Freitag, 19. November 2010

Blockhead im BSB-Selbstversuch

Wie bereits erwähnt, bin ich kein ausgesprochener Fan der Backstreet Boys und von der NKOTBSB-Tour nicht begeistert – aber in Anbetracht der Tatsache, dass überhaupt getourt wird, der Sache so wohlwollend wie möglich gegenüber stehend.

Aber als gnadenlose Realistin (im Sinne von „so krümelt der Keks, ich kann’s eh nicht ändern, deswegen mache ich mir die Welt, wie sie mir gefällt“) glaube ich noch daran, dass NKOTBSB nach Europa kommen werden und mir zumindest ein letztes Konzert meiner Jugendverknalltheit gegönnt sein wird. Viele Blockheads haben Bedenken geäußert, beim BSB-Part der Konzerte mehr oder weniger teilnahmslos herumzustehen, unfähig einer Reaktion, weil man die Lieder nicht kenne und die Typen eben nun mal nicht die Favourites sind, die damals bei uns an der Wand im Mädchenzimmer klebten. Das geht mir natürlich nicht anders. Aber um des Realismus-willens habe ich mir vorgenommen, mir von allem das Beste aus dieser Sache zu ziehen.

Aus diesem Grund starte ich heute das Experiment: Was muss ich tun, um beim BSB-Teil eines NKOTBSB-Konzerts trotzdem Spaß zu haben, ohne BSB-Fan zu werden, weil dies aus bereits ausführlichst dargelegten Gründen dem 100 %-igen Inkompatibilitätgesetz unterliegt?

Selbstversuch Teil 1 startet. Jetzt.

1.1 Musik

Amazon als mein bester Inkognito-Einkaufsladen lieferte schnell und zuverlässig zwei mir auserkorene BSB-Silberlinge. Der hier im Haushalt ansässige Dreijährige packte tatkräftig aus, um dann mit fachmännischem Blick auf das Cover festzustellen: Nju Kids! Gut, daran arbeiten wir noch. Nach einer Aufklärung, dies seien nicht NKOTB, sondern die Backstreet Boys (gefolgt von einem „wie … davon gibt’s noch mehr?!“-Blick), wurde die erste der CDs gestartet. Um das Urteil des Dreijährigen vorwegzunehmen nach der Frage, wie es denn gefallen hätte: Nju Kids und Mondbär sind besser! The perfect Blockhead-Mom I am. Das Blockheadtum sozusagen mit der Muttermilch an the next Generation verabreicht. Wenn das mal keinen Fleißpunkt gibt.

Doch zurück zum Wesentlichen, ich nehme dieses Experiment wirklich sehr … ernst. Es ist ungewohnt, sich eine CD einer anderen Boyband komplett anzuhören, um dann versucht vorurteilsfrei ein Urteil zu fällen. Doch ich habe mich tapfer fast rund um die Uhr mit BSB beschallt (der körperliche Schmerz lässt langsam nach). Das Ergebnis lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Es gibt einige Up-Tempo-Nummern, die – laut aufgedreht – sicherlich Laune machen können, z.B. Larger than Life, The Call (ein Ohrwurm, setzt sich trotz standhafter Weigerung fest, ertappe mich dabei, dass ich einige Textpassagen mitsingen kann), We’ve got it goin‘ on und Get down (beides ältere Semester). Auf der anderen Seite gibt es einige viele unerträgliche Schnulzballaden, die sich textlich wohl so dramatisch nicht unterscheiden von NKOTB-Balladen (hier gibt’s auch einige, die die Tränensäcke aufpolstern), aber der BSB-Schmalz ist schwerer verdaulich. Die ein oder andere hübsche Ballade mit dem von BSB mehr als von NKOTB gepflegten Harmonie-Gesang findet man ebenfalls. Nichts Weltbewegendes, aber durchaus anhörbar. Dazwischen gibt’s – vor allem auf dem neuesten Album – einige Nummern, die ganz ok beginnen, dann aber aus unerklärlichem Grund ins Schlagermetier umkippen. Wer das verbrochen hat, weiß wer will, ich jedenfalls nicht.

Am positivsten in Erinnerung geblieben ist mir der Song „Bigger“, ebenfalls vom letzten Album. Ein angenehm unaufgeregter Song, der ein gutes Feeling verbreitet. Es gibt dazu auch ein ebenso angenehm unstylisches Video, in dem die Lockerheit der Protagonisten rüberkommt. Mehr davon und ich werde … nein, kein Fan, aber vielleicht ein Teilzeit-BSB-Okay-Finder.

Überraschend war für mich, dass ich sehr viele Songs schon einmal gehört hatte. Ein Beweis dafür, dass BSB wohl viel mehr im Radio/TV gespielt wurde und wird, als mir bewusst war. Ja gut, irgendwoher muss deren Erfolg ja her kommen. Aber … ein vorher/nachher-Effekt hinsichtlich mit/ohne Kevin, dem Ex-5.BSB-ler ist von meiner Seite auch mit dem größten Wohlwollen nicht festzustellen. Also, wer immer ihn vermisst, musikalisch kann er so fokussierend nicht gewesen sein (wobei … hört irgendein Blockhead da draußen Jonathan Knight wirklich singen, außer beim legendären Step 5 und „Happy Birthday“? … hmm). Apropos Kevin …

 
1.2 Namen

Nun gut, wir wissen also, dass der nicht mehr bei den BSB vertretene 5. Mann Kevin heißt. Mit Boyband-geschultem Ohr lauschte ich also ganz bewusst, um die Stimmen mit den Namen in Einklang zu bringen. Sonst schreit die Menge im Konzert extatisch einen Namen und ich schaue auf den falschen und verpasse womöglich den BSB-Step-5. Was auch immer der sein mag. Und selbst in Unkenntnis dessen möchte ich diesen nicht verpassen (ist schließlich im Preis inbegriffen, zu verschenken hat schließlich niemand etwas). Also, wir haben Brian, Nick, AJ und Howie. Die Nachnamen will und werde ich mir nicht aneignen, nein, das überlasse in den wirklichen Fans. Und ja, es ist möglich, Name, Stimme und Harmonie-oben-oder-unter-Singer auseinanderzuhalten. Fein. Das wäre also auch geschafft.

Ja … und was nun? Was muss ich noch wissen, um als BSB-Akzeptierer durchzugehen? Also gut, es führt wohl kein Weg daran vorbei. YouTube, ich komme. Oh, frohlocke, du meine Blockhead-Seele! (Das ist der Moment, in dem ich so etwas wie Reue empfinde, diese Aktion gestartet zu haben. Aber wer weiß, wozu es noch gut sein wird. Ich könnte mich nach erfolgreich abgeschlossener Testphase als Blockhead-BSBFan-Mediatorin zur Verfügung stellen! Oder ich werde heldenhaft meinem selbstauferlegtes Schicksal erliegen und am Ende des Experiments erschöpft ob völligen Chaos in meiner Boyband-Kleinmädchenseele in Harmoniegesanggeschwängerten Schlaf sinken, natürlich nicht ohne von einer gigantischen #penisstage zu träumen).

ICH BIN EIN BLOCKHEAD … HOLT MICH HIER RAUS!

… to be continued (oder so)

Dienstag, 9. November 2010

NKOTBSBlog / Wahn- oder -Sinn?

Nun gut, es ist einige Zeit vergangen seit meinem letzten Blog hier. Und so haben sich auch diverse Dinge verändert. Nachdem uns die Neuigkeiten derzeit ja fast täglich um die Ohren geknallt werden. Ich werde hier und heute aus Zeit- und Platzgründen nur einige der ‚Problemzonen‘ ansprechen, derzeit könnte sich Fanfrau ja fast rund und die Uhr mit Analysen beschäftigen. Insofern werde ich mich im Moment nur auf ein paar Highlights konzentrieren.

Obwohl es mich gar schmerzlich in den Finger juckte, habe ich mich zurückgehalten, NKOTB-Net durchstreift, Reaktionen gesichtet - oftmals ungläubiges Kopfschütteln hervorrufend - und die offiziellen Daten und Statements am 08.11. abgewartet, die zwar schmaler ausgefallen sind, als erwartet, aber dazu später mehr. Zunächst zu den Reaktionen, die die Verkündung der gemeinsamen Tour mit den Backstreet Boys nach sich zogen. Und obgleich die Gerüchteküche bereits seit Monaten diesbezüglich kochte, war die Erschütterung nach der offiziellen Bekanntgabe offensichtlich derart aufwühlend, als hätte Fan noch nie etwas davon gehört.

