Angesichts der aktuellen es-gibt-partout-nichts-zu-berichten-Lage in NKOTB-Welt, der blockhead'sche Virus sich aber davon redlich unbeeindruckt zeigt und weiterhin munter die Synapsen schwingt und schnappen lässt, widme ich heute meine Aufmerksamkeit - selbstredend wie immer völlig frei von jeglichen Voreingenommenheiten - der Gegenüberstellung zweier nach außen hin vermeintlich ähnlicher Phänomene der Jugendkultur (ja, das Wort ist hier bewußt gewählt) vor 20 Jahren und heute.
Wir erinnern uns: Ende der 80er Jahre schwappte zum ersten Mal die Info über den großen Teich, dass eine neuartige Band die amerikanischen weiblichen Teenager zum Ausrasten brachte. New Kids on the Block. Fünf junge Burschen, die sangen und gleichzeitig (!) dazu tanzten. Zum Instrumente spielen fehlte dabei leider die Kapazität. Aber das interessierte nur marginal, hatte man doch zum ersten Mal eine junge, hübsch anzusehende Band, die offensichtlich in der Lage war, unzählige Mädchenherzen zu brechen. Die Mischung machte den Unterschied. Fünf nach außen hin unterschiedliche Typen, für jeden Geschmack etwas dabei. Der süße Jungspund, der ruhige Zurückhaltende, der Draufgänger, der sportliche nette Junge von nebenan und der charming-I-break-every-heart-that-comes-me-too-close Leadsänger. Ob diese Zusammenstellung tatsächlich - wie immer gerne vehement verteidigt wird - rein zufällig war oder doch die unterschiedlichen Geschmacksnerven der Backfischgeneration bedienen sollte - man weiß es nicht. Da NKOTB die erste Boyband ihrer Art war, sei ihnen diese Freiheit in der Auslegung der Fakten gegönnt.
Was bot uns diese schillernde Neuheit auf dem Musikmarkt? Neben eingängigen, nicht zu komplizierten, mit Liebesgesäusel vollgestopften Songs, kombiniert mit gekonnt schmachtenden Blicken, die Kleinmädchenherzen zum Schmelzen brachten, dezent - also noch im vertretbaren Rahmen - ansexelnden Tanzschritten bis hin zur überperfektionierten Vermarktung all dieser Komponenten, gab es uns vor allem eines: die pure Erfülllung all unserer Wünsche, Träume und Hoffnungen, die männliche Spezies betreffend. Sie wurden angeschmachtet, ja gar geliebt - für viele pubertierende Mädchen war es bestimmt sogar die erste große Liebe. Und doch war die Personalisierung unserer gelebten, gefühlten und zelebrierten Emotionen so weit wie nur fern sein konnte. Was die Herren der Schöpfung damals - und heute z.T. wieder - mit uns angestellt haben, darüber muss ich hier nicht referieren. Ein Blick ins eigene Poesiealbum dürfte hier genügen.
Doch machen wir nun einen riesen Sprung nach 2000irgendwas. Leider entzieht es sich meiner Kenntnis, seit wann Tokio Hotel die heutige Teenagergemeinde mit ihrer Anwesenheit beglücken. Sei's drum. Vier ebenfalls junge Burschen, ein rein optisch den Eyecatcher bildendes Zwillingspaar, wovon einer die Gitarre schwingt, der andere sich Sänger schimpft, ein unscheinbarer Drummer und ein könnt-mein-Nachbar-sein-Bassist. Was uns schon zu Unterschied eins bringt. Tokio Hotel sind eine Band. Eine RICHTIGE Band. Sie spielen tatsächlich ihre Instrumente selbst und haben sich in noch jüngeren Jahren selbst zusammengefunden. So sagt man zumindest. Eine Schulband, die ihre Songs selbst schreibt mit Texten, die diese Altersgruppe augenscheinlich anspricht - und das dazu hin noch in deutsch. Warum nicht. Was die Musik angeht, so tue ich mir etwas schwer mit der Zuordnung. Pauschal würde ich sagen, es handelt sich um Pop, der mit schmissigem Gitarrensound auf Rock getrimmt sein will. Würde man jedoch eine alteingesessene Rockband fragen, so würde die aus Protest sogleich ein Hotelzimmer zerlegen. Die Sprache hat sich von damals zu heute wohl geändert - die Aussagen sind so verschieden allerdings nicht.
