Es wird ja fast schon zur Gewohnheit, einen Blog mit „wir haben wieder mal NKTOB-Pause“ oder „Pending-Modus on“ oder gar „es gibt mal wieder nichts Neues zu berichten an der New Kids Front“ zu beginnen. Der allseits aktivierte Fact-Finder ist zwar stets unterwegs im World Wide Web, aber die Recherche für diesen Beitrag gestaltete sich ziemlich zäh. Doch gerade deswegen bzw. aus purem Trotz soll auch heute wieder die Philosophiekeule geschwungen werden und natürlich trägt auch diese NKOTBlog-Analyse wieder das Prädikat „äußerst wertvoll“. Sozusagen die mit der Goldkante. Doch kommen wir zur Sache, denn auch die unabsehbarste Pause aller Pausen will überbrückt werden.
Mit der Fanwerdung ist es so eine Sache: Erst kommt es über einen und dann muss man ein Leben lang damit zurechtkommen. So kann ich mich z.B. ganz dunkel daran erinnern, als ich – als vor gefühlten 273 Jahren unsere Heroen in Deutschland weilten, um in dieser unsäglichen Ritter-Klamotte von Schweiger mitzuwirken – weit vor dem offiziellen Wecker-Gebimmel aufstand, um unzählige Seiten im deutschen „Germany is ready“-Thread nachzulesen, um auch ja kein Detail davon zu verpassen. Wie gesagt, die Erinnerung daran ist nur noch ganz dunkel und verschwommen.
Heute erfährt man ohne persönliche Kontakte zu Blockhead-Kolleginnen, die sich aufmachten, die Cruise oder die CasiNO-Tour mitzumachen, gar nichts mehr. Sicher, die Video-Portale geben schon das eine oder andere Augenschmerzen-hervorrufende Handystreaming her, aber die wirklich interessanten Details, was geschah davor, danach, während dessen und wer hat wen, wann, wo womöglich persönlich getroffen, sucht man vergeblich. Zumindest im deutschen Communitybereich. Ach, ich vergaß, den gibt es ja so gut wie gar nicht mehr.
Ja, ich bin mir sehr wohl bewusst, dass ich mich wiederhole, aber ein allerletztes Mal werde ich auch hier und heute wieder in dieselbe Kerbe hauen. Und das ist gut so.
Es hat sich – mal wieder - gezeigt, dass man (also frau) der deutschen Fanbase kein Gefallen getan hat, indem man in einer Hau-Ruck-Aktion ein zweites Forum eröffnen musste und einen Teil der Seilschaft mit sich zog, es dort aber nicht fertig brachte, die Leute bei der Stange zu halten bzw. durch unangemessenes Verhalten die Fans zu vergraulen. Auch wenn man damals dabei war und kräftig mitgewurschtelt hat - im Nachhinein ist man immer klüger. So haben die deutschen Blockheads aber schlicht und ergreifend nun mal kein Zuhause mehr. Dieser Crash ist aber einfach hausgemacht und die Chancen auf Regeneration sind mager.
Nein, wir heulen nicht. Womöglich sollten wir gar etwas stolz darauf sein, ganz nach dem Motto „Let's be a Minderheitencommunity und let's pfleg unseren Selbstbemitleidungskult!“ Nun ja, inzwischen ist ja auch fast schon eine gewisse Empörungslähmung eingetreten. Nein, es regt sich nicht mal mehr einer darüber auf. Der erste Schritt vom totalen Ende? Doch … Halt! Es besteht wahrlich ein winzig Funken Hoffnung. Durch den Einsatz hochtechnischer Raffinessen weiß ich sehr wohl, dass dieser Blog hier gelesen wird. Und sogar gar nicht so selten, wie man vermuten könnte. Nein, diese Feststellung soll kein Schnorren nach Lobhudeleien nach sich ziehen. Es soll vielmehr zeigen, dass es da draußen offensichtlich sehr wohl noch genügend deutsche Blockheads gibt, die sich interessieren, ja sogar den Weg auf diese Seite finden, um nur irgendetwas von bzw. über NKOTB zu lesen. Sei es auch noch so trivial (aber bierernst gemeint), wenn auch meist nahezu brillant auf den Punkt gebracht (‚Arroganz-Modus aus). Wäre ich Ddub, wäre dies wohl der richtige Zeitpunkt, ein kollektives deutsches Wooo-ing einzufordern. In Anbetracht dessen, dass dies aber wohl nicht das richtige Medium hierfür ist, beschränke ich mich darauf - nicht ohne einige Hintergedanken - festzustellen: „Ich weiß, dass Ihr da draußen seid. Eines Tages …“.
Wer ganz bestimmt irgendwo da draußen sein Unwesen treibt, ist unser neuer Twitter-Spaßvogel. Manche nennen ihn auch Jon Knight. Kaum ist er dem Showfrack entsprungen, meldet er sich via Twitter als arbeitslos (Arbeitslosengeld von NKOTB einzufordern … ein wahrer Schenkelklopfer!) und bewirbt sich um neue Jobs. Ich persönlich halte ihn allerdings für schwer vermittelbar. Wobei … vielleicht sollte er mal bei Take That nachfragen. Die nehmen derzeit (wieder) Mitglieder auf. Diese Tatsache war sogar den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern eine Headline in den Hauptabendnachrichten wert. Ja, man kann sich meiner ungläubigen Blicke diesbezüglich sicher sein. Aber es ist nun einmal, wie es ist. Take That war und ist einfach die bekanntere Boyband. Zumindest hierzulande. Doch womöglich muss man Robbie und Konsorten noch dankbar sein. Vielleicht rücken sie die Spezies Boyband wieder in ein anderes Licht.
