Freitag, 19. November 2010

Blockhead im BSB-Selbstversuch

Wie bereits erwähnt, bin ich kein ausgesprochener Fan der Backstreet Boys und von der NKOTBSB-Tour nicht begeistert – aber in Anbetracht der Tatsache, dass überhaupt getourt wird, der Sache so wohlwollend wie möglich gegenüber stehend.

Aber als gnadenlose Realistin (im Sinne von „so krümelt der Keks, ich kann’s eh nicht ändern, deswegen mache ich mir die Welt, wie sie mir gefällt“) glaube ich noch daran, dass NKOTBSB nach Europa kommen werden und mir zumindest ein letztes Konzert meiner Jugendverknalltheit gegönnt sein wird. Viele Blockheads haben Bedenken geäußert, beim BSB-Part der Konzerte mehr oder weniger teilnahmslos herumzustehen, unfähig einer Reaktion, weil man die Lieder nicht kenne und die Typen eben nun mal nicht die Favourites sind, die damals bei uns an der Wand im Mädchenzimmer klebten. Das geht mir natürlich nicht anders. Aber um des Realismus-willens habe ich mir vorgenommen, mir von allem das Beste aus dieser Sache zu ziehen.

Aus diesem Grund starte ich heute das Experiment: Was muss ich tun, um beim BSB-Teil eines NKOTBSB-Konzerts trotzdem Spaß zu haben, ohne BSB-Fan zu werden, weil dies aus bereits ausführlichst dargelegten Gründen dem 100 %-igen Inkompatibilitätgesetz unterliegt?

Selbstversuch Teil 1 startet. Jetzt.

1.1 Musik

Amazon als mein bester Inkognito-Einkaufsladen lieferte schnell und zuverlässig zwei mir auserkorene BSB-Silberlinge. Der hier im Haushalt ansässige Dreijährige packte tatkräftig aus, um dann mit fachmännischem Blick auf das Cover festzustellen: Nju Kids! Gut, daran arbeiten wir noch. Nach einer Aufklärung, dies seien nicht NKOTB, sondern die Backstreet Boys (gefolgt von einem „wie … davon gibt’s noch mehr?!“-Blick), wurde die erste der CDs gestartet. Um das Urteil des Dreijährigen vorwegzunehmen nach der Frage, wie es denn gefallen hätte: Nju Kids und Mondbär sind besser! The perfect Blockhead-Mom I am. Das Blockheadtum sozusagen mit der Muttermilch an the next Generation verabreicht. Wenn das mal keinen Fleißpunkt gibt.

Doch zurück zum Wesentlichen, ich nehme dieses Experiment wirklich sehr … ernst. Es ist ungewohnt, sich eine CD einer anderen Boyband komplett anzuhören, um dann versucht vorurteilsfrei ein Urteil zu fällen. Doch ich habe mich tapfer fast rund um die Uhr mit BSB beschallt (der körperliche Schmerz lässt langsam nach). Das Ergebnis lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Es gibt einige Up-Tempo-Nummern, die – laut aufgedreht – sicherlich Laune machen können, z.B. Larger than Life, The Call (ein Ohrwurm, setzt sich trotz standhafter Weigerung fest, ertappe mich dabei, dass ich einige Textpassagen mitsingen kann), We’ve got it goin‘ on und Get down (beides ältere Semester). Auf der anderen Seite gibt es einige viele unerträgliche Schnulzballaden, die sich textlich wohl so dramatisch nicht unterscheiden von NKOTB-Balladen (hier gibt’s auch einige, die die Tränensäcke aufpolstern), aber der BSB-Schmalz ist schwerer verdaulich. Die ein oder andere hübsche Ballade mit dem von BSB mehr als von NKOTB gepflegten Harmonie-Gesang findet man ebenfalls. Nichts Weltbewegendes, aber durchaus anhörbar. Dazwischen gibt’s – vor allem auf dem neuesten Album – einige Nummern, die ganz ok beginnen, dann aber aus unerklärlichem Grund ins Schlagermetier umkippen. Wer das verbrochen hat, weiß wer will, ich jedenfalls nicht.