Doch auch Tokio Hotel bedienen in ihrer Zusammensetzung ein breit gefächertes Fansammelsurium. Nehmen wir zunächst einmal den Sänger (Überraschung!). Als was bezeichnet man solch eine Erscheinung bzw. sein Äußeres (abgesehen davon, dass ich dem Guten jedes Mal so gerne eine mords Portion Pommes mit Majo geben und sagen wollte: Iss!)? Weiblich? Grufti-Look? Ist das noch metrosexuell oder grenzt das schon an Kuriositätenkabinett? Und das ist nun nicht einmal diffamierend gemeint … ich kann es schlicht und ergreifend nicht einordnen. Vielleicht muss man jünger sein, um zu verstehen, was von ihm ausgeht, was ihn so interessant zu machen scheint. Vielleicht ist es auch einfach nur die Tatsache, dass er anders ist. Dass er nicht in das Schema F passt und die Neugier weckt, was hinter all diesem Make-up, den sich ständig ändernden Haarmodulationen und dem speziellen Outfit steckt. Ob er es selbst weiß?
Sein Bruder hingegen ist die personalisierte Herz-brech-Droge schlechthin. Ein Sunnyboy mit coolen Dreadlocks, noch cooleren Klamotten und ein heißbegehrter Frauenschwarm mit Macho-Gehabe. Er ist mit Sicherheit derjenige, der am häufigsten mit "süß" bezichtigt wird. In diversen Interviews hörte man ihn schon sagen, dass er permanent auf der Suche nach der großen Liebe sei ... ihm diese aber noch nicht widerfahren sei und er somit ja keine andere Wahl hätte, als sich rund um die Uhr vom anderen Geschlecht anhimmeln lassen zu müssen, was aber offensichtlich große Genugtuung mit sich bringt. Ein Zitat von einer Fanseite, das ich (schweren Herzens!) kommentarlos so stehen lasse, es aber aus Originalitätsgründen niemandem vorenthalten möchte: "Obwohl man es sich heute kaum noch vorstellen kann, war Tom mal Fan von Metall und hartem Rock. Sein erstes selbst gekauftes Album ist von Aerosmith." Finde den Fehler/Zitat Ende.
Wir erinnern uns: Ende der 80er Jahre schwappte zum ersten Mal die Info über den großen Teich, dass eine neuartige Band die amerikanischen weiblichen Teenager zum Ausrasten brachte. New Kids on the Block. Fünf junge Burschen, die sangen und gleichzeitig (!) dazu tanzten. Zum Instrumente spielen fehlte dabei leider die Kapazität. Aber das interessierte nur marginal, hatte man doch zum ersten Mal eine junge, hübsch anzusehende Band, die offensichtlich in der Lage war, unzählige Mädchenherzen zu brechen. Die Mischung machte den Unterschied. Fünf nach außen hin unterschiedliche Typen, für jeden Geschmack etwas dabei. Der süße Jungspund, der ruhige Zurückhaltende, der Draufgänger, der sportliche nette Junge von nebenan und der charming-I-break-every-heart-that-comes-me-too-close Leadsänger. Ob diese Zusammenstellung tatsächlich - wie immer gerne vehement verteidigt wird - rein zufällig war oder doch die unterschiedlichen Geschmacksnerven der Backfischgeneration bedienen sollte - man weiß es nicht. Da NKOTB die erste Boyband ihrer Art war, sei ihnen diese Freiheit in der Auslegung der Fakten gegönnt.
