Da ich – freiwillig wie immer – leider nicht mitgecruised
bin und bis dato noch nicht in den Genuss der Package-Tour gekommen bin, ist
dieser Blog zwar nicht gespickt mit den Tages-aktuellste NKOTB-Highlights, aber
statt dessen - oder vielmehr gerade aus
diesem Grund - gibt es etwas, worüber wir dringend reden müssen! Warnung: Mein
BloG und ich, wir werden heute böse sein. Die Feder ist spitz wie Nachbar‘s
Lumpi und die Tinte ist dickflüssig, tiefschwarz mit Nitroglyzerin verfeinert
... Welcome to the *naughty* BloG-Party!
Als NKOTB ihr Comeback ankündigten, fand ich das saugut.
Als ich feststellte, dass diese Bewegung auch noch total modern im Internet
anstatt in der BRAVO stattfand, fand ich das saustark. Als mir die Dimension
bewusst wurde, dass man sich mit nur einem Fingerklick direkt und inmitten
einer Community mit NKOTB-Mit-Bekloppten befand, fand ich das saugeil. Schon
war man in den Foren, Chats und Twitter unterwegs, um dabei zu sein. Surfen, Schmachten,
Lästern und Texten im Netz, immer schön unter dem Deckmäntelchen des Nicknames
samt einem bunten Ava-Bild.
Ich war davor durchaus schon Miles & More online
unterwegs, doch eines habe ich immer gemieden: Facebook. Nicht, weil es ständig
in den Verruf bezüglich Datenschutz gerät. Nö. Auch nicht, weil man gerne mal
von Massenaufläufen hörte, weil hier jemand eine private Veranstaltung
dummerweise als öffentlich gepostet hat. Pff, solange die nicht bei mir vor der
Türe stehen. Und auch nicht, weil man ständig von Leuten von der Seite
angetextet wird à la „biste auch bei Facebook?“. Nein, es war ein rein, nennen
wir es, natürlicher Reflex.
Doch die Zeiten sind schnell. Veränderungen kommen,
bleiben kurz und gehen wieder. Das nächste Neue steht schon in den
Startlöchern. Und doch, als eine der Letzten auf diesem Planeten war ich der
Meinung, man könnte das deutsche NKOTB-Forum am Leben erhalten. Nicht, dass es
je toll gewesen wäre. Bewahre, nein! Oder in irgendeiner Art wertschöpfend. Niemals.
Oder gar von geeigneten Admins betreut. Kein Kommentar. Eigentlich hat es ganz
oft genervt. Aber wie auch immer … irgendwie war es nach dem Dinosaurier aller Blockhead-Kommunikationstreffpunkte
auf www.nkotb.com die Heimat der deutschen Fanbase. Zumindest für eine Weile.
Keine Ahnung, warum ich immer wieder dahin zurückgekehrt bin. Müßig, nein,
sogar ein bisschen peinlich, um ehrlich zu sein. Jedenfalls hat man mir dort in
der jüngeren Vergangenheit mehrfach zu verstehen gegeben, dass ALLE User doch
jetzt bei Facebook in der deutschen Gruppe unterwegs wären und hier nun der
neue Nabel der Blockhead-Welt sei. Es gab tatsächlich User, die sich im Forum
neu angemeldet haben, um mir dies mitzuteilen –> Speechlessness Part 1.
Na gut, gotme, die Neugier war dann eben doch stärker.
Und ein neuer Account auf Facebook geboren. Auf das Schlimmste allen Übels des
Ur-Bösen, aus mephistophelischer Quelle gespeist, gefasst, betrat ich,
bewaffnet mit Mundschutz, Sturmlaterne und einem
Virenabwehr-SWOT-Einsatzkommando eine Welt … von deren Existenz und Eigenheiten
ich nie hatte wissen wollen.
F.A.C.E.B.O.O.K.