Am positivsten in Erinnerung geblieben ist mir der Song „Bigger“, ebenfalls vom letzten Album. Ein angenehm unaufgeregter Song, der ein gutes Feeling verbreitet. Es gibt dazu auch ein ebenso angenehm unstylisches Video, in dem die Lockerheit der Protagonisten rüberkommt. Mehr davon und ich werde … nein, kein Fan, aber vielleicht ein Teilzeit-BSB-Okay-Finder.

Überraschend war für mich, dass ich sehr viele Songs schon einmal gehört hatte. Ein Beweis dafür, dass BSB wohl viel mehr im Radio/TV gespielt wurde und wird, als mir bewusst war. Ja gut, irgendwoher muss deren Erfolg ja her kommen. Aber … ein vorher/nachher-Effekt hinsichtlich mit/ohne Kevin, dem Ex-5.BSB-ler ist von meiner Seite auch mit dem größten Wohlwollen nicht festzustellen. Also, wer immer ihn vermisst, musikalisch kann er so fokussierend nicht gewesen sein (wobei … hört irgendein Blockhead da draußen Jonathan Knight wirklich singen, außer beim legendären Step 5 und „Happy Birthday“? … hmm). Apropos Kevin …

 
1.2 Namen

Nun gut, wir wissen also, dass der nicht mehr bei den BSB vertretene 5. Mann Kevin heißt. Mit Boyband-geschultem Ohr lauschte ich also ganz bewusst, um die Stimmen mit den Namen in Einklang zu bringen. Sonst schreit die Menge im Konzert extatisch einen Namen und ich schaue auf den falschen und verpasse womöglich den BSB-Step-5. Was auch immer der sein mag. Und selbst in Unkenntnis dessen möchte ich diesen nicht verpassen (ist schließlich im Preis inbegriffen, zu verschenken hat schließlich niemand etwas). Also, wir haben Brian, Nick, AJ und Howie. Die Nachnamen will und werde ich mir nicht aneignen, nein, das überlasse in den wirklichen Fans. Und ja, es ist möglich, Name, Stimme und Harmonie-oben-oder-unter-Singer auseinanderzuhalten. Fein. Das wäre also auch geschafft.

Ja … und was nun? Was muss ich noch wissen, um als BSB-Akzeptierer durchzugehen? Also gut, es führt wohl kein Weg daran vorbei. YouTube, ich komme. Oh, frohlocke, du meine Blockhead-Seele! (Das ist der Moment, in dem ich so etwas wie Reue empfinde, diese Aktion gestartet zu haben. Aber wer weiß, wozu es noch gut sein wird. Ich könnte mich nach erfolgreich abgeschlossener Testphase als Blockhead-BSBFan-Mediatorin zur Verfügung stellen! Oder ich werde heldenhaft meinem selbstauferlegtes Schicksal erliegen und am Ende des Experiments erschöpft ob völligen Chaos in meiner Boyband-Kleinmädchenseele in Harmoniegesanggeschwängerten Schlaf sinken, natürlich nicht ohne von einer gigantischen #penisstage zu träumen).

ICH BIN EIN BLOCKHEAD … HOLT MICH HIER RAUS!

… to be continued (oder so)

Dienstag, 9. November 2010

NKOTBSBlog / Wahn- oder -Sinn?

Nun gut, es ist einige Zeit vergangen seit meinem letzten Blog hier. Und so haben sich auch diverse Dinge verändert. Nachdem uns die Neuigkeiten derzeit ja fast täglich um die Ohren geknallt werden. Ich werde hier und heute aus Zeit- und Platzgründen nur einige der ‚Problemzonen‘ ansprechen, derzeit könnte sich Fanfrau ja fast rund und die Uhr mit Analysen beschäftigen. Insofern werde ich mich im Moment nur auf ein paar Highlights konzentrieren.

Obwohl es mich gar schmerzlich in den Finger juckte, habe ich mich zurückgehalten, NKOTB-Net durchstreift, Reaktionen gesichtet - oftmals ungläubiges Kopfschütteln hervorrufend - und die offiziellen Daten und Statements am 08.11. abgewartet, die zwar schmaler ausgefallen sind, als erwartet, aber dazu später mehr. Zunächst zu den Reaktionen, die die Verkündung der gemeinsamen Tour mit den Backstreet Boys nach sich zogen. Und obgleich die Gerüchteküche bereits seit Monaten diesbezüglich kochte, war die Erschütterung nach der offiziellen Bekanntgabe offensichtlich derart aufwühlend, als hätte Fan noch nie etwas davon gehört.