Unglaublich, was hier zu lesen war. Dramen scheinen sich in mancher Leute Leben abzuspielen, ihr Weltbild zerstört, ihre bunte Bubblewelt verpufft. Und warum? Weil NKOTB mit BSB gemeinsam touren werden. Hier werden Analysen bis weit in die 90er Jahre gefahren, die Historie und Politik (!) der beiden Bands bis ins kleinste Detail auseinandergenommen, Aussagen von anno dazumal an den Pranger gestellt um dann eingeschnappt festzustellen: Alles doof.

Ich finde es ehrlich gesagt zum Teil erschreckend, was hier passiert. Wir sprechen hier von BOYBANDS. Nicht von Dingen, die die Welt wirklich belasten, betreffen, am Leben erhalten. Ich habe mich bis dato für einen Fan gehalten, der mit dem Herzen wirklich voll dabei ist. Und auch wenn sich das nicht in Konzert- oder Kreuzfahrtreisen in Richtung USA geäußert hat, so habe ich andere Dinge getan, um mein Fansein auszuleben. Aber wenn nun Fans hergehen und verkünden, sie fühlten sich verraten von ‚ihrer‘ Band, der sie seit Jahren, ja gar Jahrzehnten die Treue gehalten haben, dann stimmt hier etwas Entscheidendes nicht. Ob bei denjenigen oder bei mir, das sei dahingestellt.

Ich verstehe durchaus, wenn man nicht gleich Luftsprünge macht, wenn man nicht gerade zufällig auch noch Fan der Backstreet Boys ist. Und ich bin immer noch der Meinung, dass man nicht von zwei derart ähnlich gestrickten Bands Fan gleichermaßen sein kann. Hierzu habe ich mich im letzten Blog bereits ausführlich geäußert und dazu stehe ich nach wie vor.

Aber es wird nun einfach Zeit, sich von der Romantik zu verabschieden, die rosarote Brille abzunehmen und den Tatsachen ins Auge zu blicken. Ich persönlich bin der Meinung, dass diese Joint Tour die EINZIGE und letzte Chance überhaupt sein wird, NKOTB in Concert zu sehen. Wer immer noch glaubt, sie könnten eine eigene Tour - und die gar bitte noch weltweit - stemmen, der irrt leider. Wir reden hier von knallhartem Business. Und auch die immer wiederkehrenden Rufe: „Aber man könnte doch kleine Venues spielen, das wäre dann doch nicht so teuer“, sind ermüdend. Die letzte CasiNO-Tour spielte bekanntermaßen in kleinen Locations und war trotzdem nicht ausverkauft. Und auch wenn das Tour-Equipment kleiner ausfallen würde, die Kosten würde das nicht dramatisch senken. Und schon gar nicht, wenn es nach Übersee gehen würde (man erinnere sich an die von der Presse bemängelte „nur“ dreistufige Las Vegas Showtreppe bei den Europa-Konzerten 2008 – ein totaler Fauxpas! lol).

Ich bin wahrlich keine Wirtschaftsexpertin. Aber das Angebot regelt immer noch die Nachfrage. Und wenn die Nachfrage nach mittelalten Boybands einfach nicht mehr gegeben ist, dann funktionieren eben auch keine Touren. Hier kämpfen schon die ganz großen Acts ums Überleben, und wenn man hier nur eine kleine, wenn auch feine Fanbase hat, dann wird es ganz schwer. Wenn man sich täglich im NKOTB-Universe unter Gleichgesinnten tummelt, mag man den Eindruck gewinnen, wir wären eine unglaublich starke, sensationelle Masse, deren schiere Liebe unserer Boyband gegenüber die Welt bewegen kann. Nein, kann sie leider nicht, wir sind nur ein paar wenige Hanseln, die zwar wirklich tief erfüllt von Liebe sind, aber so richtig viele sind wir nicht. Leider. Doch auch das macht es irgendwie zu etwas Besonderem, auch wenn es in diesem speziellen Fall nun mal leider zu wenig in Bewegung setzt.

Aber es ist nur eine Band und wir sind nur eine Handvoll Fans, die kleine NKOTB-Bubble mag zwar knuffig sein, aber sie existiert nicht wirklich. Hinzu kommt, dass vor allem Twitter eine vermeintliche Nähe zu den Bandmitgliedern suggeriert. Der „direkte“ Kontakt sozusagen, ein heißer Draht, ohne Umwege auf mein Handy oder PC. Sorry, aber das ist alles Illusion. Seifenblasen en deluxe sozusagen. Marketing ist das Zauberwort. Das soll wahrlich nicht heißen, dass die fünf Männer, die seit so langer Zeit Teil unseres Lebens sind, ausschließlich aus kommerziellen Zwecken das tun, was sie tun. Natürlich wissen sie die Hingabe der Fans zu schätzen und wollen mit Sicherheit auch etwas davon an die Fans zurück geben. Aber nicht total uneigennützig. Zu verschenken hat ein niemand etwas.

Soweit zu gehen, dass NKOTB nur des Geldes wegen noch zusammen sind und Musik machen und Touren wollen, will ich nicht. Um so etwas überhaupt zu machen, muss man schon ein gewisses Maß an Passion mitbringen. Aber selbst für den geilsten Job der Welt will man entsprechend entlohnt werden. Wer will schon tagtäglich einer „Arbeit“ nachgehen, die einem zwar tierisch Spaß und Bewunderung einbringt – man aber am Ende des Tages noch Geld drauflegen muss… Rhetorische Frage Ende.

NKOTB oder BSB, weder die eine noch die andere Combo haben sich meiner Meinung nach darum gerissen, sich gerade mit ausgerechnet der jeweils anderen Band zusammenzutun. Es ist vielmehr der letzte Kreuzzug zweier verzweifelter Nomoreboybands, es noch einmal zu tun. Natürlich wird es uns nun so verkauft, als sei es die magischste Erfahrung überhaupt, genau dies zu tun. Und man habe sich selbstverständlich seit je her respektiert für des anderen Erfolg. Blablabla. Es ist eine rein strategische Allianz, eine Zweckgemeinschaft. Nicht mehr und nicht weniger. Der Sache wegen hat man sich hier arrangiert und findet sich nun total prima. Weil man ja eigentlich total viel gemeinsam hat. Wer immer diese Idee hatte, sie war insofern genial, als dass sie beiden nochmals eine noch nie da gewesene Daseinsberechtigung gibt. Zwei der erfolgreichsten Boybands ever auf einer Bühne. Genau darauf hat die Welt gewartet. Sie sind wieder in aller Munde, die Presse schreibt und redet darüber. Was will man mehr. Der Rubel könnte noch ein letztes Mal rollen.

Und pünktlich mit diesen News kam dann auch noch schlagartig die kostenpflichtige Fanclub-Mitgliedschaft auf www.nkotb.com in zwei Preiskategorien. Nochmal abgewatscht! Und das auch noch ohne Vorankündigung. Gemein. Ich werde an dieser Stelle nun nicht das Für und Wider dieser Bezahl-Blocknation durchkauen. Jeder ist seines eigenes Portmonees Hüter. Und wenn man sich die ILAA-Preise für *-Tickets ansieht, so kann man sich für ein paar Meet & Greets auch wahlweise bald einen gebrauchten Kleinwagen kaufen. Abzocke? Möglich. Knallharte Geldmacherei? Denkbar. Fan-Ausbeutung? Kann man sicherlich darüber streiten.

Egal was kommt, so viele beschweren sich immer über irgendetwas, das ihnen nicht passt. Dabei ist es so einfach. Wenn man merkt, dass es einfach nicht mehr dasselbe ist, ein Blockhead zu sein und nicht mehr damit einverstanden ist, was einem die einstige Herzschmerzkreischalarm-verursachende Band NKOTB serviert, dann ist es wohl einfach an der Zeit, dass sich manche Wege trennen und frau sich zurückzieht vom Fantum. Man ist weder verpflichtet noch wird man gezwungen, alles hinzunehmen.