Was bot uns diese schillernde Neuheit auf dem Musikmarkt? Neben eingängigen, nicht zu komplizierten, mit Liebesgesäusel vollgestopften Songs, kombiniert mit gekonnt schmachtenden Blicken, die Kleinmädchenherzen zum Schmelzen brachten, dezent - also noch im vertretbaren Rahmen - ansexelnden Tanzschritten bis hin zur überperfektionierten Vermarktung all dieser Komponenten, gab es uns vor allem eines: die pure Erfülllung all unserer Wünsche, Träume und Hoffnungen, die männliche Spezies betreffend. Sie wurden angeschmachtet, ja gar geliebt - für viele pubertierende Mädchen war es bestimmt sogar die erste große Liebe. Und doch war die Personalisierung unserer gelebten, gefühlten und zelebrierten Emotionen so weit wie nur fern sein konnte. Was die Herren der Schöpfung damals - und heute z.T. wieder - mit uns angestellt haben, darüber muss ich hier nicht referieren. Ein Blick ins eigene Poesiealbum dürfte hier genügen.
Doch machen wir nun einen riesen Sprung nach 2000irgendwas. Leider entzieht es sich meiner Kenntnis, seit wann Tokio Hotel die heutige Teenagergemeinde mit ihrer Anwesenheit beglücken. Sei's drum. Vier ebenfalls junge Burschen, ein rein optisch den Eyecatcher bildendes Zwillingspaar, wovon einer die Gitarre schwingt, der andere sich Sänger schimpft, ein unscheinbarer Drummer und ein könnt-mein-Nachbar-sein-Bassist. Was uns schon zu Unterschied eins bringt. Tokio Hotel sind eine Band. Eine RICHTIGE Band. Sie spielen tatsächlich ihre Instrumente selbst und haben sich in noch jüngeren Jahren selbst zusammengefunden. So sagt man zumindest. Eine Schulband, die ihre Songs selbst schreibt mit Texten, die diese Altersgruppe augenscheinlich anspricht - und das dazu hin noch in deutsch. Warum nicht. Was die Musik angeht, so tue ich mir etwas schwer mit der Zuordnung. Pauschal würde ich sagen, es handelt sich um Pop, der mit schmissigem Gitarrensound auf Rock getrimmt sein will. Würde man jedoch eine alteingesessene Rockband fragen, so würde die aus Protest sogleich ein Hotelzimmer zerlegen. Die Sprache hat sich von damals zu heute wohl geändert - die Aussagen sind so verschieden allerdings nicht.
Doch auch Tokio Hotel bedienen in ihrer Zusammensetzung ein breit gefächertes Fansammelsurium. Nehmen wir zunächst einmal den Sänger (Überraschung!). Als was bezeichnet man solch eine Erscheinung bzw. sein Äußeres (abgesehen davon, dass ich dem Guten jedes Mal so gerne eine mords Portion Pommes mit Majo geben und sagen wollte: Iss!)? Weiblich? Grufti-Look? Ist das noch metrosexuell oder grenzt das schon an Kuriositätenkabinett? Und das ist nun nicht einmal diffamierend gemeint … ich kann es schlicht und ergreifend nicht einordnen. Vielleicht muss man jünger sein, um zu verstehen, was von ihm ausgeht, was ihn so interessant zu machen scheint. Vielleicht ist es auch einfach nur die Tatsache, dass er anders ist. Dass er nicht in das Schema F passt und die Neugier weckt, was hinter all diesem Make-up, den sich ständig ändernden Haarmodulationen und dem speziellen Outfit steckt. Ob er es selbst weiß?