Unglaublich, was hier zu lesen war. Dramen scheinen sich in mancher Leute Leben abzuspielen, ihr Weltbild zerstört, ihre bunte Bubblewelt verpufft. Und warum? Weil NKOTB mit BSB gemeinsam touren werden. Hier werden Analysen bis weit in die 90er Jahre gefahren, die Historie und Politik (!) der beiden Bands bis ins kleinste Detail auseinandergenommen, Aussagen von anno dazumal an den Pranger gestellt um dann eingeschnappt festzustellen: Alles doof.

Ich finde es ehrlich gesagt zum Teil erschreckend, was hier passiert. Wir sprechen hier von BOYBANDS. Nicht von Dingen, die die Welt wirklich belasten, betreffen, am Leben erhalten. Ich habe mich bis dato für einen Fan gehalten, der mit dem Herzen wirklich voll dabei ist. Und auch wenn sich das nicht in Konzert- oder Kreuzfahrtreisen in Richtung USA geäußert hat, so habe ich andere Dinge getan, um mein Fansein auszuleben. Aber wenn nun Fans hergehen und verkünden, sie fühlten sich verraten von ‚ihrer‘ Band, der sie seit Jahren, ja gar Jahrzehnten die Treue gehalten haben, dann stimmt hier etwas Entscheidendes nicht. Ob bei denjenigen oder bei mir, das sei dahingestellt.

Ich verstehe durchaus, wenn man nicht gleich Luftsprünge macht, wenn man nicht gerade zufällig auch noch Fan der Backstreet Boys ist. Und ich bin immer noch der Meinung, dass man nicht von zwei derart ähnlich gestrickten Bands Fan gleichermaßen sein kann. Hierzu habe ich mich im letzten Blog bereits ausführlich geäußert und dazu stehe ich nach wie vor.

Aber es wird nun einfach Zeit, sich von der Romantik zu verabschieden, die rosarote Brille abzunehmen und den Tatsachen ins Auge zu blicken. Ich persönlich bin der Meinung, dass diese Joint Tour die EINZIGE und letzte Chance überhaupt sein wird, NKOTB in Concert zu sehen. Wer immer noch glaubt, sie könnten eine eigene Tour - und die gar bitte noch weltweit - stemmen, der irrt leider. Wir reden hier von knallhartem Business. Und auch die immer wiederkehrenden Rufe: „Aber man könnte doch kleine Venues spielen, das wäre dann doch nicht so teuer“, sind ermüdend. Die letzte CasiNO-Tour spielte bekanntermaßen in kleinen Locations und war trotzdem nicht ausverkauft. Und auch wenn das Tour-Equipment kleiner ausfallen würde, die Kosten würde das nicht dramatisch senken. Und schon gar nicht, wenn es nach Übersee gehen würde (man erinnere sich an die von der Presse bemängelte „nur“ dreistufige Las Vegas Showtreppe bei den Europa-Konzerten 2008 – ein totaler Fauxpas! lol).

Ich bin wahrlich keine Wirtschaftsexpertin. Aber das Angebot regelt immer noch die Nachfrage. Und wenn die Nachfrage nach mittelalten Boybands einfach nicht mehr gegeben ist, dann funktionieren eben auch keine Touren. Hier kämpfen schon die ganz großen Acts ums Überleben, und wenn man hier nur eine kleine, wenn auch feine Fanbase hat, dann wird es ganz schwer. Wenn man sich täglich im NKOTB-Universe unter Gleichgesinnten tummelt, mag man den Eindruck gewinnen, wir wären eine unglaublich starke, sensationelle Masse, deren schiere Liebe unserer Boyband gegenüber die Welt bewegen kann. Nein, kann sie leider nicht, wir sind nur ein paar wenige Hanseln, die zwar wirklich tief erfüllt von Liebe sind, aber so richtig viele sind wir nicht. Leider. Doch auch das macht es irgendwie zu etwas Besonderem, auch wenn es in diesem speziellen Fall nun mal leider zu wenig in Bewegung setzt.