Die erste Zeit, also gefühlte 72 Stunden oder so, habe
ich mit meinem neuen Account-Freund erst einmal damit verdaddelt, sämtliche
Funktionen von "allen-Ärschen-dieser-Welt-zugänglich-öffentlich" auf
"absolutely-private-nur ich" zu setzen. Nein, ich will der Welt nicht
mitteilen, wo ich zur Schule gegangen bin, wo ich arbeite und schon gar nicht,
wie mein Beziehungs-/Status derzeit ist. Gott sei Dank ist das System vom
Grunde her erst einmal doof. Es fragt zwar täglich penetrant nach, ob ich denn nicht
endlich mal meine Daten vervollständigen möchte, aber so einfach kriegst Du
mich nicht. The real Martini Doro ist nämlich weder zur Schule gegangen, noch
arbeitet sie und Beziehungen oder gar StaTusse hat sie schon gar nicht. Martini
D. ist nämlich nur ein krampfhaft anonym gehaltenes Cyber-Ich, das wohl
existent, doch nicht zu fassen ist. Nur nichts von sich preisgeben, lautet die
Devise. To whom it may concern.
Aber woher soll Facebook das auch wissen. Nullen und
Einser, was will man da auch erwarten.
Wie ... es IST Sinn und Zweck von Facebook, seinen realen
Namen, seine echten persönlichen Daten, seine privaten Bilder und sonstige
Informationen, die ich nicht einmal meinem Tagebuch anvertraue, aller Welt
zugänglich zu machen? Man soll mich wirklich und in Echt finden, wenn man das
denn wollte? Nicht, dass ich davon ausgehen würde, interessant oder gar wichtig
zu sein. Habe ich da etwa was falsch verstanden...? Mein Gott, was bin ich doch
für ein Nerd. Jetzt kommen mir doch langsam Zweifel an meiner Unzugänglichkeit.
Sollte ich, eine Lady madeinsemiddleofseseventies vielleicht doch schon zu alt
für diese Social-Media-Plattform sein? Autsch!
Doch werfen wir einen Blick auf das operative Every-Day-Business
von Facebook. Als ich die berühmt-berüchtigte deutsche Gruppe gefunden hatte,
musste zunächst eine weitere Hürde überwunden werden. Die Eigentümer/Ersteller/Betreiber
(was weiß denn ich, wie sich das im FB-Slang genau schimpft) der Gruppe mussten
einen erst freischalten, um dort lesen und posten zu können und das taten sie
nur, wenn man ganz offensichtlich NKOTB-Zugetaner ist. Was grundsätzlich erst
einmal eine gute Idee ist, will man sich beim Fansein nicht von Nonbelievern
ärgern lassen.
Ich wagte also die untertänigste Anfrage, die heiligen Hallen der deutschen NKOTB-Gruppe betreten zu dürfen und … wurde akzeptiert! Danke, danke, danke (winkewinkefuchtelfuchtel), ich geb' 'ne Runde "Gefällt mir" aus! Gott sei Dank hatte ich mein Standard Martini-schlürfendes-Ava-Bild hochgeladen. Das hat einen entscheidenden Vorteil. Man wird erkannt, weil, man verändert sich nicht. Die Friese sitzt immer, der Taint ist vornehm geblässt. Stay the same a McIntyre would say. Wenngleich stetig besoffen - aber das mit Contenance s'il vous plaît - und schlechtes Vorbild für die Jugend mit dem permanenten Drink in der Hand. Aber what shells. Ich war nun stolzes Mitglied der Gruppe. Coming home, görls!
Ich wagte also die untertänigste Anfrage, die heiligen Hallen der deutschen NKOTB-Gruppe betreten zu dürfen und … wurde akzeptiert! Danke, danke, danke (winkewinkefuchtelfuchtel), ich geb' 'ne Runde "Gefällt mir" aus! Gott sei Dank hatte ich mein Standard Martini-schlürfendes-Ava-Bild hochgeladen. Das hat einen entscheidenden Vorteil. Man wird erkannt, weil, man verändert sich nicht. Die Friese sitzt immer, der Taint ist vornehm geblässt. Stay the same a McIntyre would say. Wenngleich stetig besoffen - aber das mit Contenance s'il vous plaît - und schlechtes Vorbild für die Jugend mit dem permanenten Drink in der Hand. Aber what shells. Ich war nun stolzes Mitglied der Gruppe. Coming home, görls!
Nun gut, nach einiger Zeit stillen, schüchternen
Mitlesens wagte ich, meine Blog-Rezession von „10“ dort zu posten. Es wurde
gelesen und wohlwollend kommentiert, was unsägliche Freudentaumel hier auslöste.
Und, was noch viel fantastischer war: Die Freundesanfragen strömten nur so
herein! Ich war beliebt! Man wollte mit mir befreundet sein! Wenn ich gewusst
hätte, wie einfach es ist, Freunde zu finden! Und kaum angefreundet, schreibt
mir meine Allerbesteneuefreundin in MEINE Chronik, dass ICH auf der Blockhead-University
studiert hätte und bei www.nkotb.com arbeiten würde (intensive Recherche hat ergeben, dass besagte Sister das wohl Standardmässig versucht) . Oh ... wie süß von ihr! Wie alt ist sie wohl, meine
BFF, und ... ob sie überhaupt schon kiffen darf? Fragen über Fragen.
Ansonsten allerdings blieb auf meiner neu installierten
FB-Pinnwand keine weitere Frage offen. Gar keine. Man wurde darüber informiert,
dass heute irgendwo in Hinterwaldhausen Gulasch gekocht wurde. Und
Erdbeerkuchen wurde gebacken (verdammt, jetzt habe ich vergessen, wo das war),
das hochgeladene Beweisfoto sah mächtig lecker aus!
Am tollsten aber finde ich die drolligen Bilder,
wahlweise knuffige Tierbilder, sehr gerne aber auch die mit Kindern und der
totale Burner sind die mit den lebensbejahenden Weisheitssprüchen - die geben
mir irre viel positive Energie für den drögen Alltag - ich laufe bald Gefahr,
hyperaktiv zu werden, wenn die Positivity weiterhin so strömt. Heute früh habe
ich schon meinen Namen getanzt, so ekstatisch aufgeladen war ich mit den an
mich herangetragenen Gescheitheiten.
Es ist schier unglaublich, was mir - dank meiner neuen
FREUNDE - zuteil wird. Immer und immer und immer und immer wieder. Dinge, wie
"Mein Kaktus blüht endlich!" oder "In meinem Blumentopf wächst
ein Kleeblatt!“ (keine künstlerische Freiheit an dieser Stelle, das stand da
wirklich, ich schwör‘s) natürlich mit bezaubernden
Mittendrin-statt-nur-dabei-Bildern garniert. Abends lesen wir auch gerne das
obligatorische „Ich gehe jetzt ins Bett“ - selbstverständlich herzerfrischend
kommentiert von mindestens 27 1/2 Schwester-Facebookerinnen. Alle sind stets so
bemüht. Und doch bringt mich soviel Zucker und Käse fast zum ... okay, lassen
wir das besser.
Die eine Frage, die dann allerdings doch noch – zumindest
in meinem - Raum steht, ist dann wohl folgende:
Seriously?!
DAS ist Facebook? Speechlessness Part 2. Einmal tief Luft holen und versuchen,
das hier Wider- und Erfahrene irgendwie auf die Reihe zu bekommen. Ist das nun
Leben satt oder Leben light? Oder habe ich gar zuviel des wahren Lebens, dass
mir das Leben zuviel Leben abringt, dass ich einfach zu wenig des virtuellen
Lebens mehr übrig habe, um der Welt ebenso essenzielle Dinge mitzuteilen? Woah,
kann DARAUS bitte mal einer ein dufftes Spruchbild basteln, damit ich das mit
all meinen Freunden teilen kann?
Der eine oder andere "Freund" von mir wird sich
oder sein/ihr Facebook-Gebahren hier womöglich wiedererkennen – irgendwoher
muss ich dieses Zeug ja haben, da ich mich ausschließlich NKOTB-bezogen auf
Facebook bewege. Muss aber niemand persönlich nehmen, weil man sich ja sowieso
nicht wirklich kennt. Auch nicht, wenn ich mit vielleicht ein paar 32 Leuten
von hier auf dem einen oder anderen NKOTB-Gig rumgeschunkelt haben sollte,
kennen wir uns trotzdem noch lange nicht. Und wer zu nahe am Wasser gebaut hat,
kann ja an dieser Stelle beim Lesen aussteigen. Endstation Weichei. Das
tröstende „Knuddel Dich mal“-Kommentar von Sister Njukidsloverin folgt bestimmt
… soon oder so.
Als Teilzeit-Bloggerin befinde ich mich in einem
ernsthaften Gewissenskonflikt. Klappe halten oder schlaue Sprüche klopfen? Nun
gut, mit diesem Blog hat sich die Frage wohl erübrigt. Denn im Grunde meines
Herzens bin ich ja einfach nur geil nach Aufmerksamkeit, um mein Inner-Adult-ADHS-Syndrom
zu befriedigen. Geltungsbedürfnis. Die neue Volkskrankheit in Zeiten von Social
Media. Immer da, immer dabei … und ja immer darüber reden. Deswegen existiert dieser
Blog. Frau bildet sich ein, sich mitteilen zu müssen. Allerdings über Themen,
die über Dinge des zu alltäglichen Lebens, über das uns viele User über
Facebook hinlänglich informieren, hinausgehen. Und doch, ich esse und trinke
auch und ich besitze sogar Kakteen, die allerdings niemals blühen.
Okay … an dieser Stelle muss ich dann wohl doch nochmal
in mich gehen: Themen, die über Alltag usw. hinausgehen ... also bedeutsam sind
... Substanz haben … Grundthema dieses BloGs ist aber doch die versuchte
Erklärung, den Blockhead’schen Virus und alle total crazy Aktionen als Fänin
einer Boyband in ihren Vierzigern irgendwie zu erklären. Ups. Da habe ich mich
jetzt wohl doch etwas verrannt im Eifer des Wortgefechts. Ach, scheiß drauf,
weiter geht’s!
Geht es denn genau darum bei den sozialen Netzwerken?
Über den Austausch von Banalitäten? Muss man wirklich die Welt darüber in
Kenntnis setzen, wenn ich abends ins Bett gehe, mich ernähre, Probleme habe,
sei es Krankheitsbedingt, Ärger mit Menschen in meinem persönlichen Umfeld oder
eben auch über meine floralen Erfolge? Für mich persönlich mutet es befremdlich
an, wenn ich manche Dinge lese. Bei manchen ist das wohl aber auch zu einem
Tick mutiert, alles zu posten, zu teilen und zu kommentieren. Hauptsache, die
Datenautobahn ist vollgepfropft mit den kitschigsten mit Glitzer gesprenkelten Poesie-Album-Sprüchen,
die heute noch grausamer anmuten, als früher. Oder mit ernsten Themen, die hier
eigentlich gar nichts zu suchen haben.
Random: Das Gerücht, dass Arbeitgeber (potenzielle)
Arbeitnehmer in Facebook scannen, ist leider keines, das wird tatsächlich so
gehandhabt. Das hat mir ein FREUND irgendeiner Cousine, deren Kollegin oder
war’s die Nachbarin gesteckt. Oder jemand, der mir womöglich näher steht.
Huch?! Anyway, man sollte sich wirklich ganz genau überlegen, welche
Informationen und Daten man von sich ins Netz stellt. Egal, wie harmlos sie
erscheinen mögen. Freunde hin, Bekanntschaften her.
Im Übrigen arbeite ich auch gerade an einer Lösung für dieses
Problem: Lebe Dein Leben mit dem an die Hand getapten Smartphone, um die Welt
sofort daran teilhaben zu lassen, sollte etwas passieren, das mitteilungswert
wäre. Also … ständig … oder … nie? Wo liegt die Grenze dessen, was die Welt
wissen muss und was sie gar nicht wissen will? Mein persönlicher Schwellenwert ist
hier offensichtlich ziemlich niedrig, im Gegensatz zu anderen Menschen, die
ständig etwas zu erzählen, teilen und zu kommentieren haben.
Vielleicht handelt es sich bei meiner Voreingenommenheit
aber auch nur um ein Fall von akuter Social Network-Inkompatibilität. Wenngleich
ich noch immer auf der Suche nach dem sozialen Aspekt bei der ganzen Sache bin,
weil es für mich einfach nicht zu fassen ist – im doppelten Wortsinn.
Das Facebook-Stimmungs-Kollektiv ist allerdings in der
Tat verblüffend. Mal ist wie auf einer Tupper-Party, alle sind entzückt von einem
Bild, auf dem Jordan bezaubernd lacht wie vom tollen Klima, das die Gürkchen in
der Magic-Happy-Vegetable-Perle erleben dürfen. Und dann wieder stürzen alle
gemeinsam in eine tiefe Sinnkrise, weil eine CD, die man längst zuhause hat, in
ihrer gepimpten Umverpackung aus Amiland noch nicht vom UPS-Mensch geliefert
wurde. Äh … hallo?
Moment ... ich frage mich gerade ernsthaft, wie es dem
endlich blühenden Kaktus wohl geht.
T‘schuldigung, ich muss einen Moment inne halten (…)
Okay, geht wieder. Ein bisschen sozial bin ich dann also
doch noch? Give Kaktus a chance - gebt ihm einen eigenen Facebook-Account zur
freien Entfaltung!
Also, ich bin gerne dabei, wenn es um die Sache geht.
Also, die NKOTB-Sache. Man kann da ja auch gerne mal herumalbern und Fotos,
Videos oder sonstige NKOTB-Ergüsse anschmachten. Und ich bin immer dankbar,
wenn jemand Neuigkeiten der Blockhead-Community zur Verfügung stellt. Und wenn
man sich auch im Real Life kennt, kann, darf und soll man auch gerne
persönlicher miteinander umgehen. Aber mit oberflächlichem Geplänkel über
NICHTS oder TOO MUCH möge man MICH bitte verschonen.
Und ja, ich fühle mich
damit tatsächlich schon belästigt, wenn diese Dinge auf MEINER Pinnwand
erscheinen. Ich will da keine drolligen Tierbilder sehen, schlaue Sprüche kann
ich selbst und es interessiert mich einen Scheiß, was heute in Hintertupfingen
gegessen wird und wie das Wetter in Provinzbachhausen beim Blick aus dem
Küchenfenster gerade ist! Und schon gar nicht, ob ich Personen wie Hunz oder
Kunz VIELLEICHT kenne. Von blöden Bingo-Daddel-Spielen, zu denen ich ständig
animiert werde, will ich gar nicht erst reden. Oh, und nun bitte nicht das auf
der Hand liegende angesäuerte und soo erwachsene Kommentar: „Du musst es ja
nicht lesen, wenn es Dich stört!“. Erstens: Auf diese glorreiche Idee bin ich
tatsächlich auch schon gekommen und zweitens: Laaaangweilig.
Mein erster Facebook-Klick führt somit nur noch in die
deutsche NKOTB-Gruppe, um eventuelle Blockhead-relevanten News zu bekommen.
Alles andere würde Martini’s kleine, heile Welt mit viel zu viel belanglosem
Mist verstopfen.
Letztlich lässt sich pour moi festhalten, dass Facebook
Verschwendung von wertvoller Lebenszeit ist, die man weit sinnvoller nutzen
könnte. Allein die 5 Minuten, die Du gerade damit verplempert hast, diesen Blog
zu lesen. Hättest Du Dich lieber mal um Deine Kinder, Tiere, Pflanzen,
Ernährung oder reale Mitmenschen gekümmert. Ohne den Rest der Welt zwanghaft
daran teilhaben zu lassen. Weil ... who cares?!
Außerdem finde ich das System an und für sich in keinster
Weise ordentlich durchdacht. Nur weil ich jemanden online kennen lerne, bin ich
noch lange nicht beFREUNDet. Diese Definition ist einfach völlig Banane. Es
sollte hier wohl doch noch einmal systemtechnisch nach wirklichen Freunden und
"Dazugeklickte, die sich zufällig für das gleiche Thema
interessieren" unterschieden werden. Mister Zuckerberg, einmal Nachsitzen
bitte! Des Weiteren finde ich Facebook hinsichtlich der Übersichtlichkeit
furchtbar. Auch wenn sich hier bestimmt viele schlaue Menschen damit
auseinandergesetzt haben, sind die Funktionen Design-technisch sehr schlecht
gelöst. Es macht mir in keinster Weise Spaß, dieses System zu nutzen, allein
aufgrund der Benutzeroberfläche, die mich nicht anspricht und funktionell auch
nicht ausgereift ist. Ergonomisch eine mit nichts aufgeblasene Null-Nummer. Na
gut, kostet schließlich nichts, dann muss es ja auch nicht viel taugen, check. FREUNDE
werden Facebook und ICH in diesem Leben jedenfalls nicht mehr -> dickes
DISLIKE!
So, nun bin ich am Ende mit meiner Abrechnung, deren Schöpfung
mir ehrlich gesagt tatsächlich etwas Linderung meiner - Facebook sei Dank - angestauten
Aggressionen gebracht hat. Ohm. Der gelästerte Seelen-Striptease. Und jetzt - *Trommelwirbelbitte*
- bin ich natürlich tierisch geil auf zahllose „Likes“ und Kommentare, weil
natürlich nutze ich das System maximalst aus, wenn ich es schon nicht leiden
kann. Lasst mich nicht hängen, wir sind doch schließlich Freunde! Wahlweise
könnt Ihr mir aber auch die Freundschaft kündigen oder einen Shitstorm auf mich
niederprasseln lassen. Das darf nun echt jede/r handhaben, wie sie/er das gerne
möchte. Wir sind ja schließlich alle ein bisschen Kaktus, oder?
Nun denn rutsche ich den kleinen aber feinen Hang zur
Übermotivation auf meinem Allerwertesten wieder runter, knabbere ein paar Eiweiß-Schnittchen
und nippe am Sauerstoff-Wässerchen, bürste mir mein güldenes Haar, vollziehe
mein daily Workout, twittere das natürlich zuverlässig, dusche, singe dann meinen
Pflanzen ein bisschen „Baby I believe in you“ vor und halte das natürlich alles
mit meiner Polaroid-Kamera fest, hefte diese Bilder dann (mit
old-school-Reisnägeln) an meine Kork-Pinnwand und lade jeden, der mir gerade
über den Weg läuft ein, diese zu begutachten und zu kommentieren. Vielleicht
ist Facebook danach ja schon wieder out und wir alle treffen auf einer neuen Plattform
wieder. Beam us up, Scotty!
Bis es soweit ist, pflege ich einstweilen meine NeuRosen
– vielleicht bringe ich ja wenigstens die zum Blühen. Womöglich hilft es, wenn
ich sie mit etwas virtuellem Verfolgungswahn einsprühe.
Es bleibt also fluffig. Äh ... Gruppenkuscheln anyone?