Donnerstag, 4. Februar 2010

Pending

Es ist ja nicht so, dass seit dem letzten Beitrag hier nichts mehr passiert wäre in NKOTB-World. Und doch befinden wir deutschen/europäischen Blockheads uns irgendwie ständig im Pending-Modus. Und das nicht nur, weil mein Status der "Coming Home"-DVD mir immerzu diesen einen, unbefriedigenden Hinweis gibt.

Es ist nun gut ein Jahr her, seit New Kids on the Block back in Germany waren. Ein kleines bißchen Energie davon ist noch in meinem kleinen Fanherz vorhanden, wenn ich daran zurückdenke. Aber eines ist klar. Wir warten einzig und allein darauf, ein "Mehr davon!" zu bekommen.

Doch der Reihe nach, schließlich wollen einige Dinge hier aufgearbeitet werden.

Es sei den Jungs gegönnt, ihre Solodinge zu kreieren, zu verkaufen und zu performen. Ich höre es mir gerne an. Aber New Kids on the Block sind für mich nur zusammen New Kids on the Block. Punkt. Kurz vor Weihnachten ließen NKOTB das Jahr 2009 mit einem Charity-Event im House of Blues in Boston ausklingen. Ein schöner Jahresabschluss – zumindest für diejenigen, die dabei sein konnten. Trotz vieler Mühen und Befleissigungen einiger Blockheads, die die zum daheim bleiben Verdammten live via Web teilhaben lassen wollten – die wackeligen Videos und Streams transportieren das Feeling nun mal einfach nicht so wirklich. Aber eigentlich war die Tatsache an und für sich, dass sie – während des Breaks – gemeinsam auf einer Bühne standen und der eine oder andere „more to come in 2010“-Kommentar zu hören/lesen war, das eigentliche Highlight.



Pünktlich gabs dann auch gleich noch den Pre-order für die passende DVD „Coming home“. Natürlich war ich als BH Nr. 3.842.972 dabei, als die Bestellhomepage darnieder brach. Nicht, dass es Verwunderung hier ausgelöst hätte. Und doch war ich einige Stunden später tatsächlich stolze Besitzerin einer Vorbestellung sowie des Downloadsongs „Coming home“. Angesichts des vielversprechenden Titels hätte ich mir hiervon allerdings etwas mehr Emotionalität bzgl. der Connection Band/Fans versprochen. Aber es ist leider nur another I-love-you-and-you-love-me-lets-get-together-and-quit-never-Standardtextbaustein. Schade eigentlich. Hätte mehr Potenzial gehabt. Da hat Joe’s „5 brothers and a million sisters“ deutlich mehr Qualitäten als Reunion-Song. Aber ich gehe stark davon aus, dass die eigentliche „Coming Home“-DVD eher ein Tränendrüsendrücker wird.



Und dann war es vor einigen Tagen soweit: Es wurden weitere gemeinsame Konzerte angekündigt! Nein, Mister Ddub, ich werde es nicht Tour nennen, es ist nur eine Aneinanderreihung von mehreren Konzerten in besonderen Locations wie Casinos oder der sagenumwobenen Radio City Music Hall in New York. Nie würde es wagen, dies eine Tour zu nennen.



Genug der Kleinlichkeiten. Die gute Nachricht: Es geht weiter! Es wird nicht nur eine Cruise geben, nein, es wird weitere gemeinsame Konzerte geben, die Pause war bzw. ist tatsächlich nur eine Pause, wir werden nicht auf die Quelle unserer Still-a-child-at-heart-Befriedigung verzichten müssen. Zumindest, wenn wir über einen funktionierenden Internetanschluß verfügen, oder es uns finanziell oder persönlich möglich sein wird, unsere Sucht via Kontinent-Hopping live und vor Ort bei der Tour in den USA, die keine sein darf, auszuleben.



Nein, dies soll nicht eine weitere Beschwerde sein, die von einem nicht-amerikanischen Fan in die Welt gesetzt wird, weil es ja "wieder nur in den USA stattfinden wird". Ja sicher ist es schade, dass augenscheinlich nichts auf dieser Seite des großen Ozeans geplant ist. Aber betriebswirtschaftlich ist es derzeit einfach nicht sinnvoll, für einige wenige Konzerte, die hoffentlich ausverkauft sein würden, einen Riesentross an Equippment, Crew und Band nach Europa zu verschiffen. Wir müssen uns - so weh es auch tun mag - eingestehen, dass wir hier einfach nicht genug sind. Von innen heraus vermag man dies nicht nachzuvollziehen, weil man doch mit Herz, Haut und Haar Fan ist. Doch wir sind nun einmal leider nur ein kleiner Haufen.



Ein mir sehr nahe stehender Mensch wollte mir just in diesen Tagen zu einem Anlaß, der keine Rolle spielt, eine Freude machen und klapperte sämtliche Ton- und Bildträger verkaufende Institutionen hier vor Ort ab und fragte nach "irgend etwas von der Band XY". Außer 'The Block' und einige wenige alten Dinge war die Antwort immer dieselbe: New Kids on the Block? Die gabs doch in den 80ern? Die gibts wieder? Angeboten wurde aber gerne alternativ etwas von Take That oder den Backstreet Boys.



Nein, bitte nicht wieder mit der alten Leier kommen, dass Werbung, Management oder Plattenfirma hier zu wenig tun würden. Das Thema hatten wir durch. Tokio Hotel muss hier auch keine große Werbung machen und doch laufen alle weiblichen Teenies hin bzw. kaufen sich deren Musik. Es ist ganz einfach: Dort, wo man herkommt, wo man groß geworden ist, hast Du die größte Lobby. Dort bist Du einfach präsenter, bist zu Hause. Wir haben hier früher eigentlich nur noch die letzten Ausläufer der NKOTB-Mania mitbekommen. Der große Hype in den USA war viel ausgeprägter, intensiver und dadurch einfach nachhaltiger. Wir hatten in Deutschland/Europa 3 mehr oder weniger intensive Jahre. Und obwohl wir uns in Zeiten der Comebacks befinden, war dies womöglich einfach zu wenig, um auch nach so vielen Jahren wieder sämtliche Fans von damals zu akquirieren. Und für eine reunitete Boyband ist es immer schwierig, neue, junge Fans heranzuzüchten. 



Natürlich hoffe auch ich auf eine weitere Chance, NKOTB wieder live in Concert zu sehen. Wobei für mich bekanntermaßen eine Reise in die USA ausschließlich deswegen nicht in Frage kommt. Da sitzen wir doch ganz tapfer unseren Pending-Modus aus und warten. Sind aber selbstredend in den Startlöchern, sollte sich eine vage Hoffnung auf ein weiteres Comeback to Germany oder Europa (man steckt den Rahmen ja inzwischen schon weiter) doch noch bestätigen und wir wieder mal eine deutsche Ticketseite zum Abschmieren bringen dürfen.