Being a Blockhead ist keine lebenslange Verpflichtung via Vertrag. Es ist eine Herzensangelegenheit. Wenn das Herz nicht mehr voll dabei ist, dann muss man einfach so ehrlich sein und Adieu sagen. Dinge ändern sich, wir ändern uns, wir können Dinge ändern. Indem wir sie hinter uns lassen, wenn sie uns mehr ärgern, als Freude zu bereiten. Es liegt bei einem jeden selbst, abzuwägen, ob das Positive, was einem NKOTB noch geben das überwiegt, als was das zwanghafte BSB-Aufsaugedrücken oder nun auch ganz aktuell die kostenpflichtige Fanclub-Mitgliedschaft mit sich bringen.

Ich persönlich bin hier wohl eher leidenschaftslos. Nicht im eigentlichen Sinne, mehr insofern, als dass ich die Entscheidungen nüchtern betrachte. Nach wie vor bin ich kein Fan von BSB, wenngleich ich einige Songs von ihnen ok finde. Ich weiß noch nicht, wie ich reagieren werde, wenn ich statt meiner fünf Heroen nun neun Ex-Boybander auf einer Bühne sehen werde, wovon mir 4 nicht viel bedeuten bzw. mich auch nicht übermäßig interessieren. Aber hallo? Die Entscheidung, ob ich mir das ansehen will oder werde, liegt doch bei…? Genau, ganz allein bei mir. Wenn mir die Sache nicht passt, dann bleibe ich eben zuhause. Wer es bevorzugt, NKOTBSB nicht sehen zu wollen und diese - im ersten Moment sicherlich unglückliche - Kombination boykottieren muss, der möge dies tun.

Habe ich überhaupt schon erwähnt, dass ich M&M’s gerne mag? Aber bitte nur die mit Erdnuss drin, die mit reiner Schokolade muss ich nicht unbedingt haben, finde ich langweilig. Sollte sich der M&M-Hersteller dazu entschließen, künftig keine zwei verschiedenen Packungen mehr anzubieten, sondern nur noch eine Packung, in der beide Varianten zusammengemischt werden, werde ich mir diese dann überhaupt noch kaufen? Hm. Wohl schon. Ich werde die Packung öffnen und mir meine Erdnuss-M&Ms herauspicken und genießen. Die Schoko-M&Ms werde ich jemand anderem überlassen, wäre ja Verschwendung, da ich sie ja mit bezahlt habe. Aber ich werde mich bestimmt nicht diesem jemand gegenüber setzen und ihm dabei zusehen, wie er die Schoko-M&Ms isst und jedes Mal, wenn er eines davon in den Mund steckt, sagen: „Oh, wie eklig, Du isst Schoko-M&Ms!“. Ich werde ihm seine Freude beim Genießen lassen und mich an meinem erdnussigen Schokokugeln erfreuen. Und schon sind zwei Genießer – wenn auch mit verschiedenen Vorlieben – zufriedengestellt. So einfach kann das sein.

Niemand wird zu BSB gezwungen. Man kann ob der Tatsache einfach beleidigt sein und schmollen. Man kann aber auch einfach eine "What shells!“-Attitude einpacken und sich eine gute Zeit bereiten. Es ist und bleibt reine Zeitverschwendung, sich darüber aufzuregen. Es ändert NICHTS. Es findet so statt, wie die Herren der Schöpfung (in diesem Fall alle Neune) es geplant haben. Und wenn sich die Mehrheit beider Fanlager dazu entschließt, nicht hinzugehen, dann werden das NKOTBSB schnell genug mitbekommen und die Angelegenheit erledigt sich von selbst. Wenn es diese Tour bis nach Europa schafft, werde ich der Sache eine Chance geben, nicht zuletzt, um noch einmal MEINE Boyband live on Stage zu erleben. Eventuelle BSB-Mitglieder werde ich mir ansehen und deren Fans ihre Freude lassen. Und ich glaube tatsächlich, dass es so schlimm nicht werden wird.

NKOTBSB ist es mir persönlich nicht wert, in die USA zu reisen. Aber das waren mir Pur-NKOTB auch nicht (ups, da war es wieder, das lousy-Fan-Gen). Aber in Europa kommt das durchaus in Frage. Und ich habe diesbezüglich die Hoffnung nicht aufgegeben, als dass es hier immer wieder Hinweise gab, dass es im Rahmen der Möglichkeiten liegt.

Es steht jedem selbstredend frei, seinem Ärger hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen Luft zu machen. Natürlich wären beiden Fanlagern einzelne Touren ihrer Bands am liebsten gewesen. Mir natürlich auch. Aber es liegt nicht an mir oder an uns, dies zu ändern. That’s the name of the game. Entweder wir spielen es mit und ziehen uns das Beste davon heraus oder wir lassen es.

Sicher, Fan einer Boyband zu sein ist anders, als Fan einer 'normalen' Band zu sein, es ist weitaus emotionaler. Nehmen wir z.B. U2. Würden sich z.B. U2 und Bon Jovi für eine Tour zusammentun, wäre das der Himmel auf Erden für diejenigen, die diese Art Musik mögen. Tun sich aber zwei Boybands zusammen, bricht gleich die Hölle auf. Mal ehrlich, sind wir dazu inzwischen zu alt dafür? Und ich wage nicht, daran zu denken, wenn sich wirklich einige Fans des einen Lagers beim Auftritt der anderen Band demonstrativ wegdrehen oder gar noch respektlosere, kindische Dinge vollbringen werden, wie zum Teil zu lesen war.

Man muss die andere Band nicht mögen, anschmachten, lieben oder toll finden, nur weil sie auf derselben Bühne stehen (müssen) wie die geliebte Boyband. Aber man kann allen Beteiligten - nicht zuletzt den Bands selbst – durch negative Stimmungsmache alles versauen. Und dann hat am Ende keiner etwas davon gehabt, weil NKOTB dann ganz schnell komplett in der Versenkung verschwinden werden. Dann haben wir NKOTB gehabt und das Ende SELBST schneller herbei geschrieen, als uns lieb ist. Und dann? Ja, dann bleibt uns wirklich nichts mehr anderes übrig, als zuhause zu sitzen und Schokokugeln zu mampfen. Oder auch albernen Online-Petitionen hinterher zu jammern. Geht auch.


EDIT:
Wenn ich weiter oben sagte, ich sei angesichts der aktuellen Ereignisse 'leidenschaftslos', so war dies allein darauf bezogen, dass ich mir von den aktuellen Geschehnissen nicht die Laune verderben lassen werde. Ich werde weiterhin ein Blockhead sein, werde mir weiterhin NKOTB in Ton, Wort und Bild reinziehen, werde - wenn möglich - mir europäische Konzerte ansehen, schließe auch nicht aus, eine zahlende Blocknationette zu werden und habe für mich ganz persönlich beschlossen, mir den Spaß an der Sache nicht nehmen zu lassen, indem ich mich darüber aufrege und vor lauter nutzloser Wut vergesse, was ich in der Vergangenheit hatte und hoffentlich noch eine Weile haben werde.

Ich weiß, dass für einige Fans die Sache eine weitaus größere Bedeutung hat. Dinge, die die NKOTB-Reunion mit sich gebracht haben wie Bekanntschaften, Freundschaften, Reisen um die Welt, was ich in keinster Weise zerreden möchte und ich will hier schon gar keinem auf die Füße treten. Aber vielleicht schadet es nicht, wenn man sich einmal die betriebswirtschaftlichen Hintergründe vor Augen hält, die zu den Dingen, die wir aktuell erleben, führen. Aber wenn ich alles, was NKOTB je hervorgebracht hätten, in Frage stellen und mir total zu Herzen nehmen würde, dann wäre ich kein Fan. Diese Analysen und Philosphierereien hier sind durchaus ernst gemeint, aber obgleich ich an dieser Stelle meist ziemlich nüchtern darüber schreibe, bin ich überzeugter Blockhead.

Nächste Woche werde ich über die Autobahn einige viele Kilometer zu einem Blockhead-Meeting düsen. Und dabei wird Martini sich unter anderem wieder das Dallas-Live-Konzert in die Anlage werfen und sich mit der geilsten Band der Welt volldröhnen und erst eine lonely Highway-Blockhead-Party feiern und danach mit Gleichgesinnten (die einzigen Menschen, mit denen über das Blockheadtum 'sinnvoll' zu reden ist) zusammensitzen. Da interessiert es mich doch einen Scheiß, ob nkotb.com nun was kostet, die Backstreet Boys künftig dabei sein dürfen oder Donnie wieder mal Marketing-Weisheiten tweetet. I'm having a good time! Einmal Blockhead, immer Blockhead <--- das ist aber mein ganz persönliches Resümee, das ich für mich ziehe. Jeder muss seine eigenen Konsequenzen aus dem, was NKOTB tun oder eben auch nicht, ziehen. It's a free world!  

