Full-Service-Tour. Die ersten Konzerte wurden gecancelt. Und das mit einer Begründung, die so gut wie nicht vorhanden war bzw. sich nach juristischem Wiesagichsnursodassmirkeinerdanachansbeinpissenkannblabla anhörte. Zu wenig Tickets verkauft? Möglich, doch wieso dann nur bei den ersten Terminen und zwischendrin nicht? Und wieso werden diese Termine zu einem späteren Zeitpunkt z.T. doch noch stattfinden? Es ist müßig, darüber zu spekulieren, warum und wieso. Es wird sowieso keiner eine ehrliche Erklärung ans schwarze Brett heften. Was am Endergebnis - nämlich viele enttäuschte, ja gar verärgerte Fans - nichts ändern würde. Wohl denen, die in der Nähe des Veranstaltungsortes wohnen, ihnen geht "nur" der Termin an sich und feste, oft sehr gute Sitzplätze (meist i.V.m. ILAA) flöten. Aber was ist mit denen, die eine längere Anreise haben, ja gar aus dem Ausland extra hinfliegen wollten, teure Flüge und Hotels gebucht haben, die z.T. nicht mehr zu stornieren sind ohne große finanzielle Verluste? Das ist meiner Meinung nach nicht mehr unter "Shit happens" abzuhaken. Sicher, in irgendeinem Kleingedruckten steht bestimmt, dass man mit so etwas rechnen muss, aber man geht doch nicht wirklich davon aus, dass dieser worst case eintritt. Die Enttäuschung über den ganz persönlichen Verlust und die abgewatschte Vorfreude auf das Kommende überwiegt an dieser Stelle sowieso. Irgendwo war zu lesen, "wir machen's wieder gut!" - ich gehe nicht davon aus, dass diesbezüglich noch etwas zu hören sein wird. Soviel zum Thema Full Service.

So wenig, wie zu dieser verdrießlichen Sache zu hören war, so viel mehr hört bzw. liest man derzeit von unseren Heroen (an dieser Stelle nochmal ein herzliches "Vergelt's Gott!" an den Schreiberling der seriösen Journallie, der diesen herzerfrischenden Begriff bei der Nennung unserer Band ins Spiel gebracht hat - love it!) auf Twitter. Twitter. Der letzte Schrei der Online-Konversation. Wer mitreden will, muss twittern. So ziemlich jeder Celebrity tut es. Man kann sich dranhängen und so den mehr oder weniger aufschlußreichen, spannenden oder total unspektakulären Tweets folgen und so am Leben der eigentlich so weit entfernten Stars teilhaben. Tolle Sache. Und kostet im Intenet tatsächlich gar nichts. Auch mal nett. Es sei denn, man kann es nicht lassen und lässt sich die Kommentare auch aufs Handy schicken bzw. muss die Welt an seinen ureigenen was passt bloß in 140 Zeichen langen Ergüssen teilhaben lassen. Immer und überall dabei. Stay connected. Und, Feude oh Freude, NKOTB sind nun auch auf Twitter zu finden. Nach und nach haben alle den Weg gefunden. Der eine schreibt nette kleine Kommentare über den Ort, an dem er sich gerade befindet, das Wetter, das Essen, relativ unverfänglich. Der andere lässt bisweilen sogar ein recht persönliches Kommentar raus, durchaus auch einmal verärgert. Wieder andere hauen eine philosophische Floskel nach der anderen in die Twitterwelt hinaus, und manche lassen uns am täglich sich wiederholendem Fitnessprogramm teilhaben. Das interessante daran ist, dass man auf die Kommentare direkt antworten kann. Mit der vagen Hoffnung, dass es tatsächlich vom Favourite gelesen wird. Es kommt fast das Feeling eines eventuell vorhandenen Gedankenaustauschs zustande. Näher dran geht wohl fast nicht mehr. Ja, man hat in der Tat den Eindruck, dass es ihnen sogar Spaß macht, einen Ich-bin-der-Star-Ihr-hört-mir-eh-alle-zu-Satz zu posten, um dann nicht minder gepannt auf die Reaktionen darauf zu sein. Ja, es ist eine große schöne Spielwiese, Twitterworld. Leider werden die Blogs auf nkotb.com seitdem auch immer weniger. Aber das ist zu verkraften, wenn man doch so nahezu täglich etwas total Persönliches gezwitschert bekommt. Zwischenzeitlich kann man sogar den einzelnen Bandmitgliedern (also den Instrumenten spielenden Musikern hinter NKOTB) und dem einen oder anderen Crewmitglied folgen und so womöglich die eine oder andere Insiderinformation erhaschen.

Was kommt wohl als nächstes? Bin schon sehr gespannt ...

Nach Donnie hat derzeit auch Jordan einen Contest laufen bzw. dessen Einsendeschluß war gestern. Ausschließlich für europäische Fans. Der Sieger (wobei ich schwer davon ausgehe, dass es eine SiegerIN sein wird) wird mit einem Gast nach Chicago fliegen. Bei Donnie's Contest musste konkret ein Video eingeschickt werden - Jordan wollte lediglich einige Fragen beantwortet haben, die meiner Meinung nach nicht so facettenreich beantwortet werden konnten, als dass man hier durch was auch immer herausstechen konnte. Lediglich die Frage nach dem "warum solltest gerade Du gewinnen?" bot eine kleine Plattform für Persönliches. Und doch kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass Mr. Knight alle Mails lesen wird (ob nun mit Unterstützung oder ohne) bzw. nach welchen Gesichtspunkten hier selektiert wird. Guter Fan, toller Fan, Top Fan?! Sollten die Fragen nach den Lieblingssongs ausschließlich mit Jordan-sings-Lead-Vocal-Songs beantwortet werden? War die letzte Frage, ob man seine Eier schon einmal mit Ketchup gegessen hat, eine fiese Fangfrage und nur eine bestimmte Antwort entspricht seinem Gutdünken?! War eher kurz und knaggich oder eher lang und ausschweifend gewünscht?! Hätte man jeden zweiten Satz mit "I love you Jordan!" beginnen sollen?! Fragen über Fragen. Ein Foto wollte der Gute ja nicht - und doch kann nur EINE Europe's Next Top Fan werden ... nun gut, es bleibt also auch hier spannend!

Ich geh nun mal meine Koffer für Chicago packen - frau muss ja schließlich vorbereitet sein ;-)

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