Aber es ist nur eine Band und wir sind nur eine Handvoll Fans, die kleine NKOTB-Bubble mag zwar knuffig sein, aber sie existiert nicht wirklich. Hinzu kommt, dass vor allem Twitter eine vermeintliche Nähe zu den Bandmitgliedern suggeriert. Der „direkte“ Kontakt sozusagen, ein heißer Draht, ohne Umwege auf mein Handy oder PC. Sorry, aber das ist alles Illusion. Seifenblasen en deluxe sozusagen. Marketing ist das Zauberwort. Das soll wahrlich nicht heißen, dass die fünf Männer, die seit so langer Zeit Teil unseres Lebens sind, ausschließlich aus kommerziellen Zwecken das tun, was sie tun. Natürlich wissen sie die Hingabe der Fans zu schätzen und wollen mit Sicherheit auch etwas davon an die Fans zurück geben. Aber nicht total uneigennützig. Zu verschenken hat ein niemand etwas.

Soweit zu gehen, dass NKOTB nur des Geldes wegen noch zusammen sind und Musik machen und Touren wollen, will ich nicht. Um so etwas überhaupt zu machen, muss man schon ein gewisses Maß an Passion mitbringen. Aber selbst für den geilsten Job der Welt will man entsprechend entlohnt werden. Wer will schon tagtäglich einer „Arbeit“ nachgehen, die einem zwar tierisch Spaß und Bewunderung einbringt – man aber am Ende des Tages noch Geld drauflegen muss… Rhetorische Frage Ende.

NKOTB oder BSB, weder die eine noch die andere Combo haben sich meiner Meinung nach darum gerissen, sich gerade mit ausgerechnet der jeweils anderen Band zusammenzutun. Es ist vielmehr der letzte Kreuzzug zweier verzweifelter Nomoreboybands, es noch einmal zu tun. Natürlich wird es uns nun so verkauft, als sei es die magischste Erfahrung überhaupt, genau dies zu tun. Und man habe sich selbstverständlich seit je her respektiert für des anderen Erfolg. Blablabla. Es ist eine rein strategische Allianz, eine Zweckgemeinschaft. Nicht mehr und nicht weniger. Der Sache wegen hat man sich hier arrangiert und findet sich nun total prima. Weil man ja eigentlich total viel gemeinsam hat. Wer immer diese Idee hatte, sie war insofern genial, als dass sie beiden nochmals eine noch nie da gewesene Daseinsberechtigung gibt. Zwei der erfolgreichsten Boybands ever auf einer Bühne. Genau darauf hat die Welt gewartet. Sie sind wieder in aller Munde, die Presse schreibt und redet darüber. Was will man mehr. Der Rubel könnte noch ein letztes Mal rollen.

Und pünktlich mit diesen News kam dann auch noch schlagartig die kostenpflichtige Fanclub-Mitgliedschaft auf www.nkotb.com in zwei Preiskategorien. Nochmal abgewatscht! Und das auch noch ohne Vorankündigung. Gemein. Ich werde an dieser Stelle nun nicht das Für und Wider dieser Bezahl-Blocknation durchkauen. Jeder ist seines eigenes Portmonees Hüter. Und wenn man sich die ILAA-Preise für *-Tickets ansieht, so kann man sich für ein paar Meet & Greets auch wahlweise bald einen gebrauchten Kleinwagen kaufen. Abzocke? Möglich. Knallharte Geldmacherei? Denkbar. Fan-Ausbeutung? Kann man sicherlich darüber streiten.

Egal was kommt, so viele beschweren sich immer über irgendetwas, das ihnen nicht passt. Dabei ist es so einfach. Wenn man merkt, dass es einfach nicht mehr dasselbe ist, ein Blockhead zu sein und nicht mehr damit einverstanden ist, was einem die einstige Herzschmerzkreischalarm-verursachende Band NKOTB serviert, dann ist es wohl einfach an der Zeit, dass sich manche Wege trennen und frau sich zurückzieht vom Fantum. Man ist weder verpflichtet noch wird man gezwungen, alles hinzunehmen.

Being a Blockhead ist keine lebenslange Verpflichtung via Vertrag. Es ist eine Herzensangelegenheit. Wenn das Herz nicht mehr voll dabei ist, dann muss man einfach so ehrlich sein und Adieu sagen. Dinge ändern sich, wir ändern uns, wir können Dinge ändern. Indem wir sie hinter uns lassen, wenn sie uns mehr ärgern, als Freude zu bereiten. Es liegt bei einem jeden selbst, abzuwägen, ob das Positive, was einem NKOTB noch geben das überwiegt, als was das zwanghafte BSB-Aufsaugedrücken oder nun auch ganz aktuell die kostenpflichtige Fanclub-Mitgliedschaft mit sich bringen.