Mittwoch, 25. August 2010

Du sollst keine Boygroup neben uns haben

Da wir hinsichtlich der konkreten Bestätigung einer gemeinsamen Tour mit den Backstreet Boys derzeit noch unaufgeklärt durch das NKOTB-Universum wandeln, sollten wir die Zeit nutzen, um uns wegweisende Gedanken darüber zu machen, was wäre wenn denn also gut. Ich persönlich aber habe keinen Zweifel daran, dass eine Joint-Tour kommen wird. Sonst wären die im Raum stehenden Gerüchte längst dementiert. Von allen bzw. nicht im Gesprächsraum stehenden Parteien. Ob wir in Europa oder gar Germany allerdings überhaupt damit verköstigt werden, das steht noch auf einem ganz anderen Blatt. Aber nichtsdestotrotz kann eine Blockhead-Analyse ja nicht schaden.

Wenn man in den Foren (Ach! Das Thema lockt ja tatsächlich wieder Menschen in die Fanboards zum diskutieren) nach einer Tendenz bei den Reaktionen sucht, so ist diese doch eher negativ. Die Mehrheit scheint zum jetzigen Zeitpunkt eher skeptisch ob der Unkenntnis, wie genau ein Konzert zweier vermeintlicher Konkurrenzbands aussehen und von Statten gehen könnte. Und ja, das Wort Konkurrenz ist hier ganz bewusst gewählt. Natürlich weiß ich, dass die Backstreet Boys nicht genau zu der gleichen Zeit ihre ganz großen Erfolge hatten wie NKOTB, aber dennoch ist es genau dieselbe Branche.

Wir reden hier schließlich nicht von normalen Pop- oder Rockbands, nein, es handelt sich um die Spezies Boyband. Wobei der Namensbestandteil „Band“ hier ja schon eher fragwürdig ist. Wie … die machen auch Musik? Ja, im Normalfall besteht das vermeintliche Grundgerüst aus eingängigen, unkritischen, unkomplizierten und nicht zu anspruchsvollen Songs, die per Tonträger oder auf Konzerten unters fast ausnahmslos weibliche Publikum gebracht wird. Sollte es Menschen geben, die sich als Fan einer Boyband ausgeben und dies ausschließlich der prima Musik wegen, der verlasse bitte sofort diesen Raum. Scheinheilig war gestern.

Boybands werden unter bauernschlauen Gesichtspunkten aus meist 5 unterschiedlichen Typen – Hübschheit vorausgesetzt - im richtigen Alter der gewünschten Zielgruppe zusammengestellt und deren Charaktereigenschaften nach Schema F vermarktet. War so, ist so, wird immer so sein, haben wir uns als Fans schon oft sagen lassen müssen . Doch genau auf diese Art und Weise schafft man die meist unglaublich starke Bindung zwischen Gruppe und Fans. Beim Anblick des Favoriten in pure Verzückung versetzt, kann dieser mit genau dieser leidenschaftlichen Affinität spielen. Und wird auf immer ins Fanherzelein geschlossen. Und sollte die Musik einmal weniger Chart-erfolgreich sein – what shells, es ist die einzigartige Chemie zwischen Band (na ja, gut, nennen wir sie eben weiterhin so) und Fans. Wer einmal richtig infiziert ist, wird diese Passion nicht mehr los. Auch wenn man dem Anschein nach erwachsen geworden ist. In guten wie in schlechten Tagen, der Bund für’s Leben wurde geschlossen. I’ll be loving you forever. Und ja, es sind tatsächlich so niedere Beweggründe, die uns zu Boyband-Fans (man übersetze sich nur einmal den Begriff „Blockhead“) machen.

So richtig bewusst wurde mir dies wieder einmal anlässlich eines Blockhead-Meetings im kleinen Kreise vor einigen Tagen. Aus Jux und Dollerei die große Kiste mit all den gesammelten Werken aus den frühen NKOTB-Tagen mitgenommen, um sich einmal mehr darüber zu amüsieren, wie hingebungsvoll frau damals jeden noch so kleinen Zeitungsausschnitt, fein säuberlich in liebevoll gestalteten Alben aufbewahrt, alte Konzertkarten samt jeglicher Tickets der öffentlichen Verkehrsmittel zum Ort des Geschehens, Poster in Hülle und Fülle, Fanshirts etc. etc. etc. gehegt und gepflegt hat. Meine Schulhefte wurden mitnichten so fürsorglich angelegt und aufbereitet. So ziemlich jeder Pfennig des Taschengeldes wurde in diese Sammlung investiert, das Jugendzimmer im wöchentlichen Turnus mit den Postern tapeziert.

Und es will mir nun tatsächlich jemand erzählen, dass er bzw. sie zuerst NKOTB-Fan war und im Anschluss dann – in Anbetracht der in die Versenkung abgedrifteten NKOTB – einfach mir nichts dir nichts BSB-Fan wurde? Dieselben Fangefühle für die anderen 5 schmucken (?) jungen Männer entwickelt und einfach mal eine neue Sammlung von Fanutensilien aufgemacht hat? Boyband-Hopping sozusagen? Boyband-Bigamie oder gar Polygamie?! Ersetze Favourite Joe durch Nick, weil der ist ja auch der Jüngste und süß? I beg you. Dann war man nie ein wirklich wahrer Fan. Und wir wissen ja, dass man nie nur wegen der Musik einer Boyband verfällt. Nein, keine Chance, und mag das noch so töricht klingen. Eine solche Passion ändert sich nicht mal eben so. Sie kann wohl etwas weniger enthusiastisch gelebt werden, sollte das Objekt der Begierde aus der allgegenwärtigen Medienwelt verschwinden. Aber niemals nie kann man dieselbe Leidenschaft für eine derselben Spezies angehörigen Band aufbringen.

Man möge mir meinen für mich wohl ungewöhnlich leidenschaftlichen Ausflug in die pathosgeschwängerte Verteidigung meiner Jugend- und Wiederpassion verzeihen, aber einen Fan, der behauptet, er sei beiden Bands verfallen, der hat jegliche Glaubhaftigkeit bei mir verspielt.

Man muss die anderen Bands ja nicht gleich hassen. Wäre ja ebenso kindisch. Und man darf ja durchaus die Musik der anderen ok finden. Doch es will mir noch nicht klar sein, wie NKOTB und BSB sich ein gemeinsames ganzes Konzert vorstellen. Werden ständig alle auf der Bühne sein? Werden alle die Songs beider Bands performen, so dass die Fans sich gar nicht abwenden können, wie dies schon von einigen Fans des einen oder anderen Lagers in einigen Boards angekündigt wurde? > Hallo? Wie alt sind wir denn bitte?!< Bestreitet die eine Band eine Hälfte, danach entert die andere Band die Bühne? Was tun die Fans, wenn die andere Band auftritt angesichts dessen, dass man weder die Typen, die Songs geschweige denn die Texte kennt und man eigentlich nur wartet, bis die eigenen Heroen wieder im Vordergrund stehen? Ein einziges Rätsel. Wobei ich den Arbeitstitel der potenziellen Tour laut Pressemitteilungen „Ultimate Ladies Night Out“ nicht mit meinen Vorlieben, einen gemeinsamen netten Mädelsabend zu verbringen, in Einklang bringen kann. Ist das einem oder mehreren Männerhirnen entsprungen mit der Idee „man nehme die Fans zweier Boyband und diese potenziere sich dabei zu einer riesigen homogen Fanmasse“?

Das ganz besondere bei der Connection zwischen Boyband und Fans ist doch die ganz spezielle Magie während der Konzerte. Es geht weder um den klassisch-perfekt ausgebildeten Gesang, noch um die Darbietung qualitativ hochwertigen Liedguts. Frau hängt einzig und allein an den Lippen (und Hüften) seines Favoriten, fiebert auf Step 5 hin und freut sich. Die vertrauten Charaktere und Stimmen, mit denen man selbstredend jede gesungene Zeile mitsingen kann – natürlich mit der hundertprozentigen Gewissheit, welcher der ‚Boys‘ welche Silbe singt. Aus heutiger Sicht die Zeitreise in die GEMEINSAME Vergangenheit, hat sich doch am Hüftschwung nicht so sehr viel verändert, außer dass er heutzutage wohl noch mehr schmutzige Gedanken in der gemeinen Fänin hervorruft. Und das trifft mit Sicherheit sowohl für die NKOTB- als auch für die BSB-Fans zu. Jedes Fanlager für sich betrachtet natürlich. Auch die BSB-Fans werden ihren Step 5 haben – nur kennen wir diesen nicht und verpassen den womöglich einzigartigen Moment im Konzertdasein eines BSB-Fans wohl jedes Mal.