Was uns gleich zum nächsten Gedanken führt. Haben sich unsere NKOTB tatsächlich aufgemacht, um mit den Backstreet Boys am Ende der CasiNO-Tour gemeinsam aufzutreten? Und sollte dies tatsächlich nur eine einmalige, für Fans beider Lager wohl eher außergewöhnlich anmutende Kooperation, sein, die vielleicht total erwachsen à la „was interessiert uns unser Konkurrenzgehabe von anno dazumal“ wirken sollte, letztlich aber eher Skepsis hinterlassen hat? Oder müssen wir tatsächlich damit rechnen, in Zukunft öfter mal die unsere und die total andere Band einträchtig, sich auf die Schulter klopfend, auf einer Bühne zu sehen? Also mir persönlich sind derzeit viel zu viele Ex-Boy-Nun-Manband-Comebackers unterwegs. Geht der Trend etwa zu Zweit- oder ja gar Dritt-Boyband?
Doch Sarkasmus beiseite. Bei aller Liebe und Offenheit für Neues, aber sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, dass man künftig ein Doppelbandpack vorgesetzt bekommt, dann müsste ich – wiederrum bei aller Liebe – ganz energisch dagegen protestieren. Und nein, einen Gefallen tut man so beiden Fanlagern auch nicht. Weil zwei mal nur halb gefüllte Konzerthallen ergeben nicht zwangsläufig ganz mit total einträchtigen BSB- und NKOTB-Fans gefüllte Hallen. Da liegt wohl leider ein fataler Denkfehler vor. Ich habe grundsätzlich kein Problem mit den Backstreet Boys und ich mache auch nicht das Radio aus, wenn einer ihrer Songs gespielt wird und eine einmalige Aktion finde ich völlig in Ordnung. Aber ich hätte kein Bedürfnis, ein Konzert zu besuchen, das zur Hälfte von NKOTB und zur Hälfte von BSB oder gar Hand in Hand von beiden bestritten würde. Ich hoffe, diese Gerüchte sind tatsächlich nur Gerüchte und entschwinden alsbald, damit diese auch ja nicht larger than life werden.
Was gibt es sonst noch aus dem NKOTB-Lager zu berichten? Danny. Danny. Trainiert. Ja. Täglich. Jordan scheint die Arbeit zu seinem Solo-Album wieder aufgenommen zu haben, Donnie widmet sich wieder der Schauspielerei, nicht ohne ab und zu einen neckischen Cliffhanger oder gar ein berüchtigtes „soon“ am Twitterweg liegen zu lassen. Joe pflegt wohl sein Windelimperium und lässt die Seele baumeln. Soll er. Solange er ab und zu eine hübsch zu lesende Blogduftmarke hinterlässt. Dann lässt sich auch leichter Geld sammeln für seine Stiftung. Wäre ja auch egoistisch, sich nur blicken zu lassen, wenn man etwas haben wollte.
Und irgendwie wartet die Fanwelt darauf, endlich wieder etwas Konkreteres als „soon“ oder „to be continued“ an die Hand zu bekommen. Seien es Daten jeglicher Natur, ob eine ziemlich wahrscheinliche Cruise 2011 betreffend oder gar YES-I-am-a-Tour-Daten. Wobei dies derzeit ziemlich unwahrscheinlich scheint. Ich befürchte, es wird noch einige Zeit ins Land gehen, bevor wir wieder mit Hard Facts versorgt werden (ob wohl Krakenorakel Paul auch für solche Vorhersagen taugt?). Aber daran haben wir uns ja schon fast gewöhnt. Wir müssen nur alle ganz fest daran glauben, dass diese Pause ein ultimatives Power-Napping für die Band und Blockheads weltweit ist – damit es danach mit noch mehr Energie weitergehen kann. Damit es hoffentlich wieder jede Menge Facetime gibt. Soll es nun übrigens auch bei einem Obstlastigen Mobilfunkanbieter geben, wie mir jüngst eine Reklame farbenfroh verkündete. Typischer Fall von Blockhead-Symptom, man denkt immer nur an das ‚eine‘.
So. Und nun bitte ich um reichlich Handgeklapper für diese wort- und geistreiche, ja, man könnte fast gar sagen, zwanghaft inhaltsgeschwängerte Ausgabe von Philly’s NKOTBlog. Manchmal ist Schweigen eben doch nicht immer Gold. Womit wir wieder beim Prädikat wertvoll wären. Aber das sagte ich ja bereits.
Und sollten diese Zeilen gar dazu beigetragen haben, drei Minuten der derzeitigen Pause etwas kurzweiliger gestaltet zu haben, so hat sich der Workshop „Wie bastele ich einen Blog aus Nichts“ doch schon wieder gelohnt und die Verfasserin verneigt sich in Demut.