Sein Bruder hingegen ist die personalisierte Herz-brech-Droge schlechthin. Ein Sunnyboy mit coolen Dreadlocks, noch cooleren Klamotten und ein heißbegehrter Frauenschwarm mit Macho-Gehabe. Er ist mit Sicherheit derjenige, der am häufigsten mit "süß" bezichtigt wird. In diversen Interviews hörte man ihn schon sagen, dass er permanent auf der Suche nach der großen Liebe sei ... ihm diese aber noch nicht widerfahren sei und er somit ja keine andere Wahl hätte, als sich rund um die Uhr vom anderen Geschlecht anhimmeln lassen zu müssen, was aber offensichtlich große Genugtuung mit sich bringt. Ein Zitat von einer Fanseite, das ich (schweren Herzens!) kommentarlos so stehen lasse, es aber aus Originalitätsgründen niemandem vorenthalten möchte: "Obwohl man es sich heute kaum noch vorstellen kann, war Tom mal Fan von Metall und hartem Rock. Sein erstes selbst gekauftes Album ist von Aerosmith." Finde den Fehler/Zitat Ende.
Soweit der einfache Part - doch was gibt es zu den anderen beiden Gesellen der Band zu sagen? Sie stehen meist wie Pappfiguren nebendran, wenn Zwilling eins oder zwei vielsagende Interviews geben. Ab und zu wird zustimmend genickt, ansonsten fällt mir eigentlich nur noch ein, dass der eine lange Haare hat (Rock-Accessoir?), der andere kurze und er trägt eine Brille. Ich wage die These, dass ohne Langhaar und Kurzhaar die Band Tokio Hotel mit relativ unverändertem Erfolg als Duo existieren würde.
Ich gebe es zu. Persönlich kann ich gar nichts mit Tokio Hotel anfangen. Weder mit der Musik, noch mit der Art, wie sie diese präsentieren (wie lange kann man eigentlich derart breitbeinig, wie der Sänger dies gerne tut, stehen, ohne Krämpfe in den Adduktoren zu bekommen?!), noch mit dem Hype um die ganze Sache an und für sich. Es kommt bei mir einfach nicht an. Aber ich befinde mich wohl auch nicht wirklich in der Hauptzielgruppe und Tokio Hotel wird es verschmerzen, wenn ich mich nicht Fan schimpfe. Und doch habe ich Respekt davor, was sie erreicht haben. Sie haben Erfolg mit dem, was sie tun und es gibt anscheinend genügend Menschen auf dieser Welt, denen es gefällt, was sie tun. Und man muss das als deutsche Band erst einmal erreichen, dass Jugendliche im Ausland allein der Songtexte wegen Deutsch lernen. Und schlußendlich können sie ja nichts dazu, dass sie Idole dieser Zeit sind und ein Großteil der weiblichen Jugend auf die steht.
Und auch wenn ich die Hysterie nicht nachvollziehen kann. Ich werde mich nicht hinstellen und Fans dieser Band als verrückt, realitätsfremd und verstrahlt bezeichnen. Weil es trotz 20 Jahre Unterschied zwischen NKOTB.1 und Tokio Hotel einige Parallelen zwischen den Fangemeinden und der offensichtlichen Hingabe zum Objekt der jugendlichen Begierde gibt. Ich gebe zu, meine Recherche speziell zu Tokio Hotel ist nicht wirklich ausgereizt, sondern weitestgehend meine ganz eigene (erwachsene aber mit Erfahrungspotential als Fan einer Boyband) Betrachtung dieser Band. Vielleicht hätte ich einen Fan von Tokio Hotel befragen sollen, warum, wieso und überhaupt. Aber … hat uns damals auch nur EINER gefragt, warum WIR New Kids on the Block gut finden?! Geschenkt. Aber ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob mir der heutige Fan von Tokio Hotel nicht irgendwie genau diese Dinge erzählt hätte, die uns damals bewegt haben. Das Drumherum mag etwas anders sein, aber die "inneren Werte" ähneln sich womöglich mehr, als wir ahnen ...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.