Ich persönlich bin hier wohl eher leidenschaftslos. Nicht im eigentlichen Sinne, mehr insofern, als dass ich die Entscheidungen nüchtern betrachte. Nach wie vor bin ich kein Fan von BSB, wenngleich ich einige Songs von ihnen ok finde. Ich weiß noch nicht, wie ich reagieren werde, wenn ich statt meiner fünf Heroen nun neun Ex-Boybander auf einer Bühne sehen werde, wovon mir 4 nicht viel bedeuten bzw. mich auch nicht übermäßig interessieren. Aber hallo? Die Entscheidung, ob ich mir das ansehen will oder werde, liegt doch bei…? Genau, ganz allein bei mir. Wenn mir die Sache nicht passt, dann bleibe ich eben zuhause. Wer es bevorzugt, NKOTBSB nicht sehen zu wollen und diese - im ersten Moment sicherlich unglückliche - Kombination boykottieren muss, der möge dies tun.

Habe ich überhaupt schon erwähnt, dass ich M&M’s gerne mag? Aber bitte nur die mit Erdnuss drin, die mit reiner Schokolade muss ich nicht unbedingt haben, finde ich langweilig. Sollte sich der M&M-Hersteller dazu entschließen, künftig keine zwei verschiedenen Packungen mehr anzubieten, sondern nur noch eine Packung, in der beide Varianten zusammengemischt werden, werde ich mir diese dann überhaupt noch kaufen? Hm. Wohl schon. Ich werde die Packung öffnen und mir meine Erdnuss-M&Ms herauspicken und genießen. Die Schoko-M&Ms werde ich jemand anderem überlassen, wäre ja Verschwendung, da ich sie ja mit bezahlt habe. Aber ich werde mich bestimmt nicht diesem jemand gegenüber setzen und ihm dabei zusehen, wie er die Schoko-M&Ms isst und jedes Mal, wenn er eines davon in den Mund steckt, sagen: „Oh, wie eklig, Du isst Schoko-M&Ms!“. Ich werde ihm seine Freude beim Genießen lassen und mich an meinem erdnussigen Schokokugeln erfreuen. Und schon sind zwei Genießer – wenn auch mit verschiedenen Vorlieben – zufriedengestellt. So einfach kann das sein.

Niemand wird zu BSB gezwungen. Man kann ob der Tatsache einfach beleidigt sein und schmollen. Man kann aber auch einfach eine "What shells!“-Attitude einpacken und sich eine gute Zeit bereiten. Es ist und bleibt reine Zeitverschwendung, sich darüber aufzuregen. Es ändert NICHTS. Es findet so statt, wie die Herren der Schöpfung (in diesem Fall alle Neune) es geplant haben. Und wenn sich die Mehrheit beider Fanlager dazu entschließt, nicht hinzugehen, dann werden das NKOTBSB schnell genug mitbekommen und die Angelegenheit erledigt sich von selbst. Wenn es diese Tour bis nach Europa schafft, werde ich der Sache eine Chance geben, nicht zuletzt, um noch einmal MEINE Boyband live on Stage zu erleben. Eventuelle BSB-Mitglieder werde ich mir ansehen und deren Fans ihre Freude lassen. Und ich glaube tatsächlich, dass es so schlimm nicht werden wird.

NKOTBSB ist es mir persönlich nicht wert, in die USA zu reisen. Aber das waren mir Pur-NKOTB auch nicht (ups, da war es wieder, das lousy-Fan-Gen). Aber in Europa kommt das durchaus in Frage. Und ich habe diesbezüglich die Hoffnung nicht aufgegeben, als dass es hier immer wieder Hinweise gab, dass es im Rahmen der Möglichkeiten liegt.

Es steht jedem selbstredend frei, seinem Ärger hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen Luft zu machen. Natürlich wären beiden Fanlagern einzelne Touren ihrer Bands am liebsten gewesen. Mir natürlich auch. Aber es liegt nicht an mir oder an uns, dies zu ändern. That’s the name of the game. Entweder wir spielen es mit und ziehen uns das Beste davon heraus oder wir lassen es.

Sicher, Fan einer Boyband zu sein ist anders, als Fan einer 'normalen' Band zu sein, es ist weitaus emotionaler. Nehmen wir z.B. U2. Würden sich z.B. U2 und Bon Jovi für eine Tour zusammentun, wäre das der Himmel auf Erden für diejenigen, die diese Art Musik mögen. Tun sich aber zwei Boybands zusammen, bricht gleich die Hölle auf. Mal ehrlich, sind wir dazu inzwischen zu alt dafür? Und ich wage nicht, daran zu denken, wenn sich wirklich einige Fans des einen Lagers beim Auftritt der anderen Band demonstrativ wegdrehen oder gar noch respektlosere, kindische Dinge vollbringen werden, wie zum Teil zu lesen war.

Man muss die andere Band nicht mögen, anschmachten, lieben oder toll finden, nur weil sie auf derselben Bühne stehen (müssen) wie die geliebte Boyband. Aber man kann allen Beteiligten - nicht zuletzt den Bands selbst – durch negative Stimmungsmache alles versauen. Und dann hat am Ende keiner etwas davon gehabt, weil NKOTB dann ganz schnell komplett in der Versenkung verschwinden werden. Dann haben wir NKOTB gehabt und das Ende SELBST schneller herbei geschrieen, als uns lieb ist. Und dann? Ja, dann bleibt uns wirklich nichts mehr anderes übrig, als zuhause zu sitzen und Schokokugeln zu mampfen. Oder auch albernen Online-Petitionen hinterher zu jammern. Geht auch.


EDIT:
Wenn ich weiter oben sagte, ich sei angesichts der aktuellen Ereignisse 'leidenschaftslos', so war dies allein darauf bezogen, dass ich mir von den aktuellen Geschehnissen nicht die Laune verderben lassen werde. Ich werde weiterhin ein Blockhead sein, werde mir weiterhin NKOTB in Ton, Wort und Bild reinziehen, werde - wenn möglich - mir europäische Konzerte ansehen, schließe auch nicht aus, eine zahlende Blocknationette zu werden und habe für mich ganz persönlich beschlossen, mir den Spaß an der Sache nicht nehmen zu lassen, indem ich mich darüber aufrege und vor lauter nutzloser Wut vergesse, was ich in der Vergangenheit hatte und hoffentlich noch eine Weile haben werde.

Ich weiß, dass für einige Fans die Sache eine weitaus größere Bedeutung hat. Dinge, die die NKOTB-Reunion mit sich gebracht haben wie Bekanntschaften, Freundschaften, Reisen um die Welt, was ich in keinster Weise zerreden möchte und ich will hier schon gar keinem auf die Füße treten. Aber vielleicht schadet es nicht, wenn man sich einmal die betriebswirtschaftlichen Hintergründe vor Augen hält, die zu den Dingen, die wir aktuell erleben, führen. Aber wenn ich alles, was NKOTB je hervorgebracht hätten, in Frage stellen und mir total zu Herzen nehmen würde, dann wäre ich kein Fan. Diese Analysen und Philosphierereien hier sind durchaus ernst gemeint, aber obgleich ich an dieser Stelle meist ziemlich nüchtern darüber schreibe, bin ich überzeugter Blockhead.

Nächste Woche werde ich über die Autobahn einige viele Kilometer zu einem Blockhead-Meeting düsen. Und dabei wird Martini sich unter anderem wieder das Dallas-Live-Konzert in die Anlage werfen und sich mit der geilsten Band der Welt volldröhnen und erst eine lonely Highway-Blockhead-Party feiern und danach mit Gleichgesinnten (die einzigen Menschen, mit denen über das Blockheadtum 'sinnvoll' zu reden ist) zusammensitzen. Da interessiert es mich doch einen Scheiß, ob nkotb.com nun was kostet, die Backstreet Boys künftig dabei sein dürfen oder Donnie wieder mal Marketing-Weisheiten tweetet. I'm having a good time! Einmal Blockhead, immer Blockhead <--- das ist aber mein ganz persönliches Resümee, das ich für mich ziehe. Jeder muss seine eigenen Konsequenzen aus dem, was NKOTB tun oder eben auch nicht, ziehen. It's a free world!