Um es aber nochmal ganz klar zu stellen: Ich habe persönlich überhaupt gar nichts gegen die Backstreet Boys oder gar deren Fans. Die wenigen Lieder, die mir per Radio bekannt sind, finde ich weder furchtbar noch lehne ich die Musik anderen Boybands aus Prinzip ab. Es geht mir hier einzig und allein um das wirkliche Fansein EINER Band und dass man aus meiner Sicht nicht Fan von beiden sein kann, weswegen das Unternehmen gemeinsame Tour für einen jeden Fan - welcher Band auch immer - per se zunächst einmal mit Unverständnis aufgenommen wird.

Und ich glaube auch den Versuch in dieser neuartigen Kombinationsaktion darin zu sehen, den sowieso schon spärlichen Tourmarkt für diese beiden Bands auf diese Art und Weise steigern zu wollen bzw. sogar einfach nur noch einmal funktionieren lassen zu wollen. Denn die letzten Touren von beiden Bands waren weder ausverkauft noch eine sichere, wenigstens die Kosten einspielende Aktion. Traurig aber wahr. Der Markt ist einfach nicht mehr derselbe wie vor 15 Jahren.

Wie angekündigt werde ich – sollten beide Bands gemeinsam in Reichweite kommen – mir die Sache auf jeden Fall ansehen. Und ihr eine faire Chance geben. Denn es scheint nun mal auch eventuell die einzige (und letzte?) Möglichkeit zu sein, NKOTB in Concert zu sehen. Und natürlich Step 5. Sollte dann eben auch BSB mit dabei sein, dann ist das wohl so und muss akzeptiert werden. Man wird ja schließlich älter und … weiser (Merde … jetzt wollen mir die Hüften nicht mehr aus dem Kopf!).

Montag, 23. August 2010

Who is who

Für's Blog-Protokoll:

Philosophia war schon immer und ist nach wie vor Martini d'oro. Falls das nicht sowieso schon jede/r wußte, den es interessierte. Ab heute übernehme ich meine Blogs "selbst".

Ich bedanke mich für's bisherige Lesen meiner kritischen, philosophisch wertvollen, aber stets mit zwei Augenzwinkern zu verstehenden Beiträge über alles, was im NKOTB-Universum vor sich geht und hoffe, die geneigte Zielgruppe/Leserschaft findet auch in Zukunft den Weg hier her. Denn außer dem Namen ändert sich nichts.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Das König der Pausenfüller oder let’s have a Kraftnickerchen

Es wird ja fast schon zur Gewohnheit, einen Blog mit „wir haben wieder mal NKTOB-Pause“ oder „Pending-Modus on“ oder gar „es gibt mal wieder nichts Neues zu berichten an der New Kids Front“ zu beginnen. Der allseits aktivierte Fact-Finder ist zwar stets unterwegs im World Wide Web, aber die Recherche für diesen Beitrag gestaltete sich ziemlich zäh. Doch gerade deswegen bzw. aus purem Trotz soll auch heute wieder die Philosophiekeule geschwungen werden und natürlich trägt auch diese NKOTBlog-Analyse wieder das Prädikat „äußerst wertvoll“. Sozusagen die mit der Goldkante. Doch kommen wir zur Sache, denn auch die unabsehbarste Pause aller Pausen will überbrückt werden.

Mit der Fanwerdung ist es so eine Sache: Erst kommt es über einen und dann muss man ein Leben lang damit zurechtkommen. So kann ich mich z.B. ganz dunkel daran erinnern, als ich – als vor gefühlten 273 Jahren unsere Heroen in Deutschland weilten, um in dieser unsäglichen Ritter-Klamotte von Schweiger mitzuwirken – weit vor dem offiziellen Wecker-Gebimmel aufstand, um unzählige Seiten im deutschen „Germany is ready“-Thread nachzulesen, um auch ja kein Detail davon zu verpassen. Wie gesagt, die Erinnerung daran ist nur noch ganz dunkel und verschwommen.

Heute erfährt man ohne persönliche Kontakte zu Blockhead-Kolleginnen, die sich aufmachten, die Cruise oder die CasiNO-Tour mitzumachen, gar nichts mehr. Sicher, die Video-Portale geben schon das eine oder andere Augenschmerzen-hervorrufende Handystreaming her, aber die wirklich interessanten Details, was geschah davor, danach, während dessen und wer hat wen, wann, wo womöglich persönlich getroffen, sucht man vergeblich. Zumindest im deutschen Communitybereich. Ach, ich vergaß, den gibt es ja so gut wie gar nicht mehr.

Ja, ich bin mir sehr wohl bewusst, dass ich mich wiederhole, aber ein allerletztes Mal werde ich auch hier und heute wieder in dieselbe Kerbe hauen. Und das ist gut so.

Es hat sich – mal wieder - gezeigt, dass man (also frau) der deutschen Fanbase kein Gefallen getan hat, indem man in einer Hau-Ruck-Aktion ein zweites Forum eröffnen musste und einen Teil der Seilschaft mit sich zog, es dort aber nicht fertig brachte, die Leute bei der Stange zu halten bzw. durch unangemessenes Verhalten die Fans zu vergraulen. Auch wenn man damals dabei war und kräftig mitgewurschtelt hat - im Nachhinein ist man immer klüger. So haben die deutschen Blockheads aber schlicht und ergreifend nun mal kein Zuhause mehr. Dieser Crash ist aber einfach hausgemacht und die Chancen auf Regeneration sind mager.

Nein, wir heulen nicht. Womöglich sollten wir gar etwas stolz darauf sein, ganz nach dem Motto „Let's be a Minderheitencommunity und let's pfleg unseren Selbstbemitleidungskult!“ Nun ja, inzwischen ist ja auch fast schon eine gewisse Empörungslähmung eingetreten. Nein, es regt sich nicht mal mehr einer darüber auf. Der erste Schritt vom totalen Ende? Doch … Halt! Es besteht wahrlich ein winzig Funken Hoffnung. Durch den Einsatz hochtechnischer Raffinessen weiß ich sehr wohl, dass dieser Blog hier gelesen wird. Und sogar gar nicht so selten, wie man vermuten könnte. Nein, diese Feststellung soll kein Schnorren nach Lobhudeleien nach sich ziehen. Es soll vielmehr zeigen, dass es da draußen offensichtlich sehr wohl noch genügend deutsche Blockheads gibt, die sich interessieren, ja sogar den Weg auf diese Seite finden, um nur irgendetwas von bzw. über NKOTB zu lesen. Sei es auch noch so trivial (aber bierernst gemeint), wenn auch meist nahezu brillant auf den Punkt gebracht (‚Arroganz-Modus aus). Wäre ich Ddub, wäre dies wohl der richtige Zeitpunkt, ein kollektives deutsches Wooo-ing einzufordern. In Anbetracht dessen, dass dies aber wohl nicht das richtige Medium hierfür ist, beschränke ich mich darauf - nicht ohne einige Hintergedanken - festzustellen: „Ich weiß, dass Ihr da draußen seid. Eines Tages …“.

Wer ganz bestimmt irgendwo da draußen sein Unwesen treibt, ist unser neuer Twitter-Spaßvogel. Manche nennen ihn auch Jon Knight. Kaum ist er dem Showfrack entsprungen, meldet er sich via Twitter als arbeitslos (Arbeitslosengeld von NKOTB einzufordern … ein wahrer Schenkelklopfer!) und bewirbt sich um neue Jobs. Ich persönlich halte ihn allerdings für schwer vermittelbar. Wobei … vielleicht sollte er mal bei Take That nachfragen. Die nehmen derzeit (wieder) Mitglieder auf. Diese Tatsache war sogar den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern eine Headline in den Hauptabendnachrichten wert. Ja, man kann sich meiner ungläubigen Blicke diesbezüglich sicher sein. Aber es ist nun einmal, wie es ist. Take That war und ist einfach die bekanntere Boyband. Zumindest hierzulande. Doch womöglich muss man Robbie und Konsorten noch dankbar sein. Vielleicht rücken sie die Spezies Boyband wieder in ein anderes Licht.

Was uns gleich zum nächsten Gedanken führt. Haben sich unsere NKOTB tatsächlich aufgemacht, um mit den Backstreet Boys am Ende der CasiNO-Tour gemeinsam aufzutreten? Und sollte dies tatsächlich nur eine einmalige, für Fans beider Lager wohl eher außergewöhnlich anmutende Kooperation, sein, die vielleicht total erwachsen à la „was interessiert uns unser Konkurrenzgehabe von anno dazumal“ wirken sollte, letztlich aber eher Skepsis hinterlassen hat? Oder müssen wir tatsächlich damit rechnen, in Zukunft öfter mal die unsere und die total andere Band einträchtig, sich auf die Schulter klopfend, auf einer Bühne zu sehen? Also mir persönlich sind derzeit viel zu viele Ex-Boy-Nun-Manband-Comebackers unterwegs. Geht der Trend etwa zu Zweit- oder ja gar Dritt-Boyband?

Doch Sarkasmus beiseite. Bei aller Liebe und Offenheit für Neues, aber sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, dass man künftig ein Doppelbandpack vorgesetzt bekommt, dann müsste ich – wiederrum bei aller Liebe – ganz energisch dagegen protestieren. Und nein, einen Gefallen tut man so beiden Fanlagern auch nicht. Weil zwei mal nur halb gefüllte Konzerthallen ergeben nicht zwangsläufig ganz mit total einträchtigen BSB- und NKOTB-Fans gefüllte Hallen. Da liegt wohl leider ein fataler Denkfehler vor. Ich habe grundsätzlich kein Problem mit den Backstreet Boys und ich mache auch nicht das Radio aus, wenn einer ihrer Songs gespielt wird und eine einmalige Aktion finde ich völlig in Ordnung. Aber ich hätte kein Bedürfnis, ein Konzert zu besuchen, das zur Hälfte von NKOTB und zur Hälfte von BSB oder gar Hand in Hand von beiden bestritten würde. Ich hoffe, diese Gerüchte sind tatsächlich nur Gerüchte und entschwinden alsbald, damit diese auch ja nicht larger than life werden.

Was gibt es sonst noch aus dem NKOTB-Lager zu berichten? Danny. Danny. Trainiert. Ja. Täglich. Jordan scheint die Arbeit zu seinem Solo-Album wieder aufgenommen zu haben, Donnie widmet sich wieder der Schauspielerei, nicht ohne ab und zu einen neckischen Cliffhanger oder gar ein berüchtigtes „soon“ am Twitterweg liegen zu lassen. Joe pflegt wohl sein Windelimperium und lässt die Seele baumeln. Soll er. Solange er ab und zu eine hübsch zu lesende Blogduftmarke hinterlässt. Dann lässt sich auch leichter Geld sammeln für seine Stiftung. Wäre ja auch egoistisch, sich nur blicken zu lassen, wenn man etwas haben wollte.

Und irgendwie wartet die Fanwelt darauf, endlich wieder etwas Konkreteres als „soon“ oder „to be continued“ an die Hand zu bekommen. Seien es Daten jeglicher Natur, ob eine ziemlich wahrscheinliche Cruise 2011 betreffend oder gar YES-I-am-a-Tour-Daten. Wobei dies derzeit ziemlich unwahrscheinlich scheint. Ich befürchte, es wird noch einige Zeit ins Land gehen, bevor wir wieder mit Hard Facts versorgt werden (ob wohl Krakenorakel Paul auch für solche Vorhersagen taugt?). Aber daran haben wir uns ja schon fast gewöhnt. Wir müssen nur alle ganz fest daran glauben, dass diese Pause ein ultimatives Power-Napping für die Band und Blockheads weltweit ist – damit es danach mit noch mehr Energie weitergehen kann. Damit es hoffentlich wieder jede Menge Facetime gibt. Soll es nun übrigens auch bei einem Obstlastigen Mobilfunkanbieter geben, wie mir jüngst eine Reklame farbenfroh verkündete. Typischer Fall von Blockhead-Symptom, man denkt immer nur an das ‚eine‘.

So. Und nun bitte ich um reichlich Handgeklapper für diese wort- und geistreiche, ja, man könnte fast gar sagen, zwanghaft inhaltsgeschwängerte Ausgabe von Philly’s NKOTBlog. Manchmal ist Schweigen eben doch nicht immer Gold. Womit wir wieder beim Prädikat wertvoll wären. Aber das sagte ich ja bereits.

Und sollten diese Zeilen gar dazu beigetragen haben, drei Minuten der derzeitigen Pause etwas kurzweiliger gestaltet zu haben, so hat sich der Workshop „Wie bastele ich einen Blog aus Nichts“ doch schon wieder gelohnt und die Verfasserin verneigt sich in Demut.

Dienstag, 27. April 2010

WORLDWIDE

Ach, würden die Herren Wahlberg, McIntyre, Wood und Knight² doch nur einmal vom Baum der Erkenntnis naschen, um ihnen in diesem Leben noch die eine Wahrheit zuteil werden zu lassen: Das Vereinigte Königreich ist weder ein separater Kontinent, noch völlig losgelöst vom Rest Europas. Klingt komisch, ist aber so. Doch wenn jüngst in einem Interview, auf die Frage, was denn nach der Kreuzfahrt und den Don’t-call-me-a-tour-Konzerten auf amerikanischen Boden käme, "worldwide" als Antwort kommt, spezifiziert als UK/London, Asien und Südamerika, dann ist das wohl nun einfach so. Germany, Frankreich, Spanien oder andere Länder Europas sind es wohl ganz offensichtlich nicht mehr wert, von NKOTB betourt zu werden. Das Imperium schlägt zurück, ich hatte davor gewarnt. Sei's drum. My home (country) is zwar my castle, aber wenn der Berg nicht zum Propheten kommen will, muss der Prophet halt zum Berg gehen. Rule, Britannia, rule the waves!

War mein letzter Blog hier noch eine leidenschaftliche Rebellion für ein neu erstarktes Blockhead-Deutschland (wannabe), so akzeptiere ich nun die nackige Wahrheit - nicht ohne ein tiefes Jammertal durchschritten zu haben, mein verheultes Antlitz sei mein Zeuge. Doch wage ich, das zwangsläufig Eintretende auszusprechen: Falls es in näherer oder fernerer Zukunft Konzerte auf europäischem Boden geben wird, dann wohl in London. Und wer dabei sein will, muss sein Pferd satteln und sich dem Kreuzzug gen United Kingdom anschließen. Wohl dem, der nicht vom Pferd fallen möge, denn die Folgen dessen können gar drastisch sein, wie uns die NKOTB-Historie lehrt.

Oh, don't get me wrong, das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind und sollten die Herren der Schöpfung Deutschland doch noch auf dem Globus finden, I promise to do the New Kids dance. Aber einstweilen gilt das Motto: All you need is love. Und diesbezüglich sind die wenigen noch infizierten Fans in good old Germany mit Sicherheit reif für die Insel. Wenn sie nicht schon dem Sturm und Drang erlegen sind und bereits die CasiNO-Tour in the United States oder die sagenumwobene Cruise mitmachen. Anything goes.

What goes me? Me goes to London, just tell me quando, quando, quando. Ich werde pechschwarzen Schwarztee trinken, vor Fett triefende Fish'n Chips essen (oder auch nicht), das kontinentale Frühstück im Hotel bevorzugen und mich von der Tube kreuz und quer durch bzw. unter London chauffieren lassen, nicht ohne mir jedes Mal "Mind the Gap!" ins Gedächtnis rufen zu lassen. Singing in the obligatorischen British rain darf natürlich auch nicht fehlen. Ach ja, und ich werde NKOTB wieder live in Concert sehen. Priceless!

Es ist einfach nicht zu verleugnen. Wenn sich eine Leidenschaft so früh ins Herz einer jungen Maid eingenistet hat, so wird es diese nicht mehr los. Denn so unreal die vermeintliche Liebe ist, die dem Troubadour der Wahl mit Hingabe entgegengebracht wird, so bewußt ist man sich im Unbewußten, dass diese nie erwidert werden wird. It's a one-way street. Was es in vielerlei Hinsicht vereinfacht. Einerseits so fremd und doch so unglaublich vertraut. Wenn man sie sieht, so sind es für einen Menschen, die einen schon so lange begleiten. So fern und doch so nah. Und unglaublich abgedroschen. Und doch so wahr. Im übrigen ist es ja auch eine Family Affair – sind schließlich meine 5 miransherzgewachsene Brüder, die ich da wiedersehen möchte.  

God save the Queen! Da sind wir ja gar nicht so, ist ja schließlich auch nicht mehr die Jüngste. Ob sie amused sein wird, wenn NKOTB die Hauptstadt rocken? Man weiß es nicht, doesn't matter anyway. Ich bin nur froh, dass ich leidenschaftlich der italienischen Kaffeezubereitung - dessen Endprodukt meist als Tassenportion serviert wird - verfallen bin und muss somit nicht zwangsläufig auf das deutsche Kännchen auf der Terrasse zurückgreifen. Und England soll ja auch den einen oder anderen Coffeeshop haben. I will survive!

Liebes Deutschland: Kämpfe weiter - oder besser, fange irgendwann einmal damit an. Wenn Du mich brauchen solltest, just gimme a call, I'll be there. Aber ich werde nicht weiterhin hier rumsitzen und in mein Kopfkissen heulen oder gar weitere Analysen starten, warum und wieso sowieso alle anderen daran schuld sind. Kostet viel zu viel Energie, die ich für upcoming Konzerte beim Nachbarn brauchen werde. Blockhead-Ketzerei? Nein, ich werde nun nicht zu einer derjenigen mutieren, die ständig nach UK schreien, davon gibt es schon genug. Aber ich habe einfach beschlossen, mich an dem Gedanken an das, was da möglicherweise kommen wird, zu berauschen. Sollte NKOTB in 2-stündiger Reichweite eines Fliegers kommen - count me in. Nun ... wenn nicht wieder irgendein Vulkan etwas dagegen einzuwenden haben sollte.

Ich freu‘ mich. Das wollte ich nur mal kommuniziert wissen. Und da ich zur Generation Blog-your-inside-out gehöre und die Mitteilungssucht mich sonst zu zerreißen droht, steht es nun hier. Hit me.

Samstag, 10. April 2010

Auf der Terrasse nur Kännchen!

Du bist Deutschland. Weil, wir sind Papst, bei uns ist Geiz geil, wir erledigen gewissenhaft unsere Kehrwoche, machen uns stets Sorgen, was denn die Nachbarn denken könnten und wollen alle Spießer werden, wenn wir groß sind. Man sollte meinen, die deutsche Blockhead-Gemeinschaft wäre die Bestorganisierteste überhaupt, legt man denn alle typisch deutschen Tugenden - zumindest dem Klischee nach - zugrunde. Doch ... wo ist der deutsche NKOTB-Fan überhaupt?

Wagen wir die traurige Bestandsaufnahme: Es gibt zwei deutsche Fanboards. Das eine, anfangs der Reunion noch voller Leben, Drama, Pepp und Heiterkeit, dümpelt gähnenderweise vor sich hin. Zwei Frühaufsteherinnen halten tapfer die Stellung und lassen uns an ihren Alltäglichkeiten im ehemals Wannabe-a-chatroom-Faden "Germany is ready" teilhaben. Germany war hier vielleicht mal ready, aber inzwischen lockt nur noch eine DVD-Erscheinung ein paar wenige Schreibwillige hinter dem Ofen vor. Und das auch überwiegend, weil die Dinger bis heute nicht vollständig ausgeliefert wurden. Neuigkeiten bekommt man hier schon lange nicht mehr.
 
Das andere Board liefert zwar Neuigkeiten, aber eine Schreibkultur sucht man hier vergeblich. Mag daran liegen, dass sich Board 2 von Board 1 einst abgespaltent hat wegen unüberbrückbarer Zwistigkeiten, die man sich - angesichts der lähmenden Einöde derzeit - fast gar zurückwünscht. Oder ist es womöglich die stets mitschwingende Arroganz, sich als DEN Fanclub Deutschlands zu bezeichnen, gepaart mit der launigen Eingeschnapptheit, warum dies denn bitte schön nicht gewürdigt und in der Welt verkündet wird?
 
Dass frau sich nicht zwei Jahre lang inhaltsschwergewichtigen Postings hingeben kann scheint klar. Aber dass die deutsche Fanbase - die irgendwo das draußen existiert - keinen einheitlichen Meeting Point hat, der es wert wäre, regelmäßig aufzusuchen und sich auch mitzuteilen, ist keine Frage von großer Politik. Die sollte nämlich einfach mal beiseite gelegt und sich darauf konzentriert werden, worum es geht. Ein deutsches Netzwerk, das nach allen Seiten offen ist, aber doch ein in sich geschlossenes Ganzes ist, damit auch etwas erreicht werden kann. So schwer ist das nicht.
 
Aber man hat irgendwie immer unterschwellig das Gefühl, dass der deutschen Blockheads Aktionen bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt sind (wobei auch das eine oder andere alberne oder unsinnige Vorhaben dabei war) bzw. eher zufällig von den eigenen Leuten gesehen und dann nur von ein paar wenigen auch aktiv unterstützt werden. Oder wie peinlich ist es z.B., wenn eine Deutsche bei einem Contest, bei dem ein Besuch von Donnie im Heimatland gewonnen werden konnte, ins Finale kommt, und die Ärmste dann um Stimmen für den deutschen Beitrag betteln muss?! Was muss denn noch passieren, damit man mal wieder die Germany-is-ready-Flagge hissen kann? Warten, bis die nächste Tour, die selbstredend direkt vor der eigenen Haustür stattfinden soll, mir nichts dir nichts verkündet wird, weil ja doch in Good-old-Germany der Blockhead-Bär steppt, dass sich die Balken biegen? Rise and grind, oder besser erst einmal: Aufwachen, bevor es zu spät ist.
 
Europa bzw. alles außer den USA ziehen schon immer den Kürzeren, wenn es um Konzerte oder andere Aktionen geht. Das liegt einfach und allein schon in der Natur der Sache, dass es sich um eine amerikanische Band handelt. Damit muss man sich einfach abfinden und jegliche Beschwerden diesbzüglich kann man sich gerne in vierfacher Ausfertigung an die eigene Kühlschranktür kleben. Doch warum schreit ein Großteil der heimischen Blockheads ausschließlich nach UK und London? Ist es ein Trend, der an mir offensichtlich vorbei geht, da ich seine Daseinsberechtigung schlicht und ergreifend nicht begreife? Keine Frage, sollte es ein Konzert in England geben und hier nicht, so werde ich mir ernsthaft Gedanken darüber machen, dorthin zu gehen. Aber muss man im Vorfeld bereits ein Coming Home to Germany kathegorisch ausschließen? Ist es schicker, den Nachbarn lobzuhudeln, da dieser offenbar weltgewandter ist und der bessere Gastgeber für NKOTB wäre? Ich bin bei weitem kein eingefleischter Patriot, aber dieser Logik kann ich nicht folgen. Haben nicht auch wir damals wir heute den Herrschaften mindestens den Engländerinnen entsprechend genug Anbetung, Aufwandsentschädigung und Engagement entgegengebracht?
 
Aber es scheint ja ach so cool zu sein, sich dem "Don't be so German"-Kult anzuschließen. Twitter läßt grüßen. Ein seltsames Streben nach purer Internationalität ist hier zu beobachten. Hauptsache, man mischt im englischsprachigen Geplänkel mit. Nebst Veröffentlichung unglaublich langweiliger Plattitüden - Retweet sehr erwünscht - entwickelt es sich immer mehr zu einem lächerlichen Anbiedern an die Bandmitglieder oder vermeintlich "wichtiger" Blockheads im Gefüge. War es anfangs noch lustig, ein Reply von z.B. dem fleissigen Mr. Wahlberg zu bekommen, so kann ich einem von 3.752 TWUGs, HUGs, LOVEs oder MUAHs nicht mehr viel abgewinnen. Eine konkrete Antwort auf einen direkten Tweet, fein! Wird gerne genommen, aber da die Wahrscheinlichkeit, bei tausenden von 140-Zeichnern 'gesehen' zu werden, ist unglaublich gering.

Twitter ist im übrigen eine tolle Erfindung. Auch wenn man es nicht so ernst nehmen sollte, wie es viele tun. Aber das Herunterbrechen von Informationsgehalt auf 140 Zeichen verschluckt einfach sehr oft die persönliche Ebene, da so viel Inhalt wie möglich in so wenig zu Verfügung stehendem Kanal gequetscht wird. Erst war es die Community auf .com, dann die nationalen Foren, die ning-Pinnwand, dann der Chat, nun ist es Twitter. Und auch dieses Medium ist vergänglich und ich glaube, dass in spätestens einem halben Jahr dort nicht mehr viel los sein wird. Es ist jetzt schon viel ruhiger als am Anfang, als jeder dorthin stürmte.
 
(Soeben quälte mich eine Nano-Sekunde der Gedanke, wir bräuchten eventuell die BRAVO wieder?!)
 
Vielleicht ist es mal wieder Zeit, sich dem gepflegteren, unlimitierten Austausch in den middle-aged Foren zu widmen. Ein Versuch wäre es wert, wenn es auch von allen Beteiligten ein bißchen mehr Heimatverbundenheit, Einsatz und Hingabe erfordert - was man bei jemandem, der sich Fan nennt, eigentlich voraussetzen sollte. Vielleicht wäre dann ein "Made in Germany" auch wieder möglich und standesgemäß. Was auch immer, wann auch immer. Ideen, die deutschen Fans einmal wieder ins rechte Licht zu rücken, gibt es. Aber dafür müßte man schon an einem Strang ziehen.
 
Frau kann sich aber auch gerne weiterhin oberflächlichem Gezwitscher hingeben. Dann aber bitte kein Gejammer mehr, dass für uns Deutsche eben nur das Kännchen auf der Terrasse, das mit Aufschlag von 100% und mehr zu Buche schlägt, übrig bleibt ...

Donnerstag, 4. Februar 2010

Pending

Es ist ja nicht so, dass seit dem letzten Beitrag hier nichts mehr passiert wäre in NKOTB-World. Und doch befinden wir deutschen/europäischen Blockheads uns irgendwie ständig im Pending-Modus. Und das nicht nur, weil mein Status der "Coming Home"-DVD mir immerzu diesen einen, unbefriedigenden Hinweis gibt.

Es ist nun gut ein Jahr her, seit New Kids on the Block back in Germany waren. Ein kleines bißchen Energie davon ist noch in meinem kleinen Fanherz vorhanden, wenn ich daran zurückdenke. Aber eines ist klar. Wir warten einzig und allein darauf, ein "Mehr davon!" zu bekommen.

Doch der Reihe nach, schließlich wollen einige Dinge hier aufgearbeitet werden.

Es sei den Jungs gegönnt, ihre Solodinge zu kreieren, zu verkaufen und zu performen. Ich höre es mir gerne an. Aber New Kids on the Block sind für mich nur zusammen New Kids on the Block. Punkt. Kurz vor Weihnachten ließen NKOTB das Jahr 2009 mit einem Charity-Event im House of Blues in Boston ausklingen. Ein schöner Jahresabschluss – zumindest für diejenigen, die dabei sein konnten. Trotz vieler Mühen und Befleissigungen einiger Blockheads, die die zum daheim bleiben Verdammten live via Web teilhaben lassen wollten – die wackeligen Videos und Streams transportieren das Feeling nun mal einfach nicht so wirklich. Aber eigentlich war die Tatsache an und für sich, dass sie – während des Breaks – gemeinsam auf einer Bühne standen und der eine oder andere „more to come in 2010“-Kommentar zu hören/lesen war, das eigentliche Highlight.



Pünktlich gabs dann auch gleich noch den Pre-order für die passende DVD „Coming home“. Natürlich war ich als BH Nr. 3.842.972 dabei, als die Bestellhomepage darnieder brach. Nicht, dass es Verwunderung hier ausgelöst hätte. Und doch war ich einige Stunden später tatsächlich stolze Besitzerin einer Vorbestellung sowie des Downloadsongs „Coming home“. Angesichts des vielversprechenden Titels hätte ich mir hiervon allerdings etwas mehr Emotionalität bzgl. der Connection Band/Fans versprochen. Aber es ist leider nur another I-love-you-and-you-love-me-lets-get-together-and-quit-never-Standardtextbaustein. Schade eigentlich. Hätte mehr Potenzial gehabt. Da hat Joe’s „5 brothers and a million sisters“ deutlich mehr Qualitäten als Reunion-Song. Aber ich gehe stark davon aus, dass die eigentliche „Coming Home“-DVD eher ein Tränendrüsendrücker wird.



Und dann war es vor einigen Tagen soweit: Es wurden weitere gemeinsame Konzerte angekündigt! Nein, Mister Ddub, ich werde es nicht Tour nennen, es ist nur eine Aneinanderreihung von mehreren Konzerten in besonderen Locations wie Casinos oder der sagenumwobenen Radio City Music Hall in New York. Nie würde es wagen, dies eine Tour zu nennen.



Genug der Kleinlichkeiten. Die gute Nachricht: Es geht weiter! Es wird nicht nur eine Cruise geben, nein, es wird weitere gemeinsame Konzerte geben, die Pause war bzw. ist tatsächlich nur eine Pause, wir werden nicht auf die Quelle unserer Still-a-child-at-heart-Befriedigung verzichten müssen. Zumindest, wenn wir über einen funktionierenden Internetanschluß verfügen, oder es uns finanziell oder persönlich möglich sein wird, unsere Sucht via Kontinent-Hopping live und vor Ort bei der Tour in den USA, die keine sein darf, auszuleben.



Nein, dies soll nicht eine weitere Beschwerde sein, die von einem nicht-amerikanischen Fan in die Welt gesetzt wird, weil es ja "wieder nur in den USA stattfinden wird". Ja sicher ist es schade, dass augenscheinlich nichts auf dieser Seite des großen Ozeans geplant ist. Aber betriebswirtschaftlich ist es derzeit einfach nicht sinnvoll, für einige wenige Konzerte, die hoffentlich ausverkauft sein würden, einen Riesentross an Equippment, Crew und Band nach Europa zu verschiffen. Wir müssen uns - so weh es auch tun mag - eingestehen, dass wir hier einfach nicht genug sind. Von innen heraus vermag man dies nicht nachzuvollziehen, weil man doch mit Herz, Haut und Haar Fan ist. Doch wir sind nun einmal leider nur ein kleiner Haufen.



Ein mir sehr nahe stehender Mensch wollte mir just in diesen Tagen zu einem Anlaß, der keine Rolle spielt, eine Freude machen und klapperte sämtliche Ton- und Bildträger verkaufende Institutionen hier vor Ort ab und fragte nach "irgend etwas von der Band XY". Außer 'The Block' und einige wenige alten Dinge war die Antwort immer dieselbe: New Kids on the Block? Die gabs doch in den 80ern? Die gibts wieder? Angeboten wurde aber gerne alternativ etwas von Take That oder den Backstreet Boys.



Nein, bitte nicht wieder mit der alten Leier kommen, dass Werbung, Management oder Plattenfirma hier zu wenig tun würden. Das Thema hatten wir durch. Tokio Hotel muss hier auch keine große Werbung machen und doch laufen alle weiblichen Teenies hin bzw. kaufen sich deren Musik. Es ist ganz einfach: Dort, wo man herkommt, wo man groß geworden ist, hast Du die größte Lobby. Dort bist Du einfach präsenter, bist zu Hause. Wir haben hier früher eigentlich nur noch die letzten Ausläufer der NKOTB-Mania mitbekommen. Der große Hype in den USA war viel ausgeprägter, intensiver und dadurch einfach nachhaltiger. Wir hatten in Deutschland/Europa 3 mehr oder weniger intensive Jahre. Und obwohl wir uns in Zeiten der Comebacks befinden, war dies womöglich einfach zu wenig, um auch nach so vielen Jahren wieder sämtliche Fans von damals zu akquirieren. Und für eine reunitete Boyband ist es immer schwierig, neue, junge Fans heranzuzüchten. 



Natürlich hoffe auch ich auf eine weitere Chance, NKOTB wieder live in Concert zu sehen. Wobei für mich bekanntermaßen eine Reise in die USA ausschließlich deswegen nicht in Frage kommt. Da sitzen wir doch ganz tapfer unseren Pending-Modus aus und warten. Sind aber selbstredend in den Startlöchern, sollte sich eine vage Hoffnung auf ein weiteres Comeback to Germany oder Europa (man steckt den Rahmen ja inzwischen schon weiter) doch noch bestätigen und wir wieder mal eine deutsche Ticketseite zum Abschmieren bringen